Aktionen, Jahrestage, Initiativen und Bündnisse

Die Frauengleichstellungsstelle ist Initiatorin, Mitorganisatorin oder Bündnispartnerin zahlreicher Veranstaltungen, Aktionen und Projekte.

Plakat mit Text und Frauenbild

75 Jahre Grundgesetz

Gleichstellung und Gleichberechtigung als Verfassungsauftrag – quo vadis?

Wir freuen uns, Sie herzlich zur Veranstaltung der Gleichstellungsstelle für Frauen der Landehauptstadt München anlässlich des 75. Jahrestags des Grundgesetzes einzuladen.

25. Juni 2024
Achtung! Neue Uhrzeit! Beginn 17.00 Uhr
im Neuen Rathaus, Großer Sitzungssaal

Marienplatz 8, 80331 München

Programm:

Grußwort - Bürgermeisterin Verena Dietl

Einführung - Dr. Isabella Toscano, Gleichstellungsstelle für Frauen

Vortrag – Prof. Dr. Ulrike Lembke, freie Rechtswissenschaftlerin, Expertin für rechtliche Geschlechterstudien und Richterin am Verfassungsgerichtshof Berlin
75 Jahre Grundgesetz - Gleichberechtigung und geschlechtliche Vielfalt, Geschlechtergerechtigkeit und Demokratie


Podiumsgespräch

Prof. Dr. Ulrike Lembke
Prof. Dr. Paula-Irene Villa Braslavsky,
Ludwig-Maximilians-Universität München, Lehrstuhlinhaberin Soziologie/Gender-Studies
PD Dr. Mirjam Zadoff, Direktorin NS-Dokumentationszentrum München
Nicole Lassal, Städtische Gleichstellungsbeauftragte und Leiterin der
Gleichstellungsstelle für Frauen

Moderation: Zara Jakob Pfeiffer, Gleichstellungsstelle für Frauen

Bitte bestätigen Sie Ihre Teilnahme bis zum 20. Juni 2024 über
gst@muenchen.de oder 089 233-92465.

Männer und Frauen sind gleichberechtigt. So steht es seit 75 Jahren in unserem Grundgesetz. Vor 30 Jahren wurde dieser Grundsatz um den Satz „Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“ erweitert. Insofern feiern wir aus Gleichstellungs- und Gleichberechtigungssicht ein doppeltes Jubiläum

Doch wie steht es trotz dieser grundlegenden Prinzipien um die tatsächliche Umsetzung von Gleichstellung und Gleichberechtigung in unserer Gesellschaft? Welche Fortschritte wurden erzielt und welche Hindernisse bestehen nach wie vor?

Die Frage, ob der im Grundgesetz verankerte Auftrag bereits vollumfänglich zur Realität geworden ist oder lediglich noch eine Vorgabe darstellt, steht im Mittelpunkt unserer Veranstaltung. Wir möchten einen Blick zurück und einen Blick nach vorne auf Gleichstellung und Gleichberechtigung als Verfassungsauftrag werfen und dabei insbesondere auch die folgenden Themen und Spannungsfelder beleuchten:

  • Die Bedeutung von Gleichstellung und Geschlechtergerechtigkeit für unsere Demokratie
  • Das Verhältnis von Artikel 3 Abs. 2 und Artikel 3. Abs 3 - in Bezug auf Geschlecht und das Spannungsfeld von Binarität und geschlechtlicher Vielfalt
  • Die Frage von Repräsentation und Parité für Frauen und allen Geschlechtern in den Parlamenten
  • Umgang mit antifeministischen und anderen demokratiefeindlichen Strömungen und Strategien

Mit unserer Veranstaltung möchten wir einen Impuls setzen für die Weiterentwicklung einer inklusiven Gleichstellungsarbeit.

Der Ort ist rollstuhlgerecht erreichbar, eine barrierefreie Toilette ist
vorhanden. Gebärdensprachdolmetscher*innen  und Schriftdolmetschung sind angefragt. Sollten Sie weiteren Unterstützungsbedarf haben, melden Sie sich bitte frühzeitig unter gst@muenchen.de

Einlassvorbehalt: Personen, die rechtsextremen Parteien oder
Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische, sexistische, ableistische, LGBTIQ*-feindliche oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, sind von der Veranstaltung ausgeschlossen.


 

Aktionen, Jahrestage, Initiativen

Die Münchner Aktionswochen gegen Gewalt an Frauen, Mädchen, Jungen und nonbinären Menschen werden jedes Jahr rund um den Internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen am 25. November von einem breiten Aktionsbündnis organisiert.

In der Zeit vom 1. bis 28. November 2023 fanden im Rahmen der Aktionswochen über 50 Veranstaltungen statt. 

Das Thema der zentralen Veranstaltung zum Internationalen Tag gegen Gewalt war

Solidarität in Zeiten patriarchaler Gewaltverhältnisse
Austausch mit Akteur*innen und Aktivist*innen

„Es sind nicht unsere Unterschiede, die uns trennen. Es ist unsere Unfähigkeit, diese Unterschiede anzuerkennen, zu akzeptieren und zu feiern.“ (Audre Lorde)
Patriarchale Gewalt ist Ausdruck historisch gewachsener Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern. Sie dient der Abwertung von Weiblichkeit, der Unterdrückung von Frauen und Mädchen und der Ausgrenzung von trans*, intergeschlechtlichen und nicht-binären Menschen. Der beste Schutz vor patriarchaler Gewalt ist der Abbau von Ungerechtigkeiten und Diskriminierung und die tatsächliche Gleichstellung aller Geschlechter auf allen Ebenen: rechtlich, sozial, ökonomisch, politisch. Es ist Aufgabe von uns allen, die Welt zu verändern und so zu gestalten, dass wir alle unabhängig, selbstbestimmt, gleichberechtigt und frei von Gewalt leben können. Dies kann uns nur gelingen, wenn wir uns nicht spalten lassen, sondern uns über unsere Unterschiede hinweg verbünden.
 
Veranstaltet von
Gleichstellungsstelle für Frauen der Landeshauptstadt München
Fachstelle für Demokratie der Landeshauptstadt München
„Frauen helfen Frauen“ e.V. München
Prof. Dr. S. Nothhafft, KSH München
Aktionsbündnis 2023

Weitere Infos dazu und zur Münchner Kampagne gegen geschlechtsspezifische Gewalt gibt es unter: Gleichberechtigung schützt vor Gewalt

Das Rathaus zeigt wieder Flagge zum Internationalen Frauentag am 8. März 2024

Der Internationale Frauentag - heute immer noch aktuell!

Das Grundgesetz hat in diesem Jahr 75-jähriges Jubiläum. Das ist auch von besonderer Bedeutung für den diesjährigen Weltfrauentag, denn die Mütter des Grundgesetzes, vor allem Elisabeth Selbert, setzten damals gegen großen Widerstand die Aufnahme des Art. 3 Abs. 2 GG „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ durch. 

Nicole Lassal, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt München: „Das war nahezu eine Revolution, denn damit war die Gleichstellung als Grundrecht gesetzt. An der praktischen Umsetzung arbeiten wir allerdings heute noch.“ 

Viele Gesetze mit diskriminierenden Bestimmungen galten noch jahrelang. Erinnern wir uns: 

  • Es dauerte bis 1958, bis Frauen berechtigt waren, ein eigenes Konto einzurichten und über das eigene Geld selbst zu entscheiden.
  • Noch bis 1977 durfte eine Frau in Westdeutschland nur dann berufstätig sein, wenn das “mit ihren Pflichten in Ehe und Familie vereinbar” war, sie benötigte also die Zustimmung des Ehemannes. 
  • Und erst seit 1997 ist die Vergewaltigung in der Ehe strafbar.

Nicole Lassal: „Auch heute noch gibt es einen Gender Pay Gap von 18% und einen Gender Pension Gap von über 40% und jeden dritten Tag wird in Deutschland eine Frau von ihrem (Ex-)Partner getötet. Wollten wir anlässlich des Internationalen Frauentags für all diese durch Femizid umgekommenen Frauen eine Gedenkminute einlegen, so müssten wir rund 2 Stunden schweigen. Ganz aktuell beobachten wir mit dem gesellschaftlichen Rechtsruck auch noch einen zunehmenden Antifeminismus.“

Oberbürgermeister Dieter Reiter: „Das sind erschreckende Zahlen. Und trotzdem herrscht in unserer Gesellschaft grundsätzlich die Auffassung, dass Gleichberechtigung längst erreicht sei. Vor genau 30 Jahren wurde der Art. 3 Abs. 2 GG ergänzt um den Satz: ´Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.` Die Stadt München sieht dies immer noch als wichtigen Auftrag und leistet deshalb den vielen Organisationen und Projekten, die an der Umsetzung einer gewaltfreien und geschlechtergerechten Gesellschaft arbeiten, größtmögliche Unterstützung.“ 

Der Weltfrauentag hat seine Wurzeln in der Frauenbewegung des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Frauen hatten sowohl im Beruf als auch in der Familie kaum Rechte, eine politische Betätigung und damit auch die Möglichkeit zu wählen oder gewählt zu werden, war ihnen untersagt. Aber Frauen gründeten Frauenvereine und verfolgten darüber ihre Ziele. Sie bauten zivilgesellschaftliche Strukturen auf, um ihren Forderungen Gehör zu verschaffen und es bahnte sich trotz vieler Rückschläge ein gewisser Wandel an. Durch die Weimarer Verfassung erhielten Frauen „grundsätzlich“ die gleichen staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten und das aktive und passive Wahlrecht. Die Frauenquote in der Weimarer Nationalversammlung betrug rund 9%. Wie schwierig es für Frauen ist, sich auf politischer Ebene zu etablieren, sieht man beispielsweise daran, dass der Frauenanteil nach nun über 100 Jahren im heutigen bayerischen Landtag immer noch bei nur 27% liegt.

Oberbürgermeister Dieter Reiter: „Der Internationale Frauentag ist eine wichtige Gelegenheit, um die Errungenschaften von Frauen zu feiern, ihre Rechte zu stärken und für Gleichberechtigung einzutreten. Es ist aber gleichzeitig auch eine Erinnerung daran, dass wir uns weiterhin mit aller Kraft dafür einsetzen müssen, dass Frauen in allen Bereichen des Lebens auch wirklich gleichberechtigt sind.“ 

 

 

 

Eindrücke von Orange Your City 2021 (Fotos: B. Donaubauer)

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