Vom Bahnhofsviertel zum Central Quartier

Das Viertel rund um den neu entstehenden Hauptbahnhof ist geprägt von umfassendem Wandel. "Central Quartier" benennt zukünftigen, pulsierenden Business District.

22. Januar 2026

Zukunftsinitiative

Stakeholder präsentieren neuen Namen "Central Quartier" auf der Bühne im Deutschen Theater
Ehret+Klein

In der „Initiative Zukunft Bahnhofsviertel“ haben sich wichtige Akteure des Viertels zusammengetan, um die künftigen Potenziale und eine positive Vision für das Viertel herauszustellen. Am 19.12.25 wurde in diesem Zusammenhang der neue Name „Central Quartier“ für das Viertel vorgestellt. 

Der Name ist das Ergebnis aus einem breit angelegten Beteiligungsprozess, an dem sich mehr als 600 Münchnerinnen und Münchner mit Vorschlägen beteiligt hatten. Die Wahl traf dann eine 9-köpfige, interdisziplinäre Jury. 

Foto v.l.: Prof. Dr. Klaus Sailer (Hochschule München), Stefan Schillinger (ACCUMULATA), Marie Therese Kröger-Rahn (Wirtschaftreferat), Thomas Linsmayer (Deutsches Theater), Wirtschaftsreferent Dr. Christian Scharpf, Benoit Blaser (Bezirksausschuss 2), Reinhard Sigel (Südliches Bahnhofsviertel e.V.) und Prof. Matthias Ottmann (Urban Progress).

Charta für pulsierenden Business District

Bahnhofsbereich München
PPM
Vorläufige Darstellung Bahnhofsbereich München. Das "Central Quartier" als Karte wird aktuell erstellt.

Der neue Name zeigt die gemeinsame Überzeugung, die der Bezirksausschussvorsitzende, Kulturschaffende, der Mieterverein, die Hotellerie, sowie Immobilieneigentümer*innen, Projektentwickler, Gastronomie und Unternehmen aus dem Viertel teilen: Das Viertel rund um den Münchner Hauptbahnhof ist schon jetzt mehr als das, was der Begriff „Bahnhofsviertel“ transportiert. Die neue Identität soll zukunftsfähig sein und dem Wandel gerecht werden. Sie soll Mobilität, Arbeit, Kultur und internationales Leben in der Stadtmitte verbinden.

Als nächste Schritte will die Initiative Projekte und Maßnahmen, basierend auf einer freiwilligen Charta, implementieren und den Namen dadurch nachhaltig mit Leben füllen. Die Charta umfasst etwa Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit und Sauberkeit, darunter transparente, einladende Erdgeschosszonen mit Gastronomie, Kultur und Einzelhandel, verbesserte Beleuchtung in bisher dunklen Bereichen, Fassaden- und Dachbegrünungen zur Verbesserung des Mikroklimas, die Schaffung von Aufenthaltsflächen sowie die regelmäßige Pflege angrenzender öffentlicher Flächen.

Sichtbar soll dabei werden, was das Viertel teilweise schon ist und künftig noch stärker sein will: ein pulsierender Central Business District mit internationalen Unternehmen, kultureller Vielfalt und einer Bevölkerung aus aller Welt.
 

Vom Centralbahnhof zum Central Quartier

Die Stadt rund um den Zentralbahnhof München im Jahr 1910, Luftbild
Franz Schiermeier Verlag
Stadtgebiet rund um den Münchner Zentralbahnhof, 1910.

Der Name knüpft an die historische Bedeutung des Viertels an. Wie Stadthistoriker Franz Schiermeier bei der Namensverkündung ausführte, entwickelte sich ursprünglich rund um den 1849 eröffneten „Centralbahnhof“ ein neues Zentrum des städtischen Lebens, damals geprägt von Hotels, Theatern, Varietés, Tanzlokalen und Flanierwegen. Nach nahezu vollständiger Zerstörung im Zweiten Weltkrieg veränderte sich der Charakter durch den Wiederaufbau grundlegend.

Der neue Name „Central Quartier“ mit C greift sowohl die internationale Prägung als auch die historische Bezeichnung des Central-Bahnhofs auf und verbindet beides mit der heutigen Definition eines Quartiers als überschaubarer Bereich mit identitätsstiftendem Charakter und klar abgegrenzt von den benachbarten Quartieren Wiesenviertel und Klinikviertel.
 

Über die Initiative „Zukunft Bahnhofsviertel“

Die Initiative „Zukunft Bahnhofsviertel“ ist aus Forschungsprojekten der TUM entstanden und vereint Unternehmen aus dem Viertel. Sie bringt Vertreter*innen der Stadtgesellschaft, Institutionen aus Forschung & Lehre, Kultur (Deutsches Theater, Thea Kulturklub), Vereine (Südliches Bahnhofsviertel e.V.), Hotellerie (DEHOGA), Immobilienwirtschaft, Gastronomie und Einzelhandel zusammen. Ziel ist eine nachhaltige Transformation im Interesse der gesamten Stadtgesellschaft.