Barrierefreiheit: 1.000. Bus-Haltekante

Das Baureferat hat die 1.000. Bus-Haltekante im Stadtgebiet barrierefrei umgebaut.

29. Oktober 2026

Meilenstein auf dem Wege zu einem möglichst barrierearmen ÖPNV vor Ort

Hofbrunnstraße Bushaltestelle
Baureferat
(v.l.n.r.) Der Vorsitzende des Bezirksausschusses Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln Dr. Ludwig Weidinger, Bernhard Claus, Vorsitzender des Facharbeitskreises Mobilität im Behindertenbeirat, Stadtdirektorin und Stellvertreterin des Mobilitätsreferenten Sabine Effner, Betriebsleiter Bus der Münchner Verkehrsgesellschaft Christopher Utz und Baureferentin Dr.-Ing. Jeanne-Marie Ehbauer mit Mitgliedern des Behindertenbeirats an der barrierefrei umgebauten Bushaltestelle Hofbrunnstraße.

Das Baureferat hat an der Bushaltestelle Hofbrunnstraße die 1.000. Bus-Haltekante im Stadtgebiet barrierefrei umgebaut. Baureferentin Dr.-Ing. Jeanne-Marie Ehbauer hat heute gemeinsam mit Sabine Effner, Stadtdirektorin und Stellvertreterin des Mobilitätsreferenten, dem Betriebsleiter Bus der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) Christopher Utz, dem Vorsitzenden des Bezirksausschusses Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln Dr. Ludwig Weidinger sowie Bernhard Claus, der Vorsitzende des Facharbeitskreises Mobilität im Behindertenbeirat, das Erreichen dieses Meilensteins auf dem Wege zu einem möglichst barrierearmen ÖPNV vor Ort gewürdigt.

Baureferentin Dr.-Ing. Jeanne-Marie Ehbauer sagt: „Als Baureferat schaffen wir mit dem Haltekanten-Programm die Voraussetzungen dafür, dass so viele Menschen wie möglich eigenständig, sicher und gerne mit dem Bus unterwegs sein können – dank dieses Programms an Tausend Stellen mehr als vorher.“

Sabine Effner, Stadtdirektorin und Stellvertreterin des Mobilitätsreferenten erklärt: „Barrierefreie Haltestellen sind ein wesentlicher Bestandteil eines attraktiven öffentlichen Nahverkehrs. Die schönste Bushaltestelle hilft aber nichts, wenn sie nicht für alle erreichbar ist. Daher freue ich mich, dass wir den Umbau der Haltestelle auch für eine Verbesserung des Verkehrsraums und barrierefreien Ausbau genutzt haben. Ampeln mit Zusatzeinrichtungen und geteilte Abstellflächen leisten einen Beitrag für freie Gehwege.“

Der Betriebsleiter Bus der MVG Christopher Utz sagt: „Mit der neuen Haltekante erleichtern wir den Fahrgästen den Zugang zum öffentlichen Nahverkehr. Das verbessert die Sicherheit, den Komfort und beschleunigt zugleich den Betriebsablauf. Aus diesem Grund verbessern wir laufend die Barrierefreiheit beim Bus, wie auch bei Tram und U-Bahn. Gemeinsam mit der Landeshauptstadt schaffen wir so einen konkreten Mehrwert für alle Fahrgäste.“

Bernhard Claus, der Vorsitzende des Facharbeitskreises Mobilität im Behindertenbeirat sagt: „Barrierefreie Haltestellen ermöglichen vielen Menschen, Busse zu nutzen. Davon profitieren insbesondere Menschen mit Behinderungen und ältere Menschen. Der Ausbau an der Hofbrunnstraße ist deshalb ein wichtiger Schritt für mehr Teilhabe im Alltag.“

An der Haltestelle „Hofbrunnstraße“ in der Aidenbachstraße hat das Baureferat eine 23 Meter lange Haltekante mit einem 18 Zentimeter hohem Sonderbordstein hergestellt. Dort können sowohl 23 Meter lange Buszüge als auch 18 Meter lange Gelenkbusse halten. Der Sonderbord ermöglicht den Bussen, die Haltekante gerade und kantenrein anzufahren, sprich parallel und nahezu lückenlos. Dadurch werden der Höhenunterschied und der Spalt zwischen Fahrzeug und Haltekante kleiner. Das erleichtert insbesondere Menschen im Rollstuhl oder mit Rollator sowie Fahrgästen mit Kinderwagen oder auch Reisenden mit Koffern den Ein- und Ausstieg erheblich.

Taktile Bodenplatten unterstützen blinde und sehbehinderte Menschen bei der Orientierung. Ein weißer sogenannter Auffindestreifen aus Rippenplatten führt zur ersten Bustür beim Fahrpersonal. Die Querungen an den Ampeln der angrenzenden Kreuzung wurden barrierefrei ausgebaut. Die Bordsteinhöhen wurden entsprechend angepasst und mit taktilen Bodenplatten ausgestattet. Zudem hat das Baureferat Zusatzeinrichtungen für Menschen mit Sehbehinderung installiert. Darüber können blinde und sehbehinderte Menschen akustische Signale für die Querung anfordern.

Grundsätzlich kann eine Haltestelle eine oder mehrere Haltekanten umfassen. Große Umsteigepunkte wie der Harras oder der Bahnhof Pasing haben bis zu sechs oder sieben solcher Kanten. Deshalb zählt das Baureferat beim Ausbau die einzelnen Haltekanten.

Die Kante der Haltestelle Hofbrunnstraße hat das Baureferat in Abstimmung mit Mobilitätsreferat und MVG als sogenanntes Haltestellenkap bis an die Fahrbahn vorgezogen. So können die Busse gerade an die Haltekante heranfahren und anschließend direkt weiterfahren. Das erneute Einfädeln in den Verkehr entfällt. Das spart Zeit und sorgt für einen zuverlässigeren Betriebsablauf. Gleichzeitig sinkt die Sturzgefahr für Fahrgäste, die zum Aussteigen aufstehen, nach dem Einsteigen noch keinen Sitzplatz erreicht haben oder sich zum Fahrkartenautomaten begeben möchten.

Außerdem hat das Baureferat die Aufstell- und Warteflächen vergrößert. In Richtung Kreuzung ist die Fläche, die den Wartenden zur Verfügung steht, jetzt bis zu vier Meter breit. Der Radweg verläuft hinter der Wartefläche. Dadurch kommen sich wartende oder ein- und aussteigende Fahrgäste und Radfahrende seltener in die Quere. An den Querungen im Kreuzungsbereich hat das Baureferat störende Kanten in der Radverkehrsführung entfernt. Radfahrende können die Kreuzung dadurch komfortabler passieren. Eine neue, verglaste Wartehalle mit Dach und Beleuchtung schützt künftig vor der Witterung. Ihre offene und gut einsehbare Gestaltung verbessert den Komfort und die Orientierung bei Dunkelheit.

Auch das Umfeld wertet das Baureferat auf. Nach Abschluss der Arbeiten stellt es den Grünstreifen fertig und pflanzt drei neue Bäume.

Das Haltekantenprogramm geht weiter: Noch bis Jahresende folgen unter anderem die Haltestellen Ehrengutstraße, Kunreuthstraße und Osterwaldstraße, 2027 stehen die Haltestellen Pündterplatz, Bismarckstraße, Goldlackplatz, Gundermannstraße, Korbinian-Beer-Straße, Moosacher Straße und Helene-Mayer-Ring an.