Münchens Flora

Im Projekt „Flora von München“ wurden ehrenamtlich von Botanikern und botanisch Interessierten im Stadtgebiet München insgesamt ca. 2500 Pflanzenarten dokumentiert.

Farn- und Blütenpflanzen

Markus Bräu

Er symbolisiert wie kaum eine andere Pflanze die Münchner Grashaiden, die in weiten Teilen des Stadtgebietes in vergangenen Jahrhunderten die Landschaft prägten: der Fransenenzian. Da die oberirdischen Teile bitter schmecken, werden sie von Weidetieren verschmäht. Auch die Schafherden, die seit alters her über die Münchner Haiden zogen, ließen ihn ungeschoren. Sie förderten diese Pflanzen indirekt sogar, indem die Beweidung die notwendige Nährstoffarmut der Standorte schafft bzw. erhält und konkurrierende Vegetation kurz hält.

Markus Bräu

Die im Volksmund Heideröschen (auch Rosmarin-Seidelbast) genannte Art bildet niedrige Sträucher mit 5 bis 30 Zentimetern Höhe und verholzenden Trieben. Sie ist die vielleicht seltenste Pflanze des Stadtgebietes, da bislang nur ein Einzelexemplar auf der Fröttmaninger Haide wiederendeckt wurde. Die seltene Pflanze ist im Münchner Westen (dort ehemals Allacher und Menzinger Haide) sowie im Isartal im Münchner Süden schon vor langem ausgestorben und war auch bei Fröttmaning seit 1897 bis zu ihrem Wiederfund verschollen.

Markus Bräu

Für die Art ist bis heute auch der deutsche Name „Sumpf-Siegwurz“ gebräuchlich: Im Mittelalter glaubte man, wer die Knolle unter der Rüstung trägt, sei im Kampf unverwundbar. Ihre den Winter im Boden überdauernden Knollen sind nämlich mit einem Netz, ähnlich einem Kettenhemd überzogen und sollten daher den Sieg bringen. Sie wächst gerade in Übergangsbereichen von feuchten zu trockenen, nährstoffarmen Wiesen und ist in München beinahe ausgestorben. Bayern trägt in Deutschland die Hauptverantwortung für den Erhalt dieser weltweit gefährdeten und auch europaweit geschützten Art. Aus wenigen im Münchner Raum noch wild vorkommenden Pflanzen wurde die Art nachgezüchtet. Gelingt es, sie an geeigneten Standorten im Münchner Raum wieder anzusiedeln, hätte der Naturschutz einen kleinen Sieg errungen.

Markus Bräu

Diese stattliche Staude mit ihrer exotisch anmutenden Blüte ist eine für lichte Waldbestände wie die Münchner Lohwälder charakteristische Pflanze. Manchmal wachsen auch Exemplare auf Magerrasen in Waldnähe. Leider werden die Blüten nicht nur gerne von Rehen abgefressen, sondern auch immer wieder von Münchner Bürgern als Tischschmuck mitgenommen, sodass die Pflanzen kaum noch zur Samenbildung und Vermehrung kommen. Der Türkenbund verströmt besonders abends und auch nachts einen schweren, süßen Duft, der vor allem langrüsselige Schmetterlinge, wie zum Beispiel Schwärmer als Bestäuber anlockt.

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