Sanierungsgebiet Moosach
Ein Stadtteil mit Zukunft: Das Sanierungsgebiet befindet sich im Nordwesten von München. Es ist etwa 195 Hektar groß und heute leben rund 16.300 Menschen dort.
Hintergrund
Das Sanierungsgebiet erstreckt sich über die Geschosswohnungssiedlungen westlich der Dachauer Straße sowie zwischen der Feldmochinger und Hanauer Straße. Im Sanierungsgebiet befinden sich auch das Moosacher Quartierszentrum zwischen Bunzlauer Platz und „Moosacher Stachus“ sowie der alte Ortskern im Dreieck Pelkoven-, Dachauer und Feldmochinger Straße. Die großen Grünbereiche der Kleingartenanlage und des Westfriedhofs südlich des Wintrichrings sowie weitere kleinere öffentliche Grünflächen sind ebenfalls Bestandteil des Sanierungsgebiets.
Moosach zeichnet sich durch eine lebendige Vielfalt und Integrationskraft aus. Insbesondere schätzen die Bewohner*innen die vermeintlichen Gegensätze von Stadt und Dorf: lebendig und ruhig, innovativ und traditionell sowie zukunftsgewandt und geschichtsbewusst.
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Neuordnung des Moosacher St.-Martins-Platzes
Der Moosacher St.-Martins-Platz ist das „Herz“ des Stadtteils Moosach. Seine künftige Gestaltung ist deshalb eines der wichtigsten Projekte im Sanierungsgebiet Moosach. Für das rund vier Hektar große Planungsgebiet wurde ein städtebauliche und freiraumplanerische Wettbewerb durchgeführt. Dieser war der erste Meilenstein für die Entwicklung des Moosacher St.-Martins-Platzes, hin zu einer Neustrukturierung des Freiraums mit den ergänzenden Neubauten eines Kultursaal und eines Azubi-Wohnheims.
Klicken Sie hier für weitere Informationen zum Wettbewerbsergebnis.
Weitere Projektinformationen
In Moosach wird ein großer Veranstaltungsort dringend benötigt, um der wachsenden Bevölkerung und der wichtigen sozialen Funktion der Stadtteilkultur gerecht zu werden. Geplant ist der Bau eines neuen Kulturbürgerhauses am Moosacher St.-Martins-Platz, ergänzt durch die Sanierung des Hacklhauses und die Schaffung von Wohnraum für städtische Auszubildende. Gemeinsam mit dem neu strukturierten und verbindenden Freiraum wird dadurch ein Ort geschaffen, der den verschiedenen Bedürfnissen der Bürger*innen gerecht wird und Raum für zahlreiche Aktivitäten und Veranstaltungen bietet.
Die vorhandenen städtebaulichen und Freiraumstrukturen sollen so weiterentwickelt werden, dass die bestehende Identität und Funktion des Moosacher St.-Martins-Platzes als lebendiger Mittelpunkt des Stadtbezirks gefestigt werden. Der Platz ist geprägt durch die älteste Kirche Münchens sowie das barocke Pelkovenschlössl und wird von engagierten Bürger*innen und Vereinen als Kultur- und Bürgerhaus genutzt. Den bestehenden Bedarf an größeren Veranstaltungsräumen soll der neue Kultursaal adressieren.
Im Anschluss an den Wettbewerb wird der Entwurf in einer Rahmenplanung weiter konkretisiert. Das Ergebnis fließt als Sanierungsziel in das Integrierte Stadtteilentwicklungskonzept des Sanierungsgebiets Moosach ein.
Planungsgebiet Wohnsiedlungen Moosach
Durch einen innovativen Planungsansatz und eine zukunftsweisende Bestandsentwicklung werden die „Wohnsiedlungen westlich der Dachauer Straße“ zu einer Siedlung mit Vorbildcharakter weiterentwickelt. Die neue Siedlung wird ein zeitgemäßes Wohnen im Herzen von Moosach ermöglichen und dabei wertvolle gewachsene Strukturen bewahren.
Um die historischen und identitätsstiftenden Gegebenheiten der Wohnsiedlungen vor dem angestrebten Wandel festzuhalten, wird eine dreiteilige Dokumentation unter dem Motto „Gestern – heute – morgen“ erstellt. Der erste Band ist nun erschienen und legt den Fokus auf die Historie der Wohnsiedlungen. Die zwei weiteren Bände werden vor allem die Planung und Umsetzung der sanierungsbedingten Weiterentwicklung thematisieren.
Weitere Projektinformationen
Die Siedlungen weisen eine einheitliche bauliche Struktur auf. Private und öffentliche Grünflächen prägen den Charakter des Quartiers und gehen fließend ineinander über. Sie weisen auch einen umfangreichen und wertvollen Baumbestand auf, der eine besondere Qualität für das Stadtbild und das Mikroklima darstellt. Durch die im Bestand überdimensionierten Verkehrsflächen gibt es im Gebiet eine hohe Versiegelung und bislang kaum Möglichkeiten einer nachhaltigen Regenwasser-Bewirtschaftung im Sinne des Schwammstadt-Prinzips. Die vorhandenen Flächen sollen daher so neu geordnet werden, dass ein nutzbarer und klimaangepasster Raum entsteht.
Zur Qualitätssicherung für die Konzepte der angestrebten Weiterentwicklung wurde als erster Schritt ein städtebaulich-freiraumplanerischer Wettbewerb durchgeführt. Der Entwurf des ersten Preisträgers wurde im anschließenden Planungsprozess von dem interdisziplinären Team zu einer Rahmenplanung weiterentwickelt und konkretisiert.
Ein integriertes Gesamtkonzept in Form einer Rahmenplanung ermöglicht es, die übergeordneten Themen Städtebau, Freiraum, Mobilität sowie Klimaschutz und Klimaanpassung gleichrangig zu betrachten und in einem städtebaulichen und freiraumplanerischen Entwurf zusammenzufassen. Diese Rahmenplanung dient im weiteren Verlauf als Entscheidungsgrundlage für Umsetzungsschritte und enthält konkrete Maßnahmenvorschläge zu den genannten Themen.
In diesem Gebiet soll beispielhaft gezeigt werden, wie eine Bestandssiedlung so weiterentwickelt werden kann, dass sie den heutigen und zukünftigen Anforderungen an Wohnen, Klimaschutz, Klimaanpassung und Mobilität gerecht wird und gleichzeitig wertvolle gewachsene Strukturen und vorhandene Qualitäten bewahrt.
Die fertiggestellte städtebaulich-freiraumplanerische Rahmenplanung floss in das integrierten Stadtteilentwicklungskonzepts (ISEK) ein. Damit konkretisieren die darin festgehaltenen Leitbilder und Ziele die Sanierungsziele und bilden die Grundlage für die weitere Umsetzung der verschiedenen Bestandshalter*innen im Planungsgebiet. Aufgrund der Größe des Planungsgebiets mit circa 35 Hektar, erfolgt die Weiterentwicklung schrittweise. Die ersten Bauabschnitte der Münchner Wohnen im Bereich der Karlinger- und Gubestraße konnten bereits fertiggestellt und bezogen werden.
Weiterführende Informationen zum Sanierungsgebiet
Im Rahmen der vorbereitenden Untersuchungen wurde das Gebiet von der Münchner Gesellschaft für Stadterneuerung (MGS) mbh hinsichtlich vorhandener Mängel und Konflikte sowie bestehender Qualitäten und Potenziale untersucht. Daraus entstand ein integriertes Stadtteilentwicklungskonzept. Aus den vorbereitenden Untersuchungen zeichnen sich mehrere Schwerpunktbereiche für die Stadtsanierung ab. Diese umfassen die Wohnsiedlungen westlich der Dachauer Straße, das „Lebendige Zentrum“ im Bereich des alten Ortskerns, das neue Quartierszentrum, das „Grüne Netz“ der öffentlichen Freiräume innerhalb und im direkten Umfeld des Gebietes, den Geschosswohnungsbau östlich der Feldmochinger Straße, den Westfriedhofs sowie die Kleingartenanlage.
Der Stadtrat hat am 27. Januar 2021 der förmlichen Festlegung des Sanierungsgebiets Moosach zugestimmt. Durch die förmliche Festlegung eines Teilbereichs des Stadtbezirkes Moosach als Sanierungsgebiet im Bund-Länder-Förderprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ und mit Mitteln der Landeshauptstadt München wird eine bestmögliche Aufwertung erreicht.
In Moosach sollen die soziodemografische Vielfalt erhalten und die Wohnqualität verbessert werden. Unter der Prämisse des Erhalts und der Aufwertung des städtebaulichen Charakters soll eine Perspektive für die Stadtteilentwicklung in den kommenden 15 Jahren formuliert werden. Das prognostizierte dynamische Wachstum soll positiv gestaltet werden. Durch Innenentwicklung und Aktivierung von Flächen können resiliente urbane Strukturen zu einer nachhaltigen Stadt entwickelt werden. Die Aspekte der Nachhaltigkeit wurden in einem Leitbild zusammengefasst: „Moosach: bunt - sozial - nachhaltig - zukunftsgerecht“. Das sind die wesentlichen Förderschwerpunkte:
- Weiterentwicklung der architektonischen und städtebaulichen Strukturen
- Verbesserung der Wohnungsqualität, einschließlich der Qualität des Wohnumfelds
- Erhalt und Schaffung von bezahlbarem Wohnraum
- Aufwertung der privaten und öffentlichen Räume hinsichtlich Aufenthaltsqualität, Erlebbarkeit, Nutzung, Grünstrukturen, Klimaanpassung und Artenvielfalt
- Ausbau der Schul- und Bildungsinfrastruktur, der Kinderbetreuungsplätze, der Sportinfrastruktur und der soziokulturellen Einrichtungen
- Erhalt der Nahversorgung und Einkaufsmöglichkeiten
- Verbesserung der Nahmobilität und Ausbau innovativer Mobilitätsangebote
- Umbau zum klimaneutralen und klimaresilienten Stadtquartier
- Umsetzung der Inklusion in allen Handlungsfeldern
Die Sanierungsmaßnahmen in Moosach werden mit dem Städtebauförderungsprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ ermöglicht. Dieses richtet seine Aufmerksamkeit auf die Stabilisierung und Aufwertung städtebaulich, wirtschaftlich und sozial benachteiligter und strukturschwacher Stadt- und Ortsteile. Ziel ist es, vor allem lebendige Nachbarschaften zu befördern und den sozialen Zusammenhalt zu stärken. Die Mittel werden von Bund und Freistaat Bayern zur Verfügung gestellt.
Neben dem Einsatz von Fördermitteln für öffentliche Maßnahmen gibt es in einem Sanierungsgebiet für Wohnungs- und Grundstückseigentümer*innen eine erhöhte steuerliche Abschreibungsmöglichkeit gemäß §§ 7h und 10f Einkommensteuergesetz. Voraussetzung ist, dass die Maßnahme der Umsetzung der Sanierungsziele dient. Weitere Informationen finden Sie hier.
Für den Einsatz von Städtebauförderungsprogrammen ist die Mitwirkungsbereitschaft der Bürger*innen eine wesentliche Voraussetzung. Um ihre aktive Einbindung zu gewährleisten, fand im Rahmen der vorbereitenden Untersuchungen eine Beteiligungs- und Mitwirkungsphase statt. Der Beteiligungsprozess umfasste neben Veranstaltungen auch eine Postwurfsendung, Interviews, Expert*innenrunden und Umfragen über einen elektronischen Briefkasten.
Unter www.stadtsanierung-moosach.de wird auch zukünftig der gesamte Sanierungsprozess begleitet. Interessierte Bürger*innen können sich im Stadtteilladen in der Dachauer Straße 270b zu den Themen rund um die Stadtsanierung in Moosach beraten lassen. Das Stadtteilmanagement ist ein Angebot der Münchner Gesellschaft für Stadterneuerung (MGS).
- April 2026: Stadtratsbeschluss zur Fortschreibung der Sanierungsziele und Sanierungsmaßnahmen
- Februar 2025: Preisgericht zum Wettbewerb "Neuordnung des Moosacher St.-Martins-Platzes"
- Februar 2024: Fertigstellung Rahmenplanung Wohnsiedlungen
- Juni 2023: Beteiligung Rahmenplanung Wohnsiedlungen
- April - Oktober 2022: Pilotphase Radweg Westfriedhof
- Oktober 2021: Preisgericht zum Wettbewerb „Wohnsiedlungen westlich der Dachauer Straße“
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Oktober 2021: Betty Mü Kunstinstallation VIDEOART4FUTURE
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Juli 2021: Zwischennutzung "Moosaik" Mitmach-Kunstprojekt
- Mai 2021: Stadtratsbeschluss zur Durchführung eines städtebaulich-freiraumplanerischen Wettbewerbs „Neuordnung des Moosacher St.-Martins-Platzes mit Umfeld, Neubau Kultursaal, Sanierung Hacklhaus und Neubau Auszubildenden-Wohnen“
- Januar 2021: Stadtratsbeschluss zur förmlichen Festlegung des Sanierungsgebiets
- Juli 2019: Stadtratsbeschluss zur Durchführung eines städtebaulich-freiraumplanerischen Wettbewerbs „Wohnsiedlungen westlich der Dachauer Straße“
- Dezember 2017: Fertigstellung Aufwertung Amphionpark
- September 2016: Stadtratsbeschluss zum Beginn der vorbereitenden Untersuchungen
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