Schachturnier als Höhepunkt
Das Münchner Schulschachprojekt ermöglicht eine ganzheitliche Förderung jenseits von Sprachbarrieren
Schulschachturnier bringt acht Schulen zusammen
Rund 100 Kinder, 40 Schachbretter und konzentrierte Stille: Zum Abschluss des Schuljahres traten am 21. Juli 2026 Schüler*innen aus zehn Münchner Grund-, Mittel- und Förderschulen beim gemeinsamen Schulschachturnier gegeneinander an. Austragungsort war die Turnhalle der Grundschule an der Baierbrunner Straße in Obersendling.
Insgesamt gingen 24 Mannschaften mit jeweils vier Spieler*innen an den Start. Gespielt wurden sieben Runden. Alle Teilnehmer*innen erhielten eine Medaille, alle Mannschaften eine Urkunde.
Organisiert und geleitet wurde das Turnier von der Schachabteilung des FC Bayern München e.V., die auch den regelmäßigen Schachunterricht an den Schulen gestaltet.
Gewinner*innen
Die Gewinnerschulen des Schachtuniers sind:
Platz 1: Grundschule Balanstraße
Platz 2: Grundschule Baierbrunner Straße
Platz 3: Grundschule Schrobenhausener Straße
Schachunterricht fördert Chancengleichheit
Höhepunkt des Schachunterrichts
Das Turnier bot den Schüler*innen die Gelegenheit, ihre im Laufe des Schuljahres erworbenen Fähigkeiten anzuwenden und sich mit Kindern aus anderen Schulen zu messen.
Das gemeinsame Spiel fördert nicht nur den sportlichen Ehrgeiz. Die Kinder müssen sich konzentrieren, vorausdenken, Entscheidungen treffen und mit Siegen und Niederlagen umgehen. Gleichzeitig erleben sie, was sie durch regelmäßiges Üben erreichen können.
Schach als Teil des Unterrichts
Das Münchner Schulschachprojekt gibt es seit dem Schuljahr 2020/21. An den beteiligten Grund-, Mittel- und Förderschulen findet der Schachunterricht einmal wöchentlich während der regulären Unterrichtszeit statt. An Grundschulen nehmen beispielsweise alle Klassen der zweiten Jahrgangsstufe teil. Zusätzlich können die Schüler*innen weiterführende Schach-AGs besuchen.
Schach funktioniert unabhängig von den jeweiligen Deutschkenntnissen. Dadurch können alle Kinder mitspielen und ihre Fähigkeiten zeigen. Das Training stärkt insbesondere:
- Konzentration und Ausdauer
- logisches und strategisches Denken
- Perspektivwechsel
- sozial-emotionale Kompetenzen
- Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeit
Seit Beginn des Projekts haben mehr als 5.000 Schüler*innen teilgenommen. Die Wirkung des Unterrichts wird derzeit im Rahmen eines Forschungsprojekts an der Ludwig-Maximilians-Universität München wissenschaftlich untersucht. Nach dem Auslaufen der bisherigen städtischen Finanzierung ermöglicht SZ Gute Werke e.V. die Fortsetzung des Angebots durch eine Zuwendung an die Landeshauptstadt München.
Zitate
„Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit: Das sind die übergeordneten Ziele des Referats für Bildung und Sport. Das Schulschachprojekt hat sich hierfür als besonders wirksames Instrument gezeigt, das die Schulen unbedingt fortsetzen wollen. Ich freue mich sehr, dass SZ Gute Werke e.V. diese Kontinuität ermöglicht, und danke der Schachabteilung des FC Bayern München e.V. für die bisherige Umsetzung des Projekts an den Schulen.“
„Schach fördert nicht nur Konzentration, strategisches Denken und Ausdauer. Es bringt Kinder zusammen, stärkt Selbstverstrauen und schafft Erfolgserlebnisse – ganz unabhängig von Sprache, Herkunft oder persönlichem Hintergrund. Gerade das hat uns bei SZ Gute Werke e.V. überzeugt und wir freuen uns, die Fortführung dieses wichtigen Projektes zu ermöglichen.“
„Wir sind seit Beginn des Münchner Schulschachprojektes dabei und möchten es unbedingt fortsetzen. Schach ist nicht nur ein Spiel, sondern Sport für den Kopf. Die Fortschritte unserer Zweitklässler*innen im Verlauf eines Schuljahres sind enorm. Gerade für Kinder mit niedrigerem Sprachniveau kann Schach ein echter Katalysator sein, um ihre strategische Kompetenz zu zeigen.“
Wie ist das Projekt entstanden?
Das „Münchner Schulschachprojekt" wurde vom Stadtrat im Rahmen der Sitzungsvorlage des Sozialreferats „München gegen Armut – Maßnahmen zur Vermeidung und Bekämpfung von Armut“ beschlossen (BV 14-20 / V 16433 vom 27.11.2019). Das Projekt ist entsprechend des Stadtratsbeschlusses für Grund-, Mittelschulen und Förderschulen vorgesehen und wurde für eine Laufzeit von fünf Jahren mit einer finanzielle