Masterplan "Solares München"

München will ein Viertel des Strombedarfs mit Photovoltaikanlagen in der Stadt erzeugen. Hier sind aktuelle Infos und Zahlen zu Ausbau, Planung und Fortschritt.

Solarenergie in München (Ackermannbogen)
Information

Entwicklung des Solarausbaus

Mit dem Masterplan "Solares München" hat der Stadtrat Zielwerte für den Solarausbau beschlossen, die halbjährlich überprüft werden müssen.

Diese Überprüfung erfolgt anhand des Zubaus von Photovoltaikanlagen im Stadtgebiet. Photovoltaikanlagen werden im Marktstammdatenregister (MaStR) der Bundesnetzagentur erfasst und vom Referat für Klima- und Umweltschutz der Stadt München ausgewertet.

Soll-Ist-Vergleich

Masterplan solares München - geplanter Zubau und installierte Ist-Leistung
Die Grafik zeigt den geplanten und tatsächlichen Photovoltaik-Zubau (orange und grüne Säulen, linke y-Achse in MWp) im Zeitraum von 2020 bis 2035, sowie die zusammengerechnete Soll- und Ist-Leistung (orange und grüne Linie, rechte y-Achse in MWp).

Der Vergleich zwischen Plan und Realität (Soll-Ist-Vergleich) beim Ausbau der Photovoltaikanlagen zeigt, dass die Ziele für 2023, 2024 und auch 2025 deutlich übertroffen wurde.

Laut Plan sollte 2025 der Ausbau von Photovoltaikanlagen um 30 Megawatt-Peak (MWp) erfolgen. Tatsächlich wurden rund 48 Megawatt-Peak (MWp) erreicht.

Der starke Anstieg des PV-Ausbaus seit 2023 hatte mehrere Gründe. Die Störung der Lieferketten durch die Corona-Pandemie war nach 2022 überwunden. Die Energiekreise infolge Gasknappheit im Winter 2022/2023 führte zu einem starken Strompreisanstieg, der Bürger*innen motivierte, PV-Anlagen nachzufragen. Denn Eigenerzeugung reduziert wirkungsvoll die Strombezugskosten.  

In 2025 konnte der PV-Zubau stabil fortgesetzt werden, wobei eine starke Verschiebung vom privaten hin zu gewerblichem Zubau zu verzeichnen ist.

Photovoltaik-Zubau jährlich seit 2000

PV-Zubau jährlich seit 2000
Die Grafik zeigt den jährlichen Photovoltaik-Zubau laut Daten des Marktstammdatenregisters seit dem Jahr 2000. Die Säulen zeigen die Zubauleistung in Megawatt-Peak (MWp, rechte Y-Achse). Die Linie zeigt die zusammengerechnete installierte Photovoltaik-Gesamtleistung in Megawatt-Peak (MWp, linke Y-Achse). Die Zubaumengen ist dargestellt nach Zubau durch "Münchner Bürger*innen" (orange) und "gewerblichen Betreiber" (blau).

Diese Darstellung zeigt eine Übersicht über die Entwicklung von Photovoltaikanlagen in München in den letzten Jahrzehnten. Als Wert wird dafür der jährliche Ausbau der Leistung der Photovoltaikanlagen betrachtet. Da neu installierte Solaranlagen erfahrungsgemäß teilweise erst mit Verzug im Marktstammdatenregister gemeldet werden, werden in der Auswertung die Meldungen bis zum gleichen zeitliche Abstand nach Jahresende - beispielsweise im Februar des Folgejahres - vollfarbig und spätere Meldungen schraffiert dargestellt. Auf diese Weise ist der letztjährige Zubau einschließlich vorhersehbarer Nachmeldungen besser mit den Vorjahreswerten vergleichbar.

Die Daten unterscheiden zwischen dem Ausbau durch Privatpersonen (hier als „Münchner Bürger*innen“ bezeichnet) und dem Ausbau durch Unternehmen oder Organisationen. Dazu gehören Firmen, die Stadt München und ihre Beteiligungsgesellschaften oder Gemeinschaften von Wohnungseigentümern. In der Grafik werden sie „gewerbliche Betreiber“ genannt. Die Grafik zeigt deutlich einen Wandel in der Betreiberstruktur von privaten Installationen (orange) hin zu gewerblichen Anlagen (blau). Privatpersonen konnten in der Energiekrise schneller reagieren als größere Organisationen, deren meist größere Projekte längere Vorlaufzeit für Planung und Finanzierung brauchen.

Die gesamte Leistung aller Photovoltaikanlagen in München betrug zum Ende von 2025 fast 240 Megawatt-Peak (MWp). Diese Anlagen erzeugen etwa 220 Gigawattstunden (GWh) Solarstrom pro Jahr. Das sind knapp vier Prozent des gesamten Stromverbrauchs in München.

Ein Teil des Solarstroms wird direkt vor Ort genutzt. Der größte Teil wird in das Stromnetz der Stadtwerke München (SWM) eingespeist.

Photovoltaik-Zubau monatlich seit 2022

PV-Zubau monatlich seit 2022
Die Grafik zeigt den monatlichen PV-Zubau laut Daten des Marktstammdatenregisters seit Januar 2022. Die Säulen zeigen die Zubauleistung in Kilowatt-Peak (kWp), gegliedert in private und gewerbliche Installationen (schmale, mittlere Balken orange / blau), bzw. in Leistungsklassen (bis 1 / 8 / 16 / 40 / 100 / 300 / über 300 kWp).

Durch die Analyse des monatlichen Photovoltaik-Zubaus können kurzfristige Änderungen im Zubau zeitnah erkannt und auf etwaige Fehlentwicklungen rasch reagiert werden.

In der monatlichen Zubauauswertung zeigt sich auch 2025 ein erfolgreicher Zubau. Der Anteil leistungsstarker Anlagen hat dabei weiter zugenommen. Insbesondere bei mittelgroßen, gewerblichen Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von 40 bis 100 kWp gibt es einen deutlichen Zuwachs. Einzelne Großanlagen stechen in den jeweiligen Monaten dominant hervor, beispielsweise im August 2025 eine Freiflächenanlage, die mit 4.000 kWp die derzeit leistungsstärkste Anlage ist und die bisher größten PV-Anlagen des Solarpark Pasing (1.216 kWp, Baujahr 2010) und der Messe Riem (1.016 kWp, Baujahr 1997) auf die Plätze verweist.

Der Zubau 2025 wurde wesentlich von folgenden Einflüssen getrieben:

  • Die Sorgen der Bürger*innen hinsichtlich der Energiepreise haben abgenommen. Dementsprechend war die private Photovoltaik-Nachfrage rückläufig.
  • Der gewerbliche Zubau hat zugenommen. Insbesondere eine neue Freiflächenanlage im Stadtgebiet beim Autobahndreieck Feldmoching hat dazu beigetragen.
  • Krisen, wirtschaftlich schwierige Lagen, und eine Verunsicherung aufgrund geplanter energiepolitischer Veränderungen in Verbindung mit Netz- und Speicherausbau führen zu einer spürbaren Zurückhaltung vor allem privater Verbraucher*innen.

Steckersolargeräte

Steckersolargeräte: Monatlicher Zubau seit 01/2022
Die Grafik zeigt den monatlichen Photovoltaik-Zubau an Steckersolargeräten laut Daten des Marktstammdatenregisters seit 2022. Die Säulen zeigen die Zubauleistung in Kilowatt-Peak (kWp).

Steckersolargeräte (auch bekannt als Balkonsolaranlagen) sind Anlagen, die sich an (kleinere) Haushalte vorzugsweise in Mehrfamilienhäusern richten oder für Einfamilienhäuser ein erster Einstieg in die Solarenergienutzung darstellen.

Die Kosten für Steckersolargeräte sind in den vergangenen Monaten stark gefallen. Bei den Steckersolargeräten zeigt sich, dass Solar-Strom auch Sozial-Strom ist.

Steckersolargeräte werden im Marktstammdatenregister als eigenständige Kategorie erfasst. In München produzieren diese Kleinanlagen 2025 rund 7 Megawatt. Diese werden von mehr als 7.500 Bürger*innen betrieben. Über 3.000 neue Steckersolargeräte machten in 2025 gut sieben Prozent des Photovoltaik-Zubaus aus.

Bei den Steckersolargeräte zeigen ein starkes saisonales Muster: der Zubau ist besonders in den sonnenreichen Monaten groß, wenn die Bürger*innen die Kraft der Sonne selber spüren.

Die Installation von Steckersolargeräten in Wohnungseigentümergemeinschaften wurde bereits 2024 erleichtert. Nun werden Steckersolargeräte ähnlich behandelt wie Ladestationen zum Aufladen von Elektroautos. Ein Steckersolargerät am Balkongeländer kann nicht mehr verhindern werden, sofern der Gebäudeeigentümer nicht schwerwiegende Gründe nachweist. Über die Details der Installation braucht es aber weiterhin eine Zustimmung der Vermieter*innen beziehungsweise der Wohnungseigentümergemeinschaft.

Photovoltaik-Mieterstrom

Mieterstrom verknüpft die soziale Frage mit dem notwendigen Ausbau erneuerbarer Energien. Eine Photovoltaikanlage hält etwa 40 Jahre. Über diese lange Zeit kann der Mieterstrom viele Vorteile bringen.

Durch Mieterstrom vom gemeinsamen Dach können die Hausbewohner*innen von der Wirkung einer lokalen Photovoltaikanlage als „Strompreisbremse“ profitieren.

Es ist wichtig, dass Photovoltaikanlagen in Mehrfamilienhäusern als Mieterstromprojekte geplant werden. Das ist sinnvoll, weil der Strom direkt vor Ort genutzt wird. Dadurch lohnt sich eine Anlage mit Mieterstrom oft mehr als eine vollständigen Einspeisung ins Stromnetz. Das lohnt sich für die Betreiber der Anlage und für die Menschen im Gebäude.

Es gibt verschiedene Modelle für Mieterstrom: neben klassischem, per EEG-Mieterstromzuschlag gefördertem Mieterstrom gibt es beispielsweise die Gemeinschaftliche Gebäudestromversorgung (GGV), Realteilung von PV-Anlagen je Wohneinheit, oder Direktlieferungen per Energieverteilungseinheit. Da einige Konzepte noch durch den langsamen SmartMeter-Rollout oder fehlende Marktkommunikationsprozesse der Energiewirtschaft gehemmt werden, entstehen auch vereinfachte Lösungen. Zum Beispiel die sogenannte kollektive Selbstversorgung. Diese braucht keine Förderung, funktioniert aber ähnlich. Das bedeutet: Die früheren Mieterstromprojekte sind nicht verschwunden. Sie laufen nur unter einem anderen Namen weiter und werden im Marktstammdatenregister nicht erfasst. Die Auswertung des Marktstammdatenregisters liefert daher kein vollständiges Bild.

In den nächsten Jahren soll Mieterstrom in München stark ausgebaut werden. Das ist Teil der Solarstrategie der städtischen Wohnungsbaugesellschaft "Münchner Wohnen". Viele neue Mieterstromprojekte werden geplant. Dazu helfen neue Gesetze, die den Betrieb von Mieterstromanlagen einfacher machen.

Top-Ten-Betreiber mit dem höchsten Zubau in 2025

Top-Ten der PV-Betreiber mit der höchsten Zubauleistung in 2025
Top-Ten der PV-Betreiber nach neu installierter Leistung im Jahr 2025.

Auf Platz 1 der Anlagenbetreiber*innen mit der größten Zubauleistung 2025 liegen die Münchner Bürger*innen, die mit rund 5.500 Anlagen eine Zubauleistung von etwa 23 MWp erreicht haben.

Die Stadtwerke München (SWM) hat mit 190 neuen Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von 6 MWp den größten Einzelbeitrag zum Photovoltaik-Zubau geleistet.

Die Freiflächenanlage im Münchner Norden mit 4,3 MWp trägt fast 10% zum PV-Zubau bei.

Die Landeshauptstadt München hat mit weiteren 16 Anlagen des Referats für Bildung und Sport (RBS) 1.098 kWp zugebaut.

Die Isarwatt eG als Energiedienstleister der Münchner Wohnungswirtschaft hat weitere 13 Wohngebäude mit Mieterstromanlagen ausgestattet und so insgesamt 888 kWp zum PV-Ausbau beigetragen.

Bewertung des Photovoltaik-Zubaus 2025

2025 wurden erneut viele neue Photovoltaikanlagen gebaut. Der Ausbau erreichte in einem schwierigen Marktumfeld immerhin die Vorjahresleistung. Mit 47 MWp wurde das Zubauziel für 2025 des Masterplans "Solares München" übertroffen, auch wenn kein weiteres Zubauwachstum erreicht werden konnte. Die gesamte Leistung aller Photovoltaikanlagen in München beträgt jetzt 240 Megawatt-Peak (MWp). Dieses Ziel wurde fast zwei Jahre früher erreicht als geplant. Bis 2030 soll der jährliche PV-Zubau auf 100 MWp verdoppelt werden. Dafür müssen insbesondere auf Bundesebene die Weichen richtig gestellt werden: das EEG, der Netzausbau und die Netzentgelte müssen im laufenden Jahr novelliert werden, so dass der PV-Ausbau weiter fortgesetzt werden kann. Ziel ist eine nachhaltige, kostengünstige und sichere Energieversorgung, die den steigenden Bedarf für Wärme, Mobilität und künstliche Intelligenz decken kann.

Auch in ganz Deutschland wurden 2025 viele neue Photovoltaikanlagen gebaut. Insgesamt wurden mit 17 Gigawatt-Peak (GWp) etwas weniger Leistung als im Vorjahr neu installiert. In Bayern konnte der Zubau von 3.943 MWp (2024) auf 4.537 MWp (2025) sogar nochmals um 15 Prozent gesteigert werden.

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) fördert weitere Photovoltaikanlagen. Bis 2030 soll es in Deutschland insgesamt 215 Gigawatt-Peak (GWp) an Leistung geben. In München soll laut dem Masterplan bis 2030 eine Leistung von einem Gigawatt-Peak (GWp) erreicht werden.

Der Ausbau 2025 zeigt: München ist voll im Plan und auf einem guten Weg..

Hintergrund zum Masterplan "Solares München"

Der Ausbau von Solarenergie ist wichtig zur Erreichung der Klimaneutralität. Das Referat für Klima- und Umweltschutz wurde beauftragt, einen sogenannten Masterplan entwickeln. Der Masterplan "Solares München" wurde 2023 im Stadtrat beschlossen. Damit soll der Ausbau der Photovoltaik und Solarthermie geplant, gemessen und gesteuert werden.

Eine ausführliche Beschreibung des Solarstrom-Ausbaus ist in der Langfassung in Anlage 1 zu finden.

Der Zeitplan des Masterplans

  • Bis 2030: In dieser Zeit wird besonders viel Solarstrom ausgebaut.
  • Ab 2030: Der Zubau bleibt konstant und es wird immer mehr Solarstrom in der Stadt genutzt.
  • Langfristig: Nach etwa 40 Jahren müssen alte Anlagen ersetzt werden.

Zielwerte des Masterplans

Das langfristige Ziel ist, dass 25 Prozent des Strombedarfs der Stadt München mit Photovoltaikanlagen im Stadtgebiet erzeugt werden.

Der Stadtrat hat mit dem Masterplan "Solares München" folgende Ziele für die Stadt München beschlossen:

  • Eine Steigerung der Photovoltaikleistung von 40 Prozent pro Jahr, bis eine Photovoltaik-Zubauleistung von 100 MWp/Jahr erreicht ist. Danach (ab circa 2030) soll die Zubauleistung dauerhaft konstant bleiben.
  • Auf Siedlungsflächen (Wohnbauflächen, Industrie- und Gewerbeflächen) gilt ein Richtwert von 20 Prozent Photovoltaikfläche bezogen auf die Grundstücksfläche. 40 Prozent der Siedlungsfläche bleiben unberücksichtigt, da an vielen Stellen Denkmalschutz oder andere Gründe der Photovoltaik-Nutzung entgegenstehen.
PV-Anlage inklusive Sonne

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