Die Isar

Die Isar ist ein städtischer Natur- und Erholungsraum mit grünen Ufern und weiträumigen Kiesbänken.

Ein wertvolles natur- und kulturhistorisches Ensemble

Die Isar entspringt im Karwendelgebirge und mündet bei Deggendorf in die Donau. Sie durchfließt auf circa 14 Kilometern das Stadtgebiet Münchens von Südwest nach Nordost.

Seit der Stadtgründung ist sie verbindende Lebensader und trennendes Hindernis. Die innerstädtische Isar mit ihren Brücken, Ufermauern, Wehranlagen und Hochwasserwiesen stellt ein kulturhistorisch wertvolles Ensemble dar. Eine besondere Rolle spielen die Isar-Brücken, die durch ihre künstlerische Gestaltung dem Landschaftsraum Isar etwas Besonderes verleihen.

Die renaturierte Flusslandschaft der Isar mit ihren flachen Ufern, Kiesbänken und Auen bildet heute den zentralen Natur- und Erholungsraum in München.

Vielfältige Flusslandschaft für Aktivitäten unter freiem Himmel

Eine wichtige Funktion kommt den Isarauen als städtischer Erholungsraum zu. Die Uferflächen bieten Raum zum Radeln, Spazierengehen, Baden, Bootfahren, Erholen und Grillen. Es gibt wenige Reglements und Einschränkungen. Nicht die Größe der Fläche zählt in diesem Zusammenhang, sondern ihre Erreichbarkeit, ihre Nutzbarkeit und das direkte Naturerlebnis.

Auch ohne Gestaltung nach parkplanerischen Aspekten finden sich hier Freiräume, in denen sich die Menschen auf unterschiedlichste Weise erholen können. An den Ufern und auf den Brücken kann man flanieren und den Blick weit in die Flusslandschaft schweifen lassen, auf den Kiesbänken kann man lagern und spielen und ein Stück Natur mitten in der Stadt genießen.

Baden und Bootfahren in der Isar

Die Isar bietet an ihren Ufern großen und kleinen Wassernixen schöne Liegeflächen. Rund um den Flaucher findet man weitläufige Kiesbänke mit flachen Wasserstellen, die besonders für kleinere Kinder geeignet sind. Für das leibliche Wohl sorgen entlang der Uferbereiche Kioske und Biergärten. Grillen ist in bestimmten "Grillzonen" gestattet.

Bitte beachten Sie: Das Baden und Bootfahren in der Isar ist - auf eigene Verantwortung - nur in bestimmten Bereichen gestattet. Bitte informieren Sie sich aktuell über die Uferbereiche, die als Badezonen und zum Bootfahren ausgewiesen sind.

Durch die Inbetriebnahme von UV-Desinfektionsanlagen in den Klärwerken ist die Isar deutlich sauberer geworden. Die EG-Richtlinie für Badegewässer konnte häufig eingehalten werden. Jedoch ist die Isar ein Wildfluß, für den - besonders nach starken Regenfällen - keine konstante Badewasserqualität garantiert werden kann. Bitte informieren Sie sich deshalb stets aktuell über die Wasserqualität der Isar. Das Tauchen mit Atemgeräten ist in der Isar nicht erlaubt.

Der Isar Plan - Befreiung der Isar aus ihrem Korsett

Die Isar-Renaturierung zielt auf eine Verbesserung des Hochwasserschutzes, eine naturnahe Flusslandschaft und einen hohen Freizeitwert

Bestrebungen, die Isar im Stadtgebiet in einigen Abschnitten aus ihrem Korsett aus befestigten Ufern zu befreien und zu renaturieren, gab es schon Mitte der 80er Jahre. Seit Juni 2011 ist die Isar nun zwischen Großhesseloher Wehr und dem Deutschen Museum in ihrer neuen, natürlichen Vielfalt erlebbar. 

Mit dem Projekt wurden drei maßgebende Ziele verfolgt:

  1. Besserer Schutz vor Hochwasser
  2. Mehr Raum und Naturnähe für die Flusslandschaft
  3. Höhere Qualität für Freizeit und Erholung

Historie der wasserbaulichen Maßnahmen an der Isar

Die ersten wasserbaulichen Maßnahmen zur Regulierung des Wasserstandes reichen bis in das Mittelalter zurück. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde damit begonnen, die Ufer zu befestigen und den Fluss teilweise zu kanalisieren. Wehre, Ufermauern und ein festes Flussbett sollten die Gefahr eines Hochwassers für die angrenzenden Stadtteile eindämmen. Weitere regulierende Maßnahmen waren nötig, als Anfang des 20. Jahrhunderts die ersten Wasserkraftwerke ans Netz gingen.

In den 1980er Jahren folgte die Kehrtwende, der Ruf nach mehr Naturnähe in den "korrigierten" Flussstrecken wurde lauter. Die neuen Standards für den Hochwasserschutz wurden nicht überall eingehalten und der "Erholungsdruck" im Stadtgebiet nahm zu. In der Folge brachte der Stadtrat 1988 den Isar-Plan auf den Weg - ein Renaturierungsprojekt, das unter Einbindung von Bürgerschaft, Verbänden und politischen Gremien seit 1995 im Rahmen einer offenen Planung vorangetrieben wurde.

Die "Steine ins Rollen" brachte damals wie heute das Thema Hochwassersicherheit. Mitte des 19. Jahrhunderts führte dies zur ersten großen "Isarkorrektion" - Anfang 2000 zur beispielhaften Isar-Renaturierung.

Die Renaturierungsmaßnahmen

Im Rahmen der Renaturierung wurde das Flussbett erweitert und die Hochwasserdeiche wurden instand gesetzt. Die steinernen Ufer sind flachen, teilweise terrassenförmigen, begehbaren Ufern gewichen. Es entstanden Kiesflächen und natürliche Uferformationen mit vielen Erholungsmöglichkeiten sowie interessante Sichtbeziehungen zum Fluss. Eine ausreichende Wasserführung und -qualität verbesserte den Lebensraum von Fauna und Flora.

Vom Kulturfluss zum Naturfluss

Der voralpine Wildfluss Isar zeigt heute seine Herkunft wieder und erledigt die wichtigste und schönste Aufgabe selbst - er gestaltet sich sein Flussbett im Laufe der Zeit eigenständig.

DWA verleiht Preis für Isar-Plan

Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. (DWA) hat 2007 erstmals den DWA-Gewässerentwicklungspreis für vorbildlich durchgeführte Maßnahmen zur Erhaltung, naturnahen Gestaltung und Entwicklung von Gewässern im urbanen Bereich verliehen. Die ersten – gemeinsamen – Preisträger sind das Wasserwirtschaftsamt München und die Landeshauptstadt München für das Projekt Isar-Plan.

Der Isar-Plan im Zeitraffer

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