Aufarbeitung der Heimerziehung

Zur Aufarbeitung der Heimerziehung, Pflege und Adoption von Kindern und Jugendlichen ab 1945 hat die LHM eine unabhängige Expert*innenkommission einberufen.

Anlaufstellen für Betroffene

  • Betroffene, die Ansprüche auf Soforthilfe und Anerkennungsleistungen stellen möchten, können sich an folgende Stelle wenden:
    Anlaufstelle für Betroffene
    E-Mail: anlaufstelle@kinderschutz.de
    Telefon: 089 231716-9170
    www.kinderschutz.de/anlaufstelle
  • Betroffene, die an der Aufarbeitung als Mitglied des Betroffenenbeirat mitwirken wollen, können sich bis 15.09.2022 an folgende Stelle wenden:
    E-Mail: kommission@muenchen.de
    Telefon: 089 233 47181

Was ist die Kommission? Was macht sie?

Die vom Stadtrat berufene, unabhängige Expert*innenkommission hat sich zum Ziel gesetzt, die Geschehnisse in den Heimen, Pflege- und Adoptivfamilien, in denen Kinder durch die Landeshauptstadt untergebracht waren, lückenlos aufzuklären. Zudem untersucht die Kommission auch die Erfahrungen nach der Unterbringung: viele Geschädigte hatten bereits frühzeitig auf traumatisierende Erfahrungen hingewiesen, wurden aber nicht ernst genommen oder sogar diffamiert und abgelehnt. Auch nach 2010 machten viele Geschädigte diese Erfahrung. Die Kommission wird dazu beitragen, dass erfahrenes seelisches und körperliches Leid anerkannt wird und somit den Betroffenen, wenn auch erst sehr spät, Gerechtigkeit widerfährt. Die Kommission wird eine Ausschreibung zur wissenschaftlichen Aufarbeitung herausgeben und diese federführend begleiten. Ebenso sind Betroffene als Zeug*innen und Geschädigte vergangener Gewaltformen eingeladen, an der wissenschaftlichen Aufarbeitung mitzuwirken.

Die Landeshauptstadt München stellt sich ihrer Verantwortung für die Missstände in ihren Institutionen und in den von ihr beauftragten Einrichtungen und möchte eine entsprechende Anerkennungskultur schaffen. Den Betroffenen soll vor Politik, Institutionen und der

Stadtgesellschaft das ihnen zustehende Gehör verschafft und ihr Leid anerkannt werden. Im Zeitraum von 1945 bis in die Gegenwart arbeitet die Expert*innenkommission alle Fälle von Missbrauch unabhängig vom Zeitpunkt des Geschehens auf, die im Aufarbeitungsprozess zu Tage kommen.

Wer ist Mitglied in der Kommission?

Die unabhängige Expert*innenkommission setzt sich aus 14 Mitgliedern aus unterschiedlichen Bereichen zusammen, von denen fünf aufgrund ihrer Nähe zu Institutionen oder Organisationen nur beratende Funktion haben und nicht stimmberechtigt sind. Diese Mitglieder haben die Aufgabe, die Aufarbeitung transparent, kritisch und mit dem Fokus auf den Belangen der Betroffenen zu steuern.

 

Stimmberechtigte Mitglieder

Zusätzlich nach Entsendung durch den Betroffenenbeirat:
Zwei Mitglieder aus dem Bereich der Betroffenen

Ignaz Raab

Ignaz Raab
Ignaz Raab

Vorsitzender der Kommission
Leiter des Kommissariats für Sexualdelikte im Ruhestand

Carola Baumgartner

Carola Baumgartner
Carola Baumgartner

Stellvertretende Vorsitzende der Kommission
Stv. Außenstellenleiterin WEISSER RING Ebersberg und EHS Beraterin Bayern Süd

Prof. Dr. Heiner Keupp

Prof. Dr. Heiner Keupp
Prof. Dr. Heiner Keupp

Em. Professor für Sozialpsychologie der LMU und Mitglied der Aufarbeitungskommission des Bundes

Dr. Petra Schmid-Urban

Dr. Petra Schmid-Urban
Dr. Petra Schmid-Urban

Diplom-Soziologin
Stv. Sozialreferentin im Ruhestand

Jörg Jaegers

Jörg Jaegers
Jörg Jaegers

Traumatherapeut

Christine Strobl

Bürgermeisterin a.D.

Dr. Christine Rädlinger

Dr. Christine Rädlinger
Dr. Christine Rädlinger

Historikerin

Beratende Mitglieder

Zusätzlich nach Beauftragung der wissenschaftlichen Aufarbeitung:
Zwei Personen des wissenschaftlichen Instituts, das die Aufarbeitung durchführt

Esther Maffei

Esther Maffei
Esther Maffei

Leiterin Stadtjugendamt

Gundula Brunner

Gundula Brunner
Gundula Brunner

Geschäftsführende Vorständin IMMA e.V.

Cornelia Abeltshauser

Cornelia Abeltshauser
Cornelia Abeltshauser

Stadtjugendamt
Geschäftsführung der Expert*innenkommission

Welche Aufgabe hat der Betroffenenbeirat?

Die Expert*innenkommission lädt Betroffene ein, sich bei der Aufarbeitung der Heimerziehung, Pflege und Adoption von Kindern und Jugendlichen mit ihrem Wissen und ihren Erfahrungen zu beteiligen. Der Betroffenenbeirat ist in unmittelbarer Zusammenarbeit mit der Expert*innenkommission ein wichtiger Impulsgeber für den Aufarbeitungsprozess. Aufgabengegenstand ist dabei die Behandlung aller Formen von Gewalt, wie z.B. sexualisierte, psychische, körperliche und behördliche Gewalt im Verantwortungsbereich und in der Kooperation mit der LHM bei der Unterbringung von Kindern.

Die Bewerbung für den Betroffenenbeirat steht Personen offen, die selbst im Sinne der aufgezählten Gewaltformen Betroffene sind sowie Personen, die die Anliegen der Geschädigten in deren Sinne vertreten und dies plausibel begründen können. Das Mindestalter für die Mitgliedschaft im Betroffenenbeirat liegt bei 18 Jahren.

Der Betroffenenbeirat setzt sich ebenso wie die Expert*innenkommission aus bis zu 14 Personen zusammen.

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