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Biodiversität in München

Die Biologische Vielfalt in München ist größer als man auf den ersten Blick vermuten mag. Hier finden Sie genauere Informationen zur Biodiversität und den Biotopen.

Was ist Biodiversität?

Renaturierte Isar im Herbst
Max Pixel

Biodiversität ist der Fachbegriff für Biologische Vielfalt. Dies beinhaltet die Vielfalt von Ökosystemen (Lebensräumen) und der Arten (Tiere, Pflanzen, Pilze und Mikroorganismen) genauso wie die genetische Variabilität innerhalb einer Art.

Neben dem Klimawandel ist der Verlust der biologischen Vielfalt eines der zentralen Umweltprobleme des 21. Jahrhunderts.

Daher hat der Stadtrat 2018 die „Biodiversitätsstrategie München“ beschlossen. In 15 verschiedenen Handlungsfeldern werden Maßnahmen entwickelt, um weitere Verluste an Arten zu verhindern.

Isar

Biotope in München

München ist eine grüne Stadt. Naturnahe Parkanlagen, Wälder, Auen- und Haidelandschaften sowie die renaturierte Isar zeugen davon.
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Große Wollbiene

Biologische Vielfalt in München

Großstadt München: Ein Hot-Spot der Artenvielfalt
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Grasheide auf der Panzerwiese

Schutzgebiete in München

In München gibt es vier Naturschutzgebiete und 18 Landschaftsschutzgebiete.
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FAQ's zur „Flächenkulisse Biodiversität“

2020 haben im gesamten Münchener Stadtgebiet die vegetationskundliche Kartierungsarbeiten für die „Flächenkulisse Biodiversität“ zur Aktualisierung naturschutzrelevanter Daten begonnen.

Die Arbeiten sollen bis Herbst 2022 abgeschlossen werden. München ist mit zahlreichen Tier- und Pflanzenarten ein „Hotspot“ der Artenvielfalt. Vor diesem Hintergrund sind aktuelle Kenntnisse über für den Naturschutz bedeutsame Flächen in Bezug auf das Thema Artensterben von besonderer Bedeutung. Ziel der Kartierungen ist es, die Flächen zu ermitteln, die für eine langfristige Sicherung der Biodiversität in der Stadt besonders wichtig sind.

Die Kartierungsarbeiten sind von der Unteren Naturschutzbehörde beauftragt und werden von einem Münchner Fachbüro ausgeführt.

Für die Kartierungen wird die Biotopwertliste der Bayerischen Kompensationsverordnung zu Grunde gelegt. Es handelt sich um eine standardisierte Erfassungs- und Bewertungsmethode, die in Bayern seit einigen Jahren für viele Vorhaben anzuwenden ist. Deshalb können bereits durchgeführte, aktuelle Kartierungen mitberücksichtigt werden und die Entwicklung von Lebensräumen über längere Zeiträume hinweg verglichen werden.

Genauso wie die Ergebnisse der amtlichen Biotopkartierung des Bayerischen Landesamts für Umwelt (LfU) werden auch die Ergebnisse der Kartierung zur Flächenkulisse Biodiversität frei zugänglich sein und in geeigneter Weise (auf der Internetseite der Landeshauptstadt München) veröffentlicht werden.

Eigentlich dient die Biotopwertliste als Grundlage für die Bewertung, wie groß der durch ein Vorhaben verbundene Eingriff in Natur und Landschaft ist, um daraus den Bedarf an Ausgleichs- oder Ersatzflächen zum jeweiligen Vorhaben zu berechnen und die Ziel- Lebensräume für diese Flächen festzulegen.

Sie kann aber auch für die „Flächenkulisse Biodiversität“ verwendet werden: Die in der Liste enthaltenen Biotopwerte wurden von Fachleuten nach den naturschutzfachlichen Kriterien Seltenheit/ Gefährdung, Wiederherstellbarkeit/ Ersetzbarkeit und Natürlichkeit gewertet. Die Biotopwerte stellen aber auch eine gute Grundlage für die Einschätzung dar, welche Flächen für die Erhaltung der Artenvielfalt in München besonders wichtig sind.

Die klassische Biotopkartierung erfasst nur einen Ausschnitt der wertvollen Lebensräume, während mit der Biotopwertliste nicht nur die wertvollen Biotope, sondern auch weniger wertvolle erfasst werden können, so dass sie besser dazu geeignet ist, Entwicklungen darzustellen. Hinzu kommt, dass gerade in München einige besonders wichtige Arten, wie der Idas-Bläuling, auch in Lebensräumen vorkommen, die nach der Anleitung für die Biotopkartierung nicht als Biotop erfasst werden.

Diese „klassische“ Biotopkartierung kann bei Bedarf zusätzlich durchgeführt werden. Sie verspricht im Vergleich zur Erfassung nach der Biotopwertliste aber keine wesentlichen, zusätzlichen Erkenntnisse für die weitere naturschutzfachliche Planung oder die Stadtentwicklung.

Erfasst werden alle Biotop- und Nutzungstypen der Biotopwertliste der Bayerischen Kompensationsverordnung innerhalb des Stadtgebiets (Kartierkulisse). Die Auswahl der zu untersuchenden Flächen erfolgte im Vorfeld durch die Untere Naturschutzbehörde und enthält im wesentlichen folgende Flächen:

  • kartierte Biotope aus der letzten amtlichen Biotopkartierung von 1998/ 99
  • für den Naturschutz bedeutsame Flächen aus dem Arten- und Biotopschutzprogramm (ABSP) der Landeshauptstadt München
  • Ausgleichs- und Ersatzflächen für durchgeführte Vorhaben
  • bedeutende Grünzüge und Biotopvernetzungsflächen

Die Aktualisierung der naturschutzrelevanten Daten soll die Flächen in München ermitteln, die für den langfristigen Erhalt der Biodiversität unverzichtbar sind und darauf aufbauend das Gesamtkonzept „Flächenkulisse Biodiversität“ entwickeln, das zukünftig als Grundlage für städtische Planungen berücksichtigt werden kann.

Die Kartierung liefert auch wichtige Daten für alle Dienststellen und Eigenbetriebe in der Landeshauptstadt München, die im weitesten Sinne mit „grünenThemen befasst sind.

Zu Beginn der Biotopkartierung erfolgen eine amtliche Bekanntmachung der Landeshauptstadt München sowie begleitende Pressemitteilungen. Da die Kartierungen fast das gesamte Gebiet der Landeshauptstadt München mit einer Vielzahl an Einzelflächen betreffen, ist eine persönliche Benachrichtigung der Eigentümer*innen leider nicht möglich.

Der überwiegende Anteil der zu kartierenden Flächen liegt in der freien Landschaft und ist frei zugänglich. Eine Betretung dieser Flächen ist daher vom Grundsatz her bereits über die allgemeinen Betretungsregelungen des Naturschutzrechtes gestattet. Darüber hinaus gewährt Artikel 54 Bayerisches Naturschutzgesetz den Bediensteten und Beauftragten der Naturschutzbehörden ein noch weiter gehendes Zutrittsrecht für Erhebungen im Rahmen der Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgaben.

Zu diesen gesetzlichen Aufgaben der Naturschutzbehörden gehört unter anderem die Beobachtung zur gezielten und fortlaufenden Ermittlung, Beschreibung und Bewertung des Zustandes von Natur und Landschaft und ihrer Veränderungen einschließlich der Folgen und Ursachen dieser Veränderungen. Die von der Unteren Naturschutzbehörde beauftragten vegetationskundlichen Kartierungsarbeiten für eine „Flächenkulisse Biodiversität“ dienen der Erfassung und Aktualisierung naturschutzrelevanter Daten und damit dem gesetzlichen Auftrag.

Wenn Sie im Besitz eines Grundstücks mit zu kartierenden Flächen sind, müssen Sie vor dem Betreten in geeigneter Weise benachrichtigt werden. Diese gesetzliche Benachrichtigungspflicht wird durch die Bekanntmachung erfüllt. Sollte es für die Kartierung ausnahmsweise erforderlich sein, ein eingezäuntes Grundstück zu betreten, wird vorab eine Terminvereinbarung angestrebt.

Die Untere Naturschutzbehörde bittet um Verständnis und – soweit erforderlich – um Mitwirkung, um das Betreten von Grundstücken zu ermöglichen.

Die Mitarbeiter*innen des Fachbüros, die die Kartierung durchführen, können sich durch ein Schreiben der Unteren Naturschutzbehörde ausweisen. Die rechtliche Grundlage dafür finden Sie hier .

Biodiversität ist der Fachbegriff für Biologische Vielfalt. Dies beinhaltet die Vielfalt von Ökosystemen (Lebensräumen) und der Arten (Tiere, Pflanzen, Pilze und Mikroorganismen) genauso wie die genetische Variabilität innerhalb einer Art.

Neben dem Klimawandel ist der Verlust der biologischen Vielfalt eines der zentralen Umweltprobleme des 21. Jahrhunderts.

Daher hat der Stadtrat 2018 die „Biodiversitätsstrategie München“ beschlossen. In 15 verschiedenen Handlungsfeldern werden Maßnahmen entwickelt, um weitere Verluste an Arten zu verhindern.

Mit der „Flächenkulisse Biodiversität“ sollen die Räume definiert werden, die für den Erhalt der Biodiversität in München unverzichtbar sind. Dies sind insbesondere Flächen, die nicht oder nur über sehr lange Zeiträume wiederherstellbar sind, sowie Flächen mit einem unwiederbringlichem Artenvorkommen.

Trotz anhaltenden starken Siedlungsdrucks weist München immer noch eine erstaunlich hohe Standort- und Artenvielfalt auf. Dies ist begünstigt durch die Lage im Übergangsbereich des voralpinen Hügellands mit Wäldern, Mooren, Heiden und der Isar als wichtige Vernetzungsachse. In München liegt der Verbreitungsschwerpunkt einiger bayern- oder sogar deutschlandweit gefährdeter und hochgradig geschützter Arten.

Die letzte umfassende Aktualisierung naturschutzfachlicher Daten fand vor über 20 Jahren im Rahmen der zweiten Biotopkartierung des Bayerischen Landesamtes für Umwelt statt. Diese Daten sind an vielen Orten nicht mehr aktuell. Mittlerweile haben sich Biotope verändert, sind nicht mehr vorhanden oder neu entstanden. Mit der vorhandenen Biotopkartierung ist deshalb keine Einschätzung mehr möglich, welche Flächen und Maßnahmen aktuell für den Erhalt der Biodiversität in München unverzichtbar sind.

Deshalb ist es zunächst notwendig, die naturnahen Flächen im Stadtgebiet so vollständig wie möglich neu zu erfassen.

Die erfassten Flächen sollen anschließend entsprechend ihrer Bedeutung für die Biodiversität ausgewertet werden. Dabei kommt es vor allem auch darauf an, welche Lebensräume nicht wiederhergestellt werden können oder sich nur über sehr lange, von heute aus nicht überschaubare Zeiträume entwickeln können. Hinzu kommen die für den Erhalt der Artenvielfalt erforderlichen weiteren Flächen. Dies sind zum Beispiel Pufferflächen und Biotopverbundflächen. Insgesamt bilden diese Flächen die „Flächenkulisse Biodiversität“.

Die „Flächenkulisse Biodiversität“ und die Kartierungen zur Aktualisierung naturschutzfachlicher Daten im Rahmen der Flächenkulisse Biodiversität haben keine unmittelbaren rechtlichen Folgen.

Insbesondere ist mit der Kartierung keine Ausweisung von Schutzgebieten verbunden. Es wird lediglich festgestellt, um was für einen Biotoptyp es sich handelt und welche Wertigkeit dieser hat.

Allerdings unterliegen manche der ökologisch hochwertigen Flächen einem direkten Schutz durch die Naturschutzgesetze. Vor allem ist es verboten, solche Biotope zu zerstören oder zu verändern. Dieser gesetzliche Schutz gilt jedoch unabhängig davon, ob die Flächen in einer Biotopkartierung oder in den demnächst erfolgenden Kartierungen für die „Flächenkulisse Biodiversität“ erfasst wurden. Maßgeblich ist immer der aktuelle Zustand der Fläche vor Ort.

Solche Biotope sind z.B. Moore, seggen- und binsenreiche Nasswiesen, Quellbereiche, Magerrasen und wärmeliebende Säume. Die Einstufung dieser Biotope erfolgt anhand der methodischen Vorgaben des Landesamtes für Umweltschutz (LfU).

Die Erfassung von wertvollen Biotopen im Rahmen der Biotopkartierung ist eine rein fachliche Untersuchung ohne unmittelbare rechtliche Verbindlichkeit, das heißt, es wird lediglich festgestellt, dass eine Fläche ökologisch gesehen sehr wertvoll ist.

Rechtliche Einschränkungen können sich allerdings ergeben aus:

  • Schutzgebietsverordnungen (Münchner Stadtrecht)
  • bestehenden Gesetzen, z.B. § 30 des Bundesnaturschutzgesetzes- BNatSchG, der bestimmte Biotoptypen unter besonderen Schutz stellt

Diese Einschränkungen gelten aber für alle Flächen, auch für solche, die nicht ausdrücklich als Biotop kartiert sind.

Lagepläne mit dem genauen Umgriff der Biotopfläche und mit dem Geltungsbereich von betroffenen Schutzgebietsverordnungen können Sie beim Vermessungsamt der Stadt München-Kundenzentrum (Blumenstraße 28b Zi. 564) käuflich erwerben.

Die Biotopbeschreibung kann bei der Unteren Naturschutzbehörde nach telefonischer eingesehen werden.

Münchens Biodiversitätsstrategie

Münchens Artenvielfalt ist bemerkenswert: Je nach Arten­gruppe sind 30 bis 60 Prozent aller bayerischen Arten in München vertreten, weshalb auf alle Gruppen hoch­gerechnet mit mindestens 9.000 Arten zu rechnen ist.

Um diese Vielfalt zu bewahren hat der Stadtrat der Landeshauptstadt München bereits Ende 2018 die vom damaligen Referat für Gesundheit und Umwelt, jetzt Referat für Klima- und Umweltschutz,  gemeinsam mit weiteren Fachreferaten erarbeitete Strategie zum Erhalt der Biologi­schen Vielfalt Münchens – die Biodiversitätsstrategie – einstimmig beschlossen. Sie zielt darauf ab, Siedlungswachstum und Verantwortung für den Erhalt der biologischen Vielfalt bestmöglich zu vereinbaren.

Nähere Informationen können Sie der Broschüre „Biodiversitätsstrategie München “ (PDF, 2 MB) entnehmen, die die wichtigsten Lebensraumty­pen Münchens mit ihren Naturschätzen kurz vorstellt und die strategischen Handlungs­schwerpunkte in den 20 unterschiedenen Handlungsfeldern aufzeigt.

Der Flyer „NaturVielfalt in München “ (PDF, 401KB) enthält einige Tipps, wie auch Sie zum Erhalt der biologischen Vielfalt beitragen können.

Auf der Seite vom Bayrischen Ladesamt für Umwelt können seltene und bedrohte Arten gemeldet und eingesehen werden.

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