Neugestaltung Ludwigstrasse

Freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb mit Ideenteil zur Neugestaltung der Ludwigstraße in München

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MDP Michel Desvigne Paysagiste SARL, Paris mit PCA-STREAM, Paris
1. Preis

Realisierungswettbewerb entschieden

(4. Mai 2026) Der freiraumplanerische Realisierungswettbewerb mit Ideenteil nach der RPW (Richtlinie für Planungswettbewerbe) zur Neugestaltung der Ludwigstraße in München ist entschieden. Die Jury hat den Entwurf des Landschaftsarchitekturbüros MDP Michel Desvigne Paysagiste SARL, Paris mit PCA-STREAM, Paris zur Realisierung empfohlen.

Die Umgestaltung steht in direktem Zusammenhang mit dem geplanten Umbau des Sperrengeschosses der U-Bahnhaltestelle Odeonsplatz durch die SWM/MVG und die im Anschluss erforderliche Wiederherstellung der Oberfläche. Zudem eröffnet die im vergangenen Jahr für den motorisierten Verkehr neu geschaffene Option, von Norden kommend über den Oskar-von-Miller-Ring den Altstadtring zu erreichen, großes Potential für eine alternative Raumaufteilung. Die heute bis zu sechs Fahrspuren der Ludwigstraße im Bereich zwischen Brienner Straße und Oskar-von-Miller-Ring können zukünftig auf zwei Fahrspuren verringert werden. Daraus ergibt sich die Möglichkeit, die unterschiedlichen Verkehrsarten einschließlich des Busverkehrs im Bereich der südlichen Ludwigstraße neu zu ordnen und Flächen hinzuzugewinnen, zugunsten einer höheren Aufenthalts- und Gestaltungsqualität.

Um der herausragenden städtebaulichen und baukulturellen Bedeutung von Odeonsplatz und Ludwigstraße gerecht zu werden, hatte der Stadtrat das Baureferat beauftragt, einen Gestaltungswettbewerb durchzuführen. Eines der maßgeblichen Ziele der Auslobung war es, auch eine klimaverantwortliche Gestaltung mit Begrünung und Entsiegelung zu erreichen. Am Wettbewerb haben zwölf renommierte nationale und internationale Landschaftsarchitekturbüros teilgenommen. Der Wettbewerb gliederte sich in einen Reali­sierungsteil und einen Ideenteil. Der Realisierungsteil umfasst den Odeonsplatz und den südlichen Abschnitt der Ludwigstraße bis zur Von-der-Tann-Straße. Der Ideenteil umfasst den Platz vor der Feldherrnhalle und den Abschnitt der Ludwigstraße zwischen Von-der-Tann-Straße bis einschließlich Geschwister-Scholl- und Professor-Huber-Platz am Hauptgebäude der Ludwig-Maximilians-Universität.

Das Baureferat (Gartenbau) hat den Wettbewerb federführend gemeinsam mit den betroffenen Fachreferaten der Landeshauptstadt München sowie dem Landesamt für Denkmalpflege vorbereitet. In der weiteren Vorbereitung des Wettbewerbs wurden zudem mit Anlieger*innen und Interessensvertreter*innen wie dem Freistaat Bayern (Ministerien, Bauämter, Schlösser- und Seenverwaltung etc.), Anwohner*innen, Gewerbetreibenden, der IAA (Verband der Automobilindustrie), dem Referat für Arbeit und Wirtschaft, dem Kreisverwaltungsreferat sowie dem Festring München e. V. (Oktoberfest Trachten- und Schützenzug) Beteiligungstermine durchgeführt.

Oben im Bild: 1. Preis
MDP Michel Desvigne Paysagiste SARL, Paris mit PCA-STREAM, Paris

Aufgabenstellung

Wettbewerbsumgriff
LHM

Entwurfsaufgabe war es, die Ludwigstraße so umzugestalten, dass sie künftig den Erfordernissen des Klimawandels Rechnung trägt und zur Aneignung durch die Bürgerschaft einlädt. Zwischen den repräsentativen, historischen Gebäuden soll ein Aufenthaltsbereich entstehen, eine Flaniermeile von höchster Qualität und Attraktivität für die Stadtgesellschaft und Gäste aus aller Welt.

Es soll ein Gesamtkonzept entwickelt werden, das der Qualität und Bedeutung des denk­malgeschützten Ensembles unter Berücksichtigung der Erfordernisse der Klimaanpassung gerecht wird. Das Wettbewerbsgebiet in seiner zentralen Innenstadtlage und mit seiner beachtlichen Größe soll im Sinne der Klimaanpassung angemessen entsiegelt, begrünt und damit gekühlt werden. Dabei sollen auch Baumpflanzungen berücksichtigt werden. Ziel ist es, das denkmalgeschützte Ensemble heutigen Anforderungen entsprechend nachhaltig weiterzuentwickeln und die Einzeldenkmäler in ihrer Wirkung zu stärken. Grundlage für die Wettbewerbsentwürfe war die vom Stadtrat beschlossene und mit dem Denkmalschutz abgestimmte Musterlösung zur Neuaufteilung der Verkehrsflächen.

Die anspruchsvolle Aufgabe für die Planer*innen war es, die Anforderungen des Denkmalschutzes und notwendige wirksame Maßnahmen zur Klimaanpassung bestmöglich in Einklang zu bringen.

Entscheidung des Preisgerichts

Alle zwölf teilnehmenden Büros hatten Entwürfe eingereicht. Unter dem Vorsitz der Landschaftsarchitektin und Präsidentin der Bundesarchitektenkammer Andrea Gebhard beurteilte das Preisgericht am 13.02.2026 die eingereichten Entwürfe in einem gemäß RPW-Vorgaben anonymisierten Procedere. Die Jury, bestehend aus 8 Fachpreisrichter*innen und 7 Sachpreisrichter*innen, konnte sich auf drei ausgewählte Entwürfe verständigen, zu denen die Entwurfsverfasser um eine Überarbeitung gebeten wurden.

Am 28.4.2026 kam das Preisgericht erneut zusammen, um die drei überarbeiteten Entwürfe zu beurteilen, und sprach sich für folgende Reihung aus.

  1. Preis: MDP Michel Desvigne Paysagiste SARL, Paris mit PCA-STREAM, Paris  
  2. Preis: TOPOTEK 1, Berlin
  3. Preis: IMI Levin Monsigny, Landschaftsarchitekten, PartGmbB, Berlin

Anerkennung: studioB Landschaftsarchitektur, München

Anerkennung: raum + zeit Landschaftsarchitektur Stadtplanung, Landshut

Zum ersten Preis führt die Jury aus:
Die Verfasserinnen des Entwurfes setzen sich das Ziel, die Ludwigstrasse als großzügigen Raum und städtischen „Saalplatz“ zu gestalten, der durch einen weitgehend durchgängigen Belag und kulissenartig gesetzte Baumhaine akzentuiert werden soll. Die Jury schätzt die Idee der trittsteinartig angeordneten, artenreichen Baumhaine, die dem Raum eine gestalterische Ruhe verleihen und zugleich inselartige, schattige und überwiegend unversiegelte Aufenthaltsbereiche schaffen. Den Stadtbewohnerinnen und -bewohnern und Gästen in der Stadt wird dadurch die Gelegenheit zu geboten, den eindrucksvollen, historisch bedeutsamen Raum intensiv zu erleben. […]

Dazu sagt die Jury-Vorsitzende, Landschaftsarchitektin und Vorsitzende der Bundesarchitektenkammer, Andrea Gebhard:Ich möchte der Landeshauptstadt München gratulieren, den mutigen Schritt gegangen zu sein, ein Ensemble von Weltrang so umzugestalten. Wir stehen vor der Frage der Klimaanpassung unserer Städte. Dieser Wettbewerb zeigt exemplarisch, wie es gelingen kann. Vor vielen Jahrzehnten entstand eine bis heute den Status quo abbildende Raumaufteilung der Ludwigstraße, die ganz auf den Straßenverkehr und das Auto fokussierte. Die vom international renommierten Pariser Büro MDP Michel Desvigne Paysagiste SARL mit PCA-STREAM eingereichte Umgestaltungsidee überzeugt, weil sie den Raum von einem Transitraum in einen Aufenthaltsraum von höchster stadtgestalterischer Qualität umgestaltet. Im Schutz neuen Grüns verspricht dieser Ansatz eine entspannte Nutzung der hinzugewonnenen Aufenthaltsbereiche. Daraus erwächst nicht zuletzt auch eine Chance für das umliegende historische Ensemble. Es erfährt auf neue Art und Weise Wahrnehmung und die ihm gebührende Geltung.

Baureferentin und Sachpreisrichterin Dr.-Ing. Jeanne-Marie Ehbauer sagt:Das Ergebnis des Wettbewerbes kann uns sehr zufrieden stimmen. Jede der ausgewählten Arbeiten hat es geschafft, der hochkomplexen Aufgabenstellung gerecht zu werden, die Entwicklungspotenziale für die Ludwigsstraße und den Odeonsplatz aufzuzeigen und dabei dennoch unterschiedliche Ansätze zu verfolgen. Mein Dank gilt allen Teilnehmerteams für ihre wertvollen Beiträge und den Mitgliedern des Preisgerichts für die engagierte und konstruktive Diskussion. Im Ergebnis können wir nun den Stadtrat mit einem Vorschlag zum weiteren Vorgehen befassen und die neue Oberflächengestaltung mit dem geplanten Umbau des U-Bahnhofs rechtzeitig bestmöglich verzahnen.

1. Preis

MDP Michel Desvigne Paysagiste SARL, Paris
Michel Desvigne
mit
PCA-STREAM, Paris
Philippe Chiambaretta

Landschaftsarchitektin Dipl.-Ing. Franziska Meyer-Fey, Herrsching
Fachplaner Dipl.-Ing. Michael Angelsberger, München

Realisierungsteil

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Ideenteil

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2. Preis

TOPOTEK 1, Berlin
Martin Rein-Cano

Realisierungsteil

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Ideenteil

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3. Preis

ImI Levin Monsigny Landschaftsarchitekten PartGmbB, Berlin
Nicolai Levin

Realisierungsteil

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Ideenteil

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Ausstellung der Wettbewerbsergebnisse

Das Baureferat zeigt alle eingereichten Entwürfe vom 26. Mai bis 7. Juni im Oskar von Miller-Forum (Oskar-von-Miller-Ring 25). Die Öffnungszeiten sind von Montag bis Freitag 9 bis 20 Uhr, am Wochenende von 9 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Anschließend sind die Entwürfe vom 9. bis 19. Juni in der Halle des Technischen Rathauses, Friedenstraße 40, zu sehen. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Donnerstag von 8 bis 19.30 Uhr, freitags von 8 bis 16 Uhr. Der Eintritt ist frei.