Unterstützung für Geflüchtete aus der Ukraine – www.muenchen.de/ukraine

Wenn Energie zu teuer wird

Die Stadt unterstützt Münchner Haushalte mit geringem Einkommen

15. November 2022

Kommunaler Wärmefonds, Härtefallfonds und Stromkostenzuschuss

80 Prozent des Energieverbrauchs entfallen auf die Heizung.
Michael Nagy
80 Prozent des Energieverbrauchs entfallen auf die Heizung. Wer auf seine Raumtemperatur achtet, kann also richtig Geld sparen. Die SWM empfehlen 19 bis 21 Grad im Wohnzimmer und 16 bis 18 Grad im Schlafzimmer.

Angesichts drastisch gestiegener Energiepreise hat die Bundesregierung mit ihrem Entlastungspakt Preisbremsen für Gas und Strom beschlossen, der Freistaat hat hier ebenfalls Unterstützungsleistungen angekündigt. Um ganz gezielt Münchner Haushalten mit geringem Einkommen helfen zu können, hat die Stadt neben den staatlichen Leistungen einen kommunalen Stromkostenzuschuss sowie einen Härtefall- und einen Wärmefonds eingerichtet.

Letzte Woche haben Bürgermeisterin Verena Dietl und Sozialreferentin Dorothee Schiwy gemeinsam mit den Stadtwerken München (SWM) und den Trägern der Freien Wohlfahrt die geplante Einrichtung eines Wärmefonds vorgestellt. Er soll ab 1. Januar 2023 zur Verfügung stehen. „Mit dem Wärmefonds unterstützt die Stadt München einkommensschwache Bürgerinnen und Bürger, die ihre Heizkostenrechnungen nicht mehr bezahlen können,“ so Dietl.

Die SWM haben dafür Mittel von 20 Millionen Euro bereitgestellt. Die organisatorische Umsetzung und Auszahlung aus diesem Fonds sollen in Kooperation der Stadt und den Trägern der Freien Wohlfahrt erfolgen. „Damit die Auszahlungen unbürokratisch und schnell stattfinden können, stellt die Stadt München als weitere freiwillige Leistung Zuschüsse an die beteiligten Träger der Freien Wohlfahrt bereit und stockt zusätzliches Personal in den Sozialbürgerhäusern auf,“ erläutert die Bürgermeisterin.

Antragsberechtigt sind alle Personen, deren monatliches Nettoeinkommen unterhalb der aktuellen Armutsrisikogrenze liegt und die keine Sozialleistungen aus dem SGB II und XII beziehungsweise dem Asylbewerberleistungen beziehen. Die Armutsschwelle für einen Ein-Personenhaushalt liegt aktuell bei 1.540 Euro, für einen Zwei-Personenhaushalt bei 2.310 Euro und für eine Familie mit einem Kind unter 14 Jahren bei 2.770 Euro. Bürger*innen können die Anträge ab Januar 2023 an verschiedenen Anlaufstellen der Freien Wohlfahrtspflege und in den städtischen Sozialbürgerhäusern stellen.

Bereits seit 1. Juli kann zudem der städtische Stromkostenzuschuss in den Sozialbürgerhäusern beantragt werden. Der Zuschuss beträgt bis zu 50 Euro bei Ein- und Zweipersonenhaushalten und bis zu 100 Euro bei Haushalten ab drei Personen. Berechtigt sind Personen, die Wohngeld, auch zusammen mit Kinderzuschlag, erhalten oder deren Einkommen unter der Armutsrisikogrenze oder unter dem Bedarf nach SGB II, SGB XII oder AsylbLG liegt, ohne dass sie diese Leistungen beziehen. Darüber hinaus können Menschen den Antrag stellen, die Jugendhilfe nach dem SGB VIII beziehen und in eigener Wohnung leben, ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr absolvieren und Freiwillige im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes. Der Zuschuss wird bis 30. Juni 2023 ausgezahlt. Der Stromkostenzuschuss wird für die Haushaltsenergie gewährt, nicht jedoch für Heizkosten. Diese Einmalzahlung dient damit demselben Zweck wie die Einmalzahlung des Bundestags und kann deshalb nicht an diese Zielgruppe vergeben werden.

Münchner Haushalte mit geringem Einkommen können sich bei Androhung einer Sperrung des Haushaltsstroms oder der Heizenergie an ihr zuständiges Sozialbürgerhaus beziehungsweise Jobcenter oder die Schuldner- und Insolvenzberatung wenden. Dort wird geprüft, ob es sich um einen sogenannten Härtefall handelt, für den der Härtefallfonds zur Verfügung steht, der aus Stiftungsmitteln des Sozialreferats oder der Wohlfahrtsverbände finanziert wird. Bei Vorliegen eines Härtefalls wird eine Vergleichsvereinbarung mit den SWM geschlossen. Einen finanziellen Beitrag leisten dann die SWM, die auf einen Anteil ihrer Forderungen verzichten, der Härtefallfonds sowie die Bürger*innen selbst.

Sein zuständiges Sozialbürgerhaus findet man unter muenchen.de/sbh.

Oberbürgermeister Dieter Reiter:

Oberbürgermeister Dieter Reiter

„Die Verunsicherung ist groß, gerade bei jenen, die schon jetzt nicht wissen, wie sie finanziell über die Runden kommen sollen. Viele Menschen haben Sorge, dass sie die nächste Nebenkostenrechnung nicht bezahlen können. Um niemanden in München im Kalten oder Dunklen sitzen zu lassen, haben unsere Stadtwerke München beispielsweise einen Wärmefonds von 20 Millionen Euro eingerichtet, der Menschen in prekärer finanzieller Situation bei der Bezahlung ihrer Heizungsrechnungen helfen soll.“

Energiespar-Prämie und Energieberatung

Logo Stadtwerke München

Die Stadtwerke München (SWM) beteiligen sich als kommunales Unternehmen an der Unterstützung von Haushalten mit geringem Einkommen, etwa bei Härtefällen und mit dem Wärmefonds (siehe Artikel oben). Unter dem Motto Jede kWh zählt! rufen sie zudem einen Wettbewerb zum Strom und Heizenergie sparen aus und bieten – teilweise kostenlos – Energieberatung an.

Es geht darum, möglichst viel Energie einzusparen, um die Gasspeicher aufzufüllen und so die unsichere Versorgungslage auszugleichen. Besonders das Sparen von Heizenergie hilft, Erdgasvorräte für den Winter anzulegen. Aber auch das Stromsparen trägt indirekt dazu bei, da Strom auch mithilfe von Erdgas hergestellt wird.

Und so geht‘s: Jede*r SWM Kund*in kann sich bis 15. Dezember unter meine.swm.de anmelden. Dann wird die nächste Strom- oder Gas-Jahresrechnung mit der zurückliegenden verglichen. Liegt die Einsparung bei mehr als zehn Prozent, winkt eine Prämie von 50 Euro. Wenn sie mindestens 20 Prozent beträgt, gibt es sogar 100 Euro. Haushalte, die auch bislang schon sehr sparsam waren, erhalten eine Prämie von 50 Euro, wenn ihr Verbrauch unter der Hälfte des Durchschnittsverbrauchs liegt.

Außerdem können sich alle SWM-Kund*innen zum Thema Stromsparen beraten lassen – kostenlos telefonisch und in der SWM Zentrale oder gegen Gebühr auch bei sich zuhause.

Münchner Haushalten mit geringem Einkommen bieten die SWM eine kostenfreie Energieberatung direkt vor Ort an. Speziell für Rentner*innen ermöglichen die SWM auch an jedem dritten Montag eines Monats im Seniorenbeirat (Burgstraße 4, Raum 103) Beratungstermine zu vereinbaren.

Alle Informationen sind zu finden unter swm.de/energiesparen.

Für den Notfall vorsorgen

Logo Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) gibt auf seiner Internetseite Empfehlungen zu Vorsorge und Verhalten in verschiedenen Notsituationen wie Feuer, Unwetter oder auch Stromausfall. Ratgeber und Checklisten können unter bbk.bund.de heruntergeladen werden.

Information

Die Stadt informiert

„Die Stadt informiert" erscheint immer dienstags in der Süddeutschen Zeitung und im Münchner Merkur. Dieser Beitrag ist vom 15. November 2022.