Stadtklimakarte

Neue Karte im GeoPortal in Zusammenarbeit mit dem RKU

05. August 2026

Blick in die klimatische Zukunft

Neues GeoPortal-Tool zeigt Auswirkungen der Erwärmung in München bis 2055

Am vergangenen Dienstag, den 04.08.2026 hat das Referat für Klima- und Umweltschutz der Landeshauptstadt München im Rathaus die lang erwartete Aktualisierung der Stadtklimaanalyse vorgestellt. Nachdem die Vorgängerversion aus dem Jahr 2014 stammte, bringt die Neufassung auf den Stand von 2025 – umgesetzt als eine von 30 Maßnahmen aus der Fortschreibung des Klimaanpassungskonzepts 2022 – fundierte Erkenntnisse darüber, wie sich das Klima im Stadtgebiet heute präsentiert und wie es sich künftig verändern wird.

Ein zentrales Element der Veröffentlichung ist die direkte digitale Bereitstellung für die Öffentlichkeit: Im städtischen GeoPortal visualisiert eine neu gestaltete, interaktive Stadtklimaanalyse anschaulich das Ausmaß der Erwärmung im Stadtgebiet bis zum Jahr 2055.

Was die neue Karte im GeoPortal bietet:

Die digitale Karte basieren auf den hochaufgelösten Modellierungen der Stadtklimaanalyse 2025 und ermöglicht es Bürgerinnen und Bürgern sowie Fachleuten, die klimatische Zukunft der Stadt bis auf Straßen- und Quartiersebene detailliert zu erkunden:

Zukunftsszenarien im Vergleich (2055)

Die Kartenanwendung erlaubt es, zwei unterschiedliche Klimawandelszenarien gegenüberzustellen:

  • Mäßige Erwärmung: Geht von greifenden globalen Klimaschutzmaßnahmen aus (+1,36 °C gegenüber dem Status quo).

  • Starke Erwärmung: Veranschaulicht die drastischen Folgen eines starken und wahrscheinlichen Temperaturanstiegs (+2,91 °C gegenüber dem Status quo und halbierte Bodenfeuchte).
  • Karten vergleichen: Ein zentraler Baustein der Anwendung im GeoPortal ist ein stufenloser Schieberegler. Damit lassen sich die Zukunftsszenarien und der Ist-Zustand nahtlos übereinanderlegen. Veränderungen bei Hitzebelastung und Temperaturen werden so in jedem Viertel sofort nachvollziehbar.
  • Tag- und Nachtansicht: Die Karten differenzieren zwischen der thermischen Belastung an heißen Sommertagen und der nächtlichen Überwärmung. Letztere ist besonders entscheidend für einen erholsamen Schlaf und die gesundheitliche Belastung der Stadtbevölkerung während Tropennächten.
  • Detaillierte Klimaanalysen: Neben den Wärmeinseln zeigt die Karte den Kaltlufthaushalt der Stadt. Sie stellt dar, wo kühle Luft entsteht und über welche Freiflächen und Schneisen kalte Kaltluft in die dicht bebauten Quartiere strömt.

Eine wichtige Grundlage für künftige Planungen

Die interaktive Stadtklimaanalyse ist weit mehr als eine reine Informationsplattform. Als Planungshinweiskarte dient sie Stadtverwaltung, Architektinnen und Stadtplanern als verbindlicher Kompass bei städtischen Planungsprozessen und Bauvorhaben.

Anhand der Daten lässt sich präzise ablesen, wo in München Handlungsbedarf besteht. Künftige Stadtplanungen, die Umgestaltung des öffentlichen Raums sowie gezielte Klimaanpassungsmaßnahmen – wie die Entsiegelung von Flächen, Fassaden- und Dachbegrünung sowie der Schutz wertvoller Kaltluftschneisen (Kaltluftleitbahnen) – können fortan exakt auf die Prognosen bis 2055 ausgerichtet werden.

Die interaktive Stadtklimaanalyse steht ab sofort allen Interessierten im GeoPortal München kostenfrei zur Verfügung.