Biotope in München

München ist eine grüne Stadt, ihre Natur ist äußerst vielfältig. Naturnahe Parkanlagen, Wälder, Auen- und Haidelandschaften sowie die renaturierte Isar zeugen davon.

Vorteile naturnaher Lebensräume in der Großstadt

Naturnahe Lebensräume mit seltenen oder gefährdete Tier- und Pflanzenarten oder mit einer besonders großen Artenvielfalt sind schutzbedürftig und werden gemeinhin als „Biotope“ bezeichnet. Zu solchen Biotopen können nicht nur Tümpel, Weiher oder Moore, sondern gerade auch wertvolle Trockenstandorte, Fließgewässer, Wälder sowie auf den ersten Blick recht unscheinbare Naturbereiche wie etwa Hecken oder naturnahe Gärten zählen.

In einer Großstadt wie München sind die Vorteile von intakten Biotopen vielfältig:

  • Sie sichern die natürliche Vielfalt (Biodiversität)
  • Sie tragen zur Verbesserung des Stadtklimas bei, da Pflanzen staubförmige Immissionen filtern können und auch durch die Sauerstoffproduktion die Frischluftzufuhr verbessern
  • Biotope verbessern die Wasserrückhaltung. Bei heftigen und langanhaltenden Regenfällen bilden die vegetationsbedeckten Freiflächen in der Stadt einen Wasserspeicher
  • Biotope mit altem Gehölzbestand tragen zum Lärmschutz bei
  • Sie dienen als Erholungs- und Rückzugsraum in einer Großstadt und ermöglichen Naturerleben direkt vor der Haustüre

Lebensraumtypen in München

Markus Bräu

Feuchtbiotope sind waldfreie, nasse bis feuchte Standorte. Diese beherbergen ganz besondere Lebensgemeinschaften, wenn sie nur extensiv genutzt oder entsprechend gepflegt werden.

An den Rändern der Schotterebene lagen im Münchner Westen, Nordwesten und Nordosten einst die ausgedehnten Feuchtgebiete des Dachauer und Erdinger Mooses, die mit ihren Ausläufern weit ins Stadtgebiet reichten. Auch wenn davon nur kleine Flächen übrig blieben, sind diese voll von Leben: Sie beherbergen viele Arten, die nur dort und in keinem anderen Lebensraum ein Auskommen haben.

Markus Bräu

Kiesböden, wie sie für große Teile Münchens typisch sind, lassen Regenwasser rasch versickern und trocken in niederschlagsarmen Zeiten stark aus. Durch die Bodentrockenheit sind weniger Nährstoffe für die Pflanzen verfügbar und es entstehen „Magerrasen“. Die Vegetation solcher Flächen ist besonders reich an Pflanzenarten, die einer vielfältigen Fauna Nahrung und Lebensraum bieten.

Zahl und Anteil an seltenen und bedrohten Spezies nehmen den Spitzenplatz unter den in München vertretenen Lebensraumtypen ein.

Im Münchner Raum erstreckten sie sich einst über riesige Flächen ein, die Kalkhaiden. Sie werden zur Unterscheidung von den ihrem Charakter und Arteninventar völlig abweichenden, von Besenheide geprägten Flächen anderer Regionen traditionell mit „ai“ geschrieben. Obwohl ihre Größe heute nur noch wenige Prozent ihrer ursprünglichen Flächenausdehnung umfasst, sind noch mehrere Hundert Hektar erhalten, die zu den bedeutendsten Magerrasen Bayerns zählen. Die größten sind die Nordhaiden (Fröttmaninger Haide, Panzerwiese) und die ebenfalls unter europäischem Schutz stehende Allacher Haide, aber auch die Langwieder Haide und einige neu angelegte Flächen sind aufgrund ihres biologischen Reichtums überregional bis landesweit bedeutsam.

Markus Bräu

Wälder sind "grüne Lungen" inmitten der Stadt, die auch als wichtige Naherholungsgebiete dienen.

Was weniger bekannt ist: Obwohl sie nur eine relativ geringen Teil des Münchner Stadtgebietes einnehmen, sind sie keineswegs einheitlich, sondern äußerst vielgestaltig. Ein Grund sind die unterschiedlichen Standortbedingungen. Verschiedene historische Nutzungsformen erhöhten die Vielfalt zusätzlich und sind vielerorts bis heute im Waldbild erkennbar.

Markus Bräu

Das bekannteste Fließgewässer Münchens ist die Isar. In den vergangenen Jahren ist die Isar sukzessive renaturiert worden. Ihr künstliches Korsett wich einem natürlichen Flussverlauf, der der Isar auch inmitten der Stadt ihren ursprünglichen Charakter teilweise zurückgibt. Der Isar-Plan schenkte der Isar neues Leben - Kiesbänke machen ihre alpinen Ursprung wieder sichtbar und laden Münchnerinnen und Münchner zum Verweilen ein. Mehr noch: Die Lebensbedingungen für Fische wie die Koppe haben sich deutlich verbessert und sogar der imposante Huchen kommt wieder zum Laichgeschäft ins Stadtgebiet.

In früheren Zeiten entstanden zahlreiche, heute größtenteils wieder verfüllte oder überbaute Stadtbäche insbesondere zur Versorgung von Mühlen oder zur Wasserkraftnutzung. Neben solch künstlich angelegten Fließgewässern sind die Isaraue, aber auch die Mooslandschaften des Münchner Westens und Nordwestens reich an natürlichen, wenn auch heute nur noch abschnittsweise naturnahen Bächen.

Natürliche Stillgewässer gibt es in München lediglich in den Isar- und Würmauen sowie in Form von zeitweise wasserführenden Kleingewässern auch an Stellen mit undurchlässigeren Böden. Durch den Einfluss des Menschen hat sich das Angebot an Stillgewässern deutlich erhöht: Größere Baggerseen beispielsweise sind im Winter wichtige Rastplätze oder Überwinterungsquartiere für Wasservögel. Im Nymphenburger Park hingegen konnten sich Weiher relativ naturnah entwickeln und dienen als Laichplatz für Amphibien wie die Erdkröte; auch Larven diverser Libellenarten und vielen anderen wirbellosen Tieren bieten Stillgewässer einen Lebensraum.

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