"Sensing Sites - Dekoloniale Gedächtnissuche"
Mit der Veranstaltungsreihe "Sensing Sites" findet vom 23. Oktober bis 29. November ein mehrwöchiges Projekt zur Kolonialgeschichte statt.
Veranstaltungsreihe "Sensing Sites - Dekoloniale Gedächtnissuche"
Mit der Veranstaltungsreihe "Sensing Sites – Dekoloniale Gedächtnissuche" findet vom 23. Oktober bis 29. November ein mehrwöchiges Projekt zur Kolonialgeschichte statt. Zur Eröffnung am Freitag, 23. Oktober, 19 Uhr, im HP8, Hans-Preißinger-Straße 8, sprechen Kulturreferent Marek Wiechers und der Direktor der Münchner Stadtbibliothek Dr. Arne Ackermann.
Die Münchner Kuratorinnen Modupe Laja und Sarah Bergh-Bieling haben mit "Sensing Sites" mit künstlerischen Interventionen, Ausstellungen, Theater, Stadtrundgängen und für Kinder und Jugendliche geeigneten Angeboten den postkolonialen Stadtraum zum Thema gemacht. Knapp 30 Veranstaltungen bei zum Teil freiem Eintritt hat das breite Bündnis zivilgesellschaftlicher, städtischer und wissenschaftlicher Akteur*innen mit Förderung und fachlicher Unterstützung durch das Kulturreferat aufgestellt.
"Sensing Sites" richtet den Blick auf koloniale Verflechtungen, die bis heute im Münchner Stadtraum wirken. Die Veranstaltungsreihe fragt nach verdrängten Perspektiven und lokalen Orten der Kolonialgeschichte. Sie thematisiert zugleich Formen eines widerständigen Erinnerns.
Ein Herzstück des Projekts ist das Erinnerungskunstwerk "Living Layers" von Nando Nkrumah. Die Bronzeskulptur wird am Samstag, 24. Oktober, um 12 Uhr am Alten Südlichen Friedhof, Thalkirchner Straße 17, mit einem Grußwort von Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek der Öffentlichkeit vorgestellt. Der bildende Künstler macht dort Geschichten von Menschen sichtbar, die im kolonialen Kontext entrechtet, verschleppt oder zur Schau gestellt wurden. Die Skulptur ist zunächst für zwei Jahre zu sehen.
Das Kunstwerk erinnert an die verschleppten Personen Cula, Akafede Dalle sowie die beiden indigenen Kinder, die unter den Namen Juri und Miranha bekannt wurden. Im Jahr 1820 wurden sie von den Forschungsreisenden Johann Baptist von Spix und Carl Friedrich Philipp von Martius nach München verschleppt. Ihre Schicksale kreuzen sich am Alten Südlichen Friedhof. Über eine digitale Ebene, die mit einem Smartphone zugänglich ist, gibt die Skulptur auf spekulative Weise den Menschen eine Stimme, die vom Kolonialismus in München betroffen waren.
Das ausführliche Programm ist abrufbar unter