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Equal Pay Day

Der Equal Pay Day markiert symbolisch den Tag, bis zu dem Frauen rein rechnerisch umsonst arbeiten, während Männer schon seit Jahresbeginn bezahlt werden.

Tram
Equal Pay Day 2020

Der Equal Pay Day 2022

Der Equal Pay Day 2022 war am 7. März und stand unter dem Motto: Equal pay 4.0 – Gerechte Bezahlung in der digitalen Arbeitswelt. Ein Aktionstag ist uns zu wenig! Die Equal Pay Day Tram trägt die Forderung nach Lohngerechtigkeit für Frauen noch den gesamten März durch unsere Stadt. Nächster Halt – Equal Pay! Organisiert wird dieser Protest vom Münchner EPD Aktionsbündnis, das sich aus über 30 Einrichtungen der Münchner Frauenarbeit zusammensetzt.
Schirmpate der Aktion ist Oberbürgermeister Dieter Reiter.

Facebook: facebook.com/EqualPayDayMuenchen
Instagram: instagram.com/epdmuc
Twitter: twitter.com/epd_muc
Kontakt: epd@frauenverbaende.de

Oben im Bild: Equal Pay Day 2020

Grußwort von OB Dieter Reiter zum EPD 2022

Pressefoto OB Dieter Reiter  © Presseamt / Nagy

Liebe Münchnerinnen und Münchner,
auch dieses Jahr fährt sie wieder – die Tram mit der Forderung nach Lohngerechtigkeit für Frauen. Immer noch verdienen Frauen in Deutschland durchschnittlich 18% weniger als Männer und arbeiten damit umgerechnet 66 Tage umsonst. Das ist nicht nur persönlich höchst ungerecht, es entspricht auch nicht unserem Anspruch an eine Gesellschaft, in der Chancengleichheit besteht.

Das Motto des diesjährigen Aktionstages ist „Equal Pay 4.0 – gerechte Bezahlung in der digitalen Arbeitswelt“. Ein sehr aktuelles Motto, denn die Digitalisierung ist in vollem Gange und nicht umkehrbar. Arbeitsplatzprofile verändern sich, Berufe fallen weg oder entstehen neu, mobile und flexible Arbeitsformen nehmen zu.

Damit der „Zug“ (oder die „Tram“) nicht an den Frauen vorbeifährt, ist es gerade in der Digitalbranche besonders wichtig, dass Frauen hier verstärkt Fuß fassen. Nur so können die unterschiedlichen Bedürfnisse und Ansprüche von Frauen und Männern innerhalb des Digitalisierungsprozesses auch dargestellt und berücksichtigt werden.

Die Digitalisierung betrifft alle Lebensbereiche, also muss sie auch so umgesetzt werden, dass alle Menschen diskriminierungsfrei beteiligt werden und profitieren können. Die Stadt München hat deshalb ein Stadtratshearing zum Thema „Geschlechtergerechtigkeit in der Digitalisierungsstrategie der Stadt München“ durchgeführt und wird sich bei der Umsetzung an den Prinzipien Gleichstellung, Inklusion, Diskriminierungs- und Barrierefreiheit ausrichten.

Mir ist dieses Thema ein großes Anliegen, deshalb habe ich gerne die Schirmpatenschaft für den diesjährigen Equal Pay Day übernommen. Ich bedanke mich bei den vielen Münchner Frauenorganisationen und -verbänden sowie der Gleichstellungsstelle für Frauen, die diese Aktion organisieren und unterstützen.

Information

Dank den Sponsor*innen

Dank den langjährigen Sponsorinnen EWMD (European Woman´s Management Development Network), BPW (Business and Professional Women) und FrauenVermögen (Frauenvermögenverwaltung AG) für ihre finanzielle Unterstützung, der Firma Ströer, die seit 2020 bei der Tram-Werbung unterstützt und den Münchner Verkehrsbetrieben für ihre praktische Kooperation.

Allgemeine Information zum Equal Pay Day

Nach den Streiks der Frauen in einer Automobilfabrik in Dagenham in England hat 1988 das internationale Frauen-Netzwerk BPW (Business and Professional Women) in den USA die „Red Purse Campaign“ (Initiative Rote Tasche) initiiert, um auf die international bestehende Lohnkluft hinzuweisen! Die roten Taschen stehen dabei für die roten Zahlen in den Geldbörsen der Frauen.

Das Netzwerk Business and Professional Women Germany griff diese Initiative auf und führte 2008 den EPD erstmals in Deutschland durch – eigentlich eine längst überfällige Aktion zur Unterstützung der Frauen!
Die bundesweite EPD-Offensive richtet sich vor allem an Akteurinnen der Wirtschaft, an Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, an Selbstständige – insgesamt soll aber die breite Öffentlichkeit angesprochen werden!

In München engagieren sich seit 2008 verschiedenste Fraueninitiativen für den jährlichen Aktionstag und formierten sich 2011 zum EPD Aktionsbündnis München – bisher mit über 40 Bündnispartnerinnen!

Warum in Englisch, warum im März?

EQUAL PAY DAY (EPD) so kurz und prägnant ins Deutsche zu übersetzen, ist nicht möglich; daher bleibt es einprägsam in englisch und spiegelt zusätzlich auch die Internationalität des Themas wieder.
Das Datum markiert symbolisch den Entgeltunterschied zwischen Männern und Frauen, der in Deutschland derzeit bei 18 % - in Bayern sogar bei 22% - liegt. D.h. rein theoretisch arbeiten Frauen bis zum 7. März umsonst, während Männer schon seit Jahresbeginn für ihre Arbeit bezahlt werden. Damit bildet Deutschland eines der Schlusslichter in der EU, dort beträgt der durchschnittliche Entgeltunterschied ‚nur’ ca. 14 %.

Die Gründe für die statistisch messbare Entgeltlücke sind vielfältig. Die drei wichtigsten sind:

Die traditionelle Aufgabenverteilung in der Familie, geschlechtertypische Berufswahl und Diskriminierung bei der Beförderung in Führungspositionen. Frauen und Männer verteilen sich auch nicht gleichmäßig über alle Berufsbranchen.

Frauen unterbrechen und/oder reduzieren ihre Erwerbstätigkeit familienbedingt häufiger und länger als Männer. Das zieht lebenslange Einbußen bei der Karriere- und Einkommensentwicklung nach sich. 

Typische „Frauenberufe“ werden gering geschätzt und schlecht bezahlt. In allen Branchen, insbesondere in den „Männerdomänen“ fehlen trotz gleichem oder sogar besserem Ausbildungsniveau häufig Frauen in gut dotierten Führungspositionen. Mangelnde Lohntransparenz und fehlende Kontrolle verhindern einen Abbau des Lohn- und Gehaltsunterschieds zwischen den Geschlechtern. 

Was ist meine Arbeit wert?

Frauen verdienen in Deutschland im Durchschnitt 18 Prozent weniger als Männer. Erziehung und Pflege sind Berufe mit steigendem Bedarf und trotzdem sind sie im Vergleich schlecht bezahlt. Daher muss eine steigende Wertschätzung gegenüber diesen Berufen monetär, gesellschaftlich und qualitativ erreicht werden.
In den sogenannten „Männerberufen“ fehlen dagegen die Frauen – ganz besonders in Führungspositionen. Für eine bessere Durchmischung müssen diese Branchen für Frauen in Zukunft attraktiv und zugänglich sein.

Transparenz bei der Bezahlung

2018 ist das "Gesetz zur Förderung der Transparenz von Entgeltstrukturen" in Kraft getreten. "Zentrales Instrument ist der Auskunftsanspruch, mit dem Beschäftigte das Recht erhalten zu erfahren, ob sie gerecht bezahlt werden", erklärte die damalige Bundes-Familienministerin Schwesig (SPD) dazu im Bundestag.
Lohntransparenz ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Entgeltgerechtigkeit von Frauen und Männern. Es darf aber nicht die einzige Maßnahme sein und bleiben, denn die Ursachen für die Gehaltslücken zwischen den Geschlechtern sind vielfältig – dafür steht auch unsere Kampagne!

Initiatorin für den EPD in München ist die Stadtratskommission zur Gleichstellung von Frauen zusammen mit dem BPW Club München und dem Stadtbund Münchner Frauenverbände. In dem Aktionsbündnis sind auch die Gleichstellungsstelle für Frauen der Landeshauptstadt München, die Frauenorganisationen der Parteien, des DGB, die Münchner Frauennetzwerke und viele andere Frauenorganisationen vertreten.

Wo gibt es bundesweit EPD-Infos und Unterstützung?

Unterstützt durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, gibt es seit 2011 die ganzjährig tätige zentrale Business and Professional Women Geschäftsstelle für Entgeltgleichheit. Sie bietet Informationen rund um das EPD Thema und veranstaltet auch bundesweite EPD-Foren, um dadurch MultiplikatorInnen auf das aktuelle Schwerpunktthema vorzubereiten und so den Aktionstag in ganz Deutschland zu unterstützen.

Kontakt: epd@frauenverbaende.de

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