Olympiapark

Der Olympiapark ist ein historisches Meisterwerk der Architektur. Er soll UNESCO-Weltkulturerbe werden.

50 Jahre Olympiapark

Ausstellung in der Rathausgalerie

Die Ausstellung "50 Jahre Olympiapark - Impulse für Münchens Zukunft" ist von 14. Januar bis 11. März 2022 in der Rathausgalerie zu sehen. Sie präsentiert sich mit einem abwechslungsreichen, kostenlosen Programm für verschiedene Zielgruppen.
Zur Ausstellung
Olympiapark Gesamtansicht
Michael Nagy, LHM

Auf dem Weg zum Welterbe

Der Olympiapark wurde für die Olympischen Spiele 1972 in München auf einem Gelände mit einem Trümmerberg des Zweiten Weltkrieges errichtet. Die modellierte Architektur- und Parklandschaft, das transparente Zeltdach und das für alle verständliche Orientierungssystem stehen für den weltweiten Wandel zu einer Bauweise, die am Menschen in seinem Maßstab und seinem Bedürfnis nach Teilhabe und Selbstbestimmung ausgerichtet ist.

Seit seinem Eintrag in die Denkmalliste 1998 ist die Bedeutung des Olympiaparks für Bayern erkannt. Weil der Olympiapark darüber hinaus eine internationale Strahlkraft besitzt, wurde von der Politik und Bürgerschaft schon lange auch eine Bewerbung zur Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste diskutiert. Das wohl prominenteste Gesicht der Befürworter der Welterbebewerbung war Münchens Alt-Oberbürgermeister Dr. Hans-Jochen Vogel. Er brachte 1972 die Olympischen Spiele nach München und übernahm 2016 die Schirmherrschaft des Vereins "Aktion Welterbe Olympiapark e.V.". 2018 befürwortete der Stadtrat die Bewerbung des Olympiaparks als UNESCO-Weltkulturerbe. Seit 2019 läuft das formale dreistufige Verfahren. Im Oktober 2021 hat die Bewerbung die bayerische Ebene erfolgreich verlassen und die Bundesebene erreicht.

Nächster Schritt

2022/23: Evaluierung der Bewerbung für die deutsche Vorschlagsliste durch eine internationale Expertenkommission der Kultusministerkonferenz

Herbst 2023: Bei positiver Evaluierung Mitteilung über Platzierung auf der deutschen Liste mit zehn möglichen Plätzen

Aktuelles

2022 feiert der Olympiapark sein 50-jähriges Jubiläum. Die Jahresausstellung mit dem Titel 50 Jahre Olympiapark – Impulse für Münchens Zukunft von 14. Januar bis 11. März in der Rathausgalerie geht unter anderem der Frage nach, was das kulturelle Erbe des Olympiaparks für München bedeutet.

Chronologie der Bewerbung zum Welterbe

29. Oktober 2021: Einreichung des Tentativantrags bei der Kultusministerkonferenz

21. September 2021: Beschluss des Ministerrats der Bayerischen Staatsregierung zur Weitergabe des Tentativantrags an die Kultusministerkonferenz. Mehr Infos hier

19. Juli 2021: Pressekonferenz zum Stand des Welterbeantrags und Vorstellung des Tagungsbands „Das moderne Erbe der Olympischen Spiele“ zur Dokumentation der internationalen ICOMOS-Konferenz von 2019. Mehr Infos hier

25. Februar 2021: Prüfung und nachdrückliche Empfehlung der Interessensbekundung durch Expertenkommission des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst

17. August 2020: Einreichung der Interessensbekundung im Rahmen eines bayernweiten Bewerbungsverfahrens durch Oberbürgermeister Dieter Reiter beim Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

7. und 8. November 2019: Internationale ICOMOS-Tagung "Das Erbe der Olympischen Spiele der Neuzeit. Historische Sportstätten zwischen Konservierung und Konversion"

4. Oktober 2019: Einreichung der Vorbewerbung durch Oberbürgermeister Dieter Reiter beim Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

3. April 2019: Informationsveranstaltung für Bürger*innen im Kulturhaus Milbertshofen. Zur Dokumentation

25. April 2018: Befürwortung der UNESCO-Welterbebewerbung durch den Stadtrat und Beauftragung des Referats für Stadtplanung und Bauordnung mit der Vorbereitung. Zur Pressemitteilung . Zum Stadtratsbeschluss .

Vorgeschichte

29. November 2017: Stadtratshearing zum UNESCO-Welterbe mit Expert*innen im Münchner Rathaus. Zur Dokumentation der Veranstaltung

23. Juni 2016: Petition der Einwohner-Interessen-Gemeinschaft e. V. an die Stadtspitze zur Befürwortung der UNESCO-Welterbebewerbung des Olympiaparks

4. März 2016: Antrag von DIE LINKE und der ÖDP an den Stadtrat mit der Bitte, sich für eine Bewerbung des Münchner Olympiaparks in die Welterbeliste auszusprechen. Zum Antrag

2013: Beginn des Engagements der Einwohner-Interessen-Gemeinschaft e. V. des Olympischen Dorfes für die Aufnahme des Olympiaparks in die Welterbeliste

Michael Nagy, LHM

Entstehung des Parks

Bau des Zeltdachs im Olympiastadion in München
Landeshauptstadt München
Bau des Olympiastadions

Die XX. Olympischen Spiele in München sollten Bühne dafür sein, die Bundesrepublik als neues, demokratisches, liberales und menschliches Deutschland zu präsentieren. Die Spiele begannen am 26. August 1972 als „heiteres Fest der Musen und des Sports“, so das Leitmotiv.

Das planerische Konzept stand im bewussten Gegensatz zu den Spielen von 1936 in Berlin. Die Urheber des Olympiaparks, insbesondere die Architektengemeinschaft Behnisch & Partner zusammen mit Günter Behnisch, Fritz Auer, Winfried Büxel, Carlo Weber und Erhard Tränkner, vermieden in ihren Planungen ausdrücklich jeden Bezug zu den damaligen, von den Nationalsozialisten für ihre Zwecke inszenierten Spiele. Stattdessen stellten sie in jeder Planungsebene - vom Städtebau bis zur Detailausformung - den menschlichen Maßstab in den Vordergrund. Die sanfte landschaftliche Einbettung der Anlagen und die Topographie des Parks wurden maßgeblich von Carlo Weber geplant.

Der Olympiapark war das wichtigste Großbauprojekt der Bundesrepublik. Die gewaltigen Dimensionen der Sportstätten wurden ohne jegliche monumentale Wirkung geschickt mit der neu gestalteten Parklandschaft verwoben. So entstand ein einzigartiges bauliches und landschaftliches Ensemble von außergewöhnlicher Raffinesse und gleichzeitig großer Bescheidenheit.

Architektur als Spiegel der deutschen Gesellschaft

Die Architektur steht im Kontrast zur Monumentalarchitektur der Olympischen Spiele von 1936 in Berlin. Der Olympiapark stellt eine Ideallandschaft aus Architektur und Natur dar. Die Zeltdächer im Olympiastadion zeigen Durchlässigkeit und Leichtigkeit, was die deutsche Gesellschaft widerspiegeln sollte. Der Olympiapark war Symbol für die deutsche Verpflichtung, nach dem Krieg für Frieden und Demokratie einzustehen.

Chronologie

4. April 2016: Stadtratsantrag "Ensemble Olympiapark soll UNESCO-Weltkulturerbe werden".

2015: Schaffung der Gestaltungsrichtlinien, um ein einheitliches Erscheinungsbild zu gewährleisten und um die Planungsrichtlinien vorzugeben. Weitere Informationen finden Sie hier.

2011: Das Ökumenische Kirchenzentrum des Olympischen Dorfes wird als Einzelbaudenkmal in die Denkmalliste aufgenommen.

1998: Der Olympiapark wird Denkmal-Ensemble mit seinen Einzeldenkmälern Olympiastadion, Olympiahalle, Olympiaschwimmhalle und Fernsehturm.

Nach den Olympischen Spielen ist der Olympiapark ein beliebter Veranstaltungsort, Ausflugsziel und Erholungsraum.

1972: Olympische Spiele in München

1972: Eröffnung der U-Bahnhaltestelle Olympiazentrum

1969: Grundsteinlegung für die Olympia-Bauten
(Olympiastadion, Olympiahalle, Olympia-Schwimmhalle, Theatron, Olympiasee, Fernsehturm und Olympiadorf. Die weltberühmte Zeltdachkonstruktion ist eine große Dachlandschaft, die mehrere Gebäude überspannt. Mehrere Architekten und Bauingenieure waren an der Konstruktion beteiligt.)

1967: Die Sieger des Generalwettbewerbs stehen fest: die Architektengruppe mit Günter Behnisch, Fritz Auer, Carlo Weber, Erhard Tränkner und Winfried Büxel sowie der Landschaftsarchitekt Günther Grzimek erhalten den Zuschlag. Das visuelle Erscheinungsbild gestaltet das Team um den Grafikdesigner Otl Aicher.

26. April 1966: München bekommt den Zuschlag für die XX. Olympischen Sommerspiele.

1945: Aus Trümmern des zerstörten Münchens wird der 60 Meter hohe Hügel, auch Schuttberg und später Olympiaberg genannt, nach dem Zweiten Weltkrieg errichtet.

Icomos-Tagung: Rückblick

Olympiaturm mit Zeltdach
Michael Nagy / LHM
Das weltberühmte Zeltdach

Die internationale ICOMOS-Tagung am 7. und 8. November 2019 in München stand unter dem Motto "Das Erbe der Olympischen Spiele der Neuzeit. Historische Sportstätten zwischen Konservierung und Konversion". Die öffentliche Tagung fand im Gästebereich des Olympiastadions statt.

2020 finden die Olympischen Sommerspiele in Tokio statt, teilweise in den Anlagen, die für die Olympischen Spiele 1964 gebaut wurden. Vor diesem Hintergrund und dem, dass der Olympiapark München von 1972 mit seinen Anlagen UNESCO-Welterbe werden soll, war München der Ort für die internationale ICOMOS-Tagung. Die Konferenz widmete sich der architektur- und sportgeschichtlichen Bedeutung olympischer Anlagen der Moderne.

Unter dem Patronat des ehemaligen Oberbürgermeisters von München, Dr. Hans-Jochen Vogel, zeigten Expertinnen und Experten aus aller Welt, wie Olympiastätten aus dem 20. Jahrhundert heute weiter genutzt werden können. Ihr Potenzial als UNESCO-Welterbe wurde ebenfalls diskutiert.

Die Tagung wurde von ICOMOS Deutschland und der Landeshauptstadt München in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, der Landesgruppe Bayern der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung (DASL), dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und dem Verein „Aktion Welterbe Olympiapark“ veranstaltet.

Was ist ICOMOS überhaupt?

ICOMOS bedeutet "International Council on Monuments and Sites" (übersetzt: "Internationaler Rat für Denkmalpflege") und wurde 1965 in Warschau gegründet. ICOMOS setzt sich als nichtstaatliche Organisation weltweit für den Schutz und die Pflege von Denkmälern ein. In Deutschland nimmt der Verein Aufgaben als Berater-Organisation der UNESCO wahr und macht sich somit auf überregionaler und internationaler Ebene für die Erhaltung der Denkmäler, Ensembles und Kulturlandschaften stark.

Zum UNESCO-Welterbetitel ist es ein langer Weg

Im Juli 2019 hat der Stadtrat Oberbürgermeister Dieter Reiter beauftragt, die Vorbewerbung des Olympiaparks als UNESCO-Welterbe beim Freistaat Bayern einzureichen, was am 4. Oktober 2019 erfolgte. Beigefügt wurde die sogenannte Vorbewerbung (Tentativ List Submission Format). Bis zur Verleihung des Titels ist es ein langer Weg. Das Bewerbungsverfahren geht von der Kommunal- über die Landes- bis hin zur Bundesebene. Erst im Jahr 2024 öffnet sich die UNESCO-Vorschlagsliste wieder, da vorher andere Bewerbungen aus aller Welt abzuarbeiten sind.

Icomos: Internationaler Rat für Denkmalpflege

Denkmalschutz

Olympiastadion Eingang

Der Olympiapark ist heute ein beliebtes Ausflugsziel für die Münchnerinnen und Münchner. Aber auch Touristinnen und Touristen aus dem In- und Ausland besuchen die Anlage. Gebaut für die Olympischen Spiele im Sommer 1972, steht der Park als Ensemble seit 1998 unter Denkmalschutz.

Der überaus hohe geschichtliche Wert des Olympiastadions ist unter anderem ein Grund, dass das Ensemble seit 1998 unter Denkmalschutz gestellt wurde.

Insbesondere der Kernbereich des Olympiaparks mit seinen Sportstätten ist von allerhöchster Qualität. Seine Bauwerke gehören zu den wichtigsten Dokumenten der europäischen Baukultur des 20. Jahrhunderts. Wunderbare Ergänzung fand die bauliche Gestaltung mit dem Grafikdesign, das Otl Aicher als Gestaltungsbeauftragter unter anderem mit den legendären Sportpiktogrammen entwickelte und dessen Farbgestaltung symbolisch für die Grundwerte von Demokratie und olympischem Geist stehen. Mit dem Gestaltungshandbuch sollte sichergestellt sein, dass der Park als Gesamtkunstwerk erhalten bleibt. Es dient als Leitfaden und Orientierungshilfe für etwaige Planungen.

Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege hat am 19. März 1998 den Olympiapark als Ensemble sowie das Olympiastadion, die Olympiahalle, die Olympia-Schwimmhalle, den Fernsehturm sowie das Ökumenische Kirchenzentrum des Olympischen Dorfes als Einzelbaudenkmäler in die Denkmalliste aufgenommen.

Umgriffsplan

Denkmalliste München

Gestaltungshandbuch

Münchner Marathon im Olympiastadion

Der Olympiapark ist weltberühmt. Nicht nur die Münchnerinnen und Münchner lieben ihn, auch internationale Gäste planen einen Besuch fest ein. Durch seine vielfältige Nutzung ist der Park jedoch von Veränderungen gekennzeichnet. Um den Erhalt des Parks als Gesamtkunstwerk zu unterstützen, hat die Stadt ein Gestaltungshandbuch erarbeiten lassen.

Leitfaden und Orientierungshilfe für den weiteren Umgang

Dieses Gesamtkunstwerk sieht heute leicht und selbstverständlich aus. Tatsächlich aber ist der zu den Olympischen Spielen 1972 auf dem ehemaligen Oberwiesenfeld geschaffene Park hochkomplex und an vielen Stellen auch empfindlich. Durch ungeeignete Nutzungen, ungenügende Pflege oder unbedachte Veränderungen kann Originalbestand unwiederbringlich zerstört werden, wichtige Zusammenhänge können verloren gehen. Das Gestaltungshandbuch, erarbeitet von der Projektgemeinschaft stauss processform / Auer Weber Architekten, möchte dem entgegenwirken: In 21 Kapiteln werden teils fachliche Empfehlungen und Ratschläge gegeben, teils Intentionen mit ihren philosophischen, planerischen oder gesellschaftlichen Hintergründen erläutert. Angesprochen werden die unterschiedlichsten Fachdisziplinen - von Landschaftsarchitektur und Architektur bis hin zu Design und visueller Kommunikation.

Das Gestaltungshandbuch kann weder Wettbewerbe oder konkrete Planungen ersetzen noch den detaillierten Umgang mit den einzelnen Elementen des Olympiaparks beschreiben. Es soll jedoch als Teil der Vorbereitung solcher Maßnahmen dienen und als Leitfaden und Orientierungshilfe für den Umgang mit dem historischen Erbe denjenigen Unterstützung bieten, die mit einer gestalterischen Aufgabe im Olympiapark München betraut sind.

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Rahmenplanung

Seit den Olympischen Spielen 1972 hat sich der Olympiapark zu einem populären Stadtpark entwickelt. Das Flair eines typischen Parks für die Bewohnerinnen und Bewohner der umliegenden Stadtgebiete vermischt sich mit dem Flair eines überregionalen Veranstaltungsorts mit großen Menschenmassen und viel Verkehr.

Um den Park mit seiner besonderen Landschaft und Architektur auf der einen Seite zu schützen und auf der anderen Seite weiter zu entwickeln, wurde von mahl gebhard konzepte / sauerbruch hutton eine landschafts- und stadtplanerische Rahmenplanung erarbeitet. Sie ist künftig der Leitfaden für alle Planungen im und am Park.

Wesentliche Gesichtspunkte des Rahmenplans sind:

  • die Qualität der herausragenden Gestaltung von 1972 zu sichern,
  • Spielräume und Chancen aufzuzeigen, wo und wie der Olympiapark durch neue Grünflächen großzügig erweitert werden kann,
  • den Park durch Fuß- und Radwege besser mit den umliegenden Quartieren zu verknüpfen,
  • den Olympiapark als Sport- und Freizeitpark zu stärken und weitere nicht kommerzielle Angebote speziell für Kinder, Jugendliche und ältere Leute zu schaffen

Die Rahmenplanung stellt damit eine langfristige Vision für den Olympiapark und seine Umgebung dar. Sie wurde im Oktober 2010 vom Stadtrat beschlossen.

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Grundlagenworkshop

Im Dezember 2005 wurden Rahmenbedingungen und Ziele für die langfristige und nachhaltige Entwicklung des Olympiaparks - unter Würdigung und Berücksichtigung seiner architektonischen und landschaftlichen Qualitäten - durch einen Stadtratsbeschluss festgehalten.

Durch die Bewerbung Münchens um die Austragung Olympischer und Paralympischer Winterspiele 2018, die auf Basis einer Machbarkeitsstudie im Dezember 2007 ebenfalls vom Stadtrat beschlossen wurde, ergaben sich neue Chancen für die nachhaltige Entwicklung des Olympiaparks als Sportstätte, Veranstaltungsort und (Nah-)Erholungspark. Daher sollten die Rahmenbedingungen laut einem weiteren Stadtratsbeschluss vom Mai 2008 aktualisiert werden und die formulierten Ziele schrittweise weiterentwickelt werden.

Als erster Schritt hierzu wurde von Keller & Damm Landschaftsarchitekten eine umfassende Materialsammlung erstellt. Im Juli 2008 wurde ein Grundlagenworkshop durchgeführt.

Der breit angelegte Teilnehmerkreis umfasste

  • Vertreterinnen und Vertretern des Stadtrats und der Bezirksausschüsse
  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der fachlich befassten Referate der Landeshauptstadt München
  • Expertinnen und Experten aus den Bereichen Landschaftsarchitektur, Architektur und Städtebau, Denkmalpflege, Veranstaltungsorganisation, Ökologie und Klimaschutz, Olympiabewerbung sowie
  • Vertreterinnen und Vertreter der unterschiedlichen Eigentümer und Nutzer der Flächen und Anlagen im Olympiapark.

So waren ein umfassender Informationsaustausch, fachübergreifende Diskussionen und schließlich das Verfassen von Empfehlungen für das weitere Vorgehen möglich. Die Ergebnisse wurden in einer Dokumentation zusammengefasst und dem Stadtrat im Dezember 2008 bekannt gegeben.

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Erinnerung an das Olympia-Attentat

Der Erinnerungsort an das Olympiaattentat
Michael Nagy / Landeshauptstadt München
Gedenkort "Einschnitt"

Überschattet wurden die Olympischen Spiele vom Attentat auf das israelische Team. Am 5. September 1972 überfielen früh morgens acht Mitglieder der palästinensischen Terrorgruppe "Schwarzer September" das Wohnquartier der Sportler im Olympischen Dorf. Die Geiselnahme endete einen Tag später blutig.

Heute soll der Erinnerungsort Olympia-Attentat, der auch "Gedenkort Einschnitt" genannt wird, mitten im Olympiapark die schrecklichen Ereignisse wach halten. Der Schnitt in den Hügel symbolisiert den Einschnitt in die Olympischen Spiele, die so fröhlich und bunt begannen und so jäh unterbrochen wurden.
Die Gedenkstätte ist multimedial und zeigt den Verlauf der zweitägigen Geiselnahme. Auf einer Videoleinwand sind Filmaufnahmen zu sehen, die damals um die Welt gingen und den schrecklichen Verlauf der Geiselnahme erzählen. Die Stätte möchte neben der Dokumentation der Ereignisse aber auch an die Opfer erinnern. Jeder einzelne Sportler wird vorgestellt, seine Biographie wird erzählt und Familie und Freunde kommen zu Wort. Gleichzeitig möchte die Gedenkstätte auch mahnend sein und dafür sensibilisieren, dass unsere Demokratie und unsere Freiheit nicht als selbstverständlich gesehen werden dürfen.

Die Gedenkstätte wurde am 45. Jahrestag des Olympia-Attentats am 5. September 2017 eröffnet. Der Entwurf des Architekten Peter Brückner ist nach allen Seiten offen, direkt zugänglich sowie Tag und Nacht geöffnet. Sie befindet sich im Kolehmainenweg 11.

Weiterhin erinnert im Olympischen Dorf in der Connollystraße eine Gedenktafel an die Ereignisse von damals. Am 27. September 1995 wurde die Skulptur des deutschen Bildhauers Fritz Koenig aufgestellt. Sie trägt den Titel "Klagebalken". Die Skulptur befindet sich am Verbindungsweg zwischen dem Olympiastadion und dem ehemaligen Olympiadorf. Auf dem Balken sind in hebräischen Buchstaben die Namen der elf Opfer aus Israel eingemeißelt.

Der Olympiapark heute

Theatron im Olympiapark
Landeshauptstadt München / Michael Nagy
Veranstaltung im Theatron (Archiv)

Der Olympiapark ist bis heute ein beliebter und lebendiger Ort. Während die Studentinnen und Studenten direkt nach den Spielen im Olympischen Dorf eine erschwingliche und originelle Unterkunft gefunden haben, entwickelte sich die Parkanlage zu einem Ort für Sport, Freizeit und nationalen und internationalen Veranstaltungen.

Die Anlagen und Bauten, die für die Olympischen Spiele angelegt wurden, werden bis heute vielfältig genutzt. Nach den Spielen im Sommer 1972 ziehen die Studentinnen und Studenten in das Hochhaus und in die Bungalows ein. Aus dem Olympischen Dorf entsteht ein lebhaftes Viertel, auch Studentendorf genannt. Die Bungalows werden bunt bemalt.

Der Olympiapark hat sich nach den XX. Olympischen Spielen als beliebter Veranstaltungsort etabliert. Neben zahlreichen Sportveranstaltungen finden hier auch kulturelle und gesellschaftliche Ereignisse statt, wie Konzerte, Messen und Ausstellungen.

Der Park zieht nicht nur im Sommer zahlreiche Besucherinnen und Besucher aus dem In- und Ausland an und ist beliebtes Ausflugsziel. Für die Münchnerinnen und Münchner ist er Erholungsfläche zum Joggen, Spazieren gehen oder einfach nur, um im Gras die Sonne zu genießen.

Das Olympiastadion diente bis zur Eröffnung der Allianz Arena 2005 dem FC Bayern München als Heimstadion. Zahlreiche Meisterschaften wurden hier ausgetragen, zahlreiche Fans kamen ins Stadion, um ihren Fußballclub zu unterstützen.

Die Olympia-Schwimmhalle ist heute ein öffentliches Schwimmbad. Nach einer dreijährigen Sanierung findet am 15. November 2019 ein großes Bürgerfest statt. Oberbürgermeister Dieter Reiter wird die Schwimmhalle feierlich eröffnen. Es gibt neue Attraktionen, wie zum Beispiel ein Kinderplanschbecken und eine Schneekabine.

Das Eisstadion wird ebenfalls für verschiedene sportliche Veranstaltungen genutzt.

Der Olympiasee ist beliebtes Ausflugsziel und ein Ort zum Verweilen. Er hat sich aber auch als eine wichtige Zwischenstation für Zugvögel auf ihrer jährlichen Wanderungen entwickelt. Am See gelegen sind die Seebühne und das Theatron. Während die ursprünglichen Pläne, die Seebühne nach den Spielen weiterhin als Veranstaltungsort zu nutzen schnell verworfen wurden, zieht das Theatron bis heute viele Menschen in den Olympiapark: Zu kostenlosen Open-Air-Konzerten oder wenn Münchner Nachwuchsbands ihr Können unter Beweis stellen, wie beim Theatron Musik-Sommer.

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