Neue Stadtklimaanalyse für München

Mit der Analyse wurden Karten entwickelt, die zeigen, wo es aktuell und künftig besonders heiß ist – und wie wirksam mehr Grün und Kaltluftleitbahnen sind.

04. August 2026

München setzt auf Klimaanpassung

Mit der neuen Stadtklimaanalyse hat das Referat für Klima- und Umweltschutz neue Karten entwickelt, die auf wissenschaftlicher Basis unter anderem zeigen, wo die Münchner*innen aktuell besonders von Hitze betroffen sind und künftig sein werden – und wie wirksam mehr Grün und die konsequente Umsetzung von Kaltluftleitbahnen in der Stadt sind.

Die Stadtklimaanalyse fasst wichtige Informationen zur klimatischen Situation in der Stadt zusammen und gibt hilfreiche Hinweise zum Umgang mit den Herausforderungen Klimawandel und Stadtwachstum. Sie bietet eine entscheidende Datengrundlage für die künftige Stadtentwicklungsplanung in Richtung einer klimaresilienten und lebenswerten Landeshauptstadt.

Zweite Bürgermeisterin Mona Fuchs: „Die neue Stadtklimaanalyse zeigt glasklar, dass wir handeln müssen, wenn München auch in Zukunft lebenswert bleiben soll, denn der Klimawandel ist auch bei uns längst spürbar. Allein während der Hitzewelle im Juni gab es 17 heiße Tage mit mehr als 30 Grad Celsius. Zwischen 1960 und 1990 waren es im Schnitt nur drei bis fünf solcher Hitzetage – im ganzen Jahr! Diese Entwicklung ist eine Belastung für die Gesundheit der Menschen in unserer Stadt. Um die Lebensqualität in München langfristig zu erhalten, brauchen wir mehr Grün und eine bessere Durchlüftung. Mit unserem Konzept „Klimaresilientes München 2050“ haben wir bereits im letzten Jahr sehr konkrete Ziele und Maßnahmen auf den Weg gebracht. Ein wichtiges Leitbild ist für uns dabei die sogenannte 3-30-300-Vision. Jede und jeder soll von zu Hause aus mindestens drei Bäume sehen, öffentliche Räume sollen zu 30 Prozent von Bäumen beschattet sein und eine Grün- oder Freifläche soll in höchstens 300 Metern erreichbar sein.“

Christine Kugler, Referentin für Klima- und Umweltschutz: „Mit der neuen Stadtklimaanalyse haben wir ein Werkzeug an der Hand, das uns ermöglicht, uns nachhaltig und zielgerichtet auf die Herausforderungen des Klimawandels vorzubereiten. Sie zeigt, wo Handlungsbedarf besteht und wie wir durch gezielte Maßnahmen die Aufenthaltsqualität in der Stadt verbessern können. Dabei berücksichtigt sie Münchens natürliche Klimaanlage: das Alpine Pumpen. Dieses Windsystem zwischen Alpen und Alpenvorland bringt nachts abgekühlte Bergluft zu uns nach München und schenkt uns damit die so wichtige nächtliche Abkühlung und Erholung. Welche Flächen besonders wertvoll sind und wie wir davon am besten profitieren können, verdeutlicht die Planungshinweiskarte, das Herzstück der Stadtklimaanalyse.“

Grundlagen der Stadtklimaanalyse

  • Sie veranschaulicht die sommerliche Temperatursituation und die Kaltluftsituation (unter anderem das Alpines Pumpen) im gesamten Stadtgebiet.
  • Sie beschreibt einen typischen Hitzetag mit mehr als 30 Grad Celsius in München mit einer hohen Sonneneinstrahlung und einem geringen Luftaustausch. Diese Bedingungen führen zu starken Hitzebelastungen in der Bevölkerung.
  • Sie ermittelt die Auswirkungen von Hitzebelastungen auf das Wohlbefinden. Dies wird über die gefühlte Temperatur dargestellt.
  • Sie betrachtet jeweils die Tag- und die Nachtsituation, die unterschiedliche Auswirkungen auf die Menschen haben. Die nächtliche Lufttemperatur beeinflusst den Schlafkomfort in den Gebäuden. Tagsüber stehen die Aufenthaltsqualität und die gefühlte Temperatur im Fokus.

Dabei simuliert die Stadtklimaanalyse verschiedene Szenarien. Neben der heutigen Klimasituation werden auch zukünftige Klimabedingungen sowie Veränderungen an der Landnutzung dargestellt.

Beispielszenarien aus der Stadtklimaanalyse

  • Status quo: Das aktuelle Klima in der Stadt zeigt deutliche Unterschiede zwischen dicht bebauten Innenstadtbereichen und begrünten Quartieren.
  • Starker Klimawandel: Bei einer Temperaturzunahme um ca. 3 Grad Celsius, die nach aktuellen Daten sehr wahrscheinlich ist, steigen die Hitzebelastungen erheblich, insbesondere nachts.
  • „Grüne Stadt“: Durch mehr Grünflächen und einer Baumkronenüberschattung von 30 Prozent lassen sich die Temperaturen deutlich senken und die Aufenthaltsqualität verbessern.

Das Herzstück der Stadtklimaanalyse ist die Planungshinweiskarte, die Ergebnisse verschiedener Szenarien zusammenfasst. Die Karte macht auf den ersten Blick ersichtlich, bei welchen Flächen ein sehr hoher Handlungsbedarf besteht (beispielsweise welche Flächen erhalten bleiben müssen), und wo in München Maßnahmen zur Klimaanpassung vorrangig umgesetzt werden müssen.

Die neue Stadtklimaanalyse ist die Neuauflage der Stadtklimaanalyse von 2014. Diese Neuauflage der Stadtklimaanalyse ist eine der Maßnahmen des Klimaanpassungskonzepts von 2022 (erste Fortschreibung des Klimaanapassungskonzepts von 2016). Dieses ist die Grundlage aller Aktivitäten zur Klimaanpassung in München.