Anpassung der Nutzungsentgelte für städtische Sportanlagen
Die Stadt München passt die Nutzungsentgelte für städtische Sportanlagen an. Die Vereinsförderung bleibt trotz angespannter Haushaltslage erhalten.
Nutzungsentgelte für Sportanlagen angepasst – Vereinsförderung bleibt
Die Landeshauptstadt München will die Förderung ihrer Sportvereine trotz der angespannten Haushaltslage unverändert fortführen. Statt der ursprünglich vom Beratungsunternehmen Partnerschaft Deutschland (PD) vorgeschlagenen weitreichenden Kürzungen der Vereinsförderung werden die Nutzungsentgelte für städtische Sportanlagen angepasst: Sie steigen um den Faktor 1,5. Die entsprechende Vorlage des Referats für Bildung und Sport hat der Sportausschuss am Mittwoch beschlossen. Die endgültige Entscheidung trifft die Vollversammlung des Stadtrats.
Vereinsförderung bleibt erhalten
Hintergrund ist der Eckdatenbeschluss zum Haushalt 2027. Angesichts der angespannten Finanzlage muss auch der Sportbereich einen Beitrag zur Konsolidierung des städtischen Haushalts leisten. Mit dem nun beschlossenen System bleibt die gesamte Vereinsförderung von den geplanten Einsparungen ausgenommen. Damit bleiben die Sportbetriebspauschale, die Unterhaltszuschüsse für Vereinssportanlagen und alle weiteren Förderleistungen erhalten – besonders wichtig für Vereine mit eigenen Sportstätten und hohen Betriebs- und Unterhaltskosten.
Der ursprüngliche Vorschlag von Partnerschaft Deutschland sah vor, die freiwillige Sportförderung deutlich zu kürzen.
Neue Nutzungsentgelte ab 2027
Die Nutzungsentgelte für die städtischen Sportanlagen sind seit ihrer Einführung im Jahr 2004 unverändert geblieben. Die geplante Erhöhung um 50 Prozent orientiert sich an der allgemeinen Preisentwicklung in diesem Zeitraum. Gleichzeitig bleiben die Nutzungsentgelte auch künftig nach verschiedenen Nutzer*innengruppen gestaffelt. Gemeinnützige Münchner Sportvereine profitieren weiterhin von besonders günstigen Konditionen.
Wann werden die Nutzungsentgelte angepasst?
Die neuen Entgelte sollen formal zum 1. Januar 2027 in Kraft treten. Aufgrund bestehender Verträge werden sie je nach Sportanlage zu unterschiedlichen Zeitpunkten wirksam, überwiegend erst zum jeweiligen Saison- beziehungsweise Schuljahresbeginn. Für Schulsporthallen und Schulschwimmbäder ist die Anpassung beispielsweise zum 1. September 2027 vorgesehen.
Regelmäßige Anpassung und erwartete Mehreinnahmen
Um künftig größere Preissprünge zu vermeiden und den Vereinen mehr Planungssicherheit zu geben, sollen die Entgelte alle drei Jahre anhand des Verbraucherpreisindex angepasst werden.
Durch die Erhöhung erwartet die Landeshauptstadt München im Jahr 2027 zusätzliche Einnahmen von bis zu 470.000 Euro. Ab 2028 sollen die Mehreinnahmen jährlich rund 1,3 Millionen Euro betragen.
Sportbürgermeisterin Verena Dietl
„Unsere Sportvereine sind das Rückgrat des Münchner Sports. Sie fördern Gesundheit, schaffen Gemeinschaft und leisten mit ihrem großen ehrenamtlichen Engagement einen unschätzbaren Beitrag für unsere Stadt. Ich bin sehr froh, dass es uns in den aktuell finanziell sehr herausfordernden Zeiten gelungen ist, die umfangreiche Münchner Sportförderung stabil zu halten und vor allem die Zuschüsse an die Vereine konstant und auf hohem Niveau zu bewahren.
Bei den städtischen Sportanlagen und Sporthallen konnten die Nutzungsgebühren über 20 Jahre hinweg unverändert bleiben. Dass die für kommendes Jahr anstehende Erhöhung dieser Gebühren für viele Vereine trotzdem eine Belastung ist, kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich kann aber versichern, dass wir diesen Schritt nur deshalb gehen, weil er als Beitrag zur Haushaltsicherung notwendig ist. Als Sportbürgermeisterin werde ich mich auch weiterhin und an jeder geeigneten Stelle dafür einsetzen, dass die Bedingungen für das Sporttreiben in München, sei es individuell oder in unseren Vereinen, auch künftig einfach zugänglich und so sozial fair wie möglich gestaltet sind.“
Sportreferent Florian Kraus
„Uns ist bewusst, dass jede zusätzliche Belastung für die Vereine eine Herausforderung darstellt. Deshalb setzen wir weiterhin auf faire und sozial verträgliche Bedingungen für den Sport in München. Denn die Münchner Sportvereine leisten Tag für Tag einen wichtigen Beitrag für unsere Stadt. Sie bringen Menschen in Bewegung, schaffen Gemeinschaft und ermöglichen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, ihrer Leidenschaft für den Sport nachzugehen.“