Masterplan für die Verkehrswende

Ausbau-Offensive für den Nahverkehr, Vorfahrt für Shared Mobility und mehr Barrierefreiheit - für sicheren, nachhaltigen und komfortablen Mobilität

01. März 2022

Ausbau-Offensive für den Nahverkehr

50 Jahre Münchner U-Bahn
Michael Nagy
50 Jahre Münchner U-Bahn – OB Dieter Reiter (Mitte) feiert zusammen mit Helmut Schütz (links), Amtschef im Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr, und Ingo Wortmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der MVG. „Im Juni hat der Stadtrat die ‚Mobilitätsstrategie 2035‘ auf den Weg gebracht. Sie ist unser Masterplan, wie der Verkehr in München auch in Zukunft sicher, nachhaltig und komfortabel gestaltet werden kann,“ so der OB.

Neue Trambahn-Linien, Verlängerung der U-Bahn 5 und Busbeschleunigungen - Über 530 Millionen Euro für das Rückgrat der Münchner Verkehrswende

Mehr als eine halbe Milliarde Euro hat der Stadtrat für einen massiven Ausbau des Münchner Tramnetzes und weitere Verbesserungen im ÖPNV beschlossen – und schafft damit die Voraussetzungen, damit die Verkehrswende gelingen kann. „Der öffentliche Nahverkehr ist das Rückgrat unserer Mobilität,“ betont Oberbürgermeister Dieter Reiter. Je attraktiver das Angebot ist, desto mehr Menschen legen ihre Wege mit öffentlichen Verkehrsmitteln anstatt dem eigenen Auto zurück.

Für die Tram Westtangente soll 2023 der Bau beginnen. Der nördliche Abschnitt zwischen Romanplatz und Waldfriedhof soll bis 2025/26 in Betrieb genommen werden, der südliche Abschnitt bis 2027.

Tram Münchner Norden: Der Teil der Tramstrecke, der die Linie 23 zum Kieferngarten verlängert, soll bis Ende 2027 in Betrieb gehen. Der zweite Abschnitt von Schwabing Nord durch die Bayernkaserne in Richtung Am Hart ist in Planung. Ebenfalls in Planung sind die Trams Nordtangente, Johanneskirchen, Berg am Laim – Daglfing, Südtangente, Parkstadt Solln und Amalienburgstraße – Freiham.

„Was wir brauchen, ist vor allem Schnelligkeit beim Ausbau unseres öffentlichen Nahverkehrs,“ so der OB. Daher soll eine Task Force unter der Leitung des Oberbürgermeisters eingerichtet werden.

Auch die Verlängerung der U 5 von Laim nach Pasing mit Projektkosten in Höhe von 988 Millionen Euro hat der Stadtrat jetzt genehmigt und das Baureferat mit dem Bau des ersten Teilabschnitts beauftragt. Im Januar haben die Bauarbeiten des Streckenabschnitts ab dem Laimer Platz über die Gotthardstraße bis zum künftigen U-Bahnhof Willibaldstraße begonnen. Für die gesamte Verlängerung rechnet die Stadt mit einer Gesamtbauzeit von rund zehn Jahren.

Kurzfristige Verbesserungen im ÖPNV erreicht die Stadt durch Busbeschleunigungen: Aktuell hat der Stadtrat weitere elf Schritte beschlossen, so dass seit 2018 knapp 40 Maßnahmen, wie eigene Busspuren und optimierte Ampelschaltungen, auf den Weg gebracht werden konnten.

Vorfahrt für Shared-Mobility-Angeboten

Shared Mobility
Mobilitätsreferat
Bis zu 400.000 Fahrten mit dem eigenen Pkw könnten täglich eingespart und stattdessen mit dem ÖPNV und Shared-Mobility-Angeboten zurückgelegt werden.

Carsharing-Autos, Leihräder oder Elektroroller sind eine attraktive Alternative zum privaten Pkw und eine optimale Ergänzung zu den Fahrten mit dem ÖPNV. „In den kommenden Jahren bauen wir deshalb den ÖPNV und die Sharing-Angebote massiv aus,“ so Oberbürgermeister Dieter Reiter.

Die gerade beschlossene Teilstrategie Shared Mobility ist eine von 19 Teilstrategien der Mobilitätsstrategie 2035. Bis 2026 sollen im gesamten Stadtgebiet bis zu 200 sogenannte Mobilpunkte mit Cahrsharing-Autos, Leihrädern und Elektrorollern entstehen. Die ersten Mobilitätsstationen sollen noch heuer eröffnet werden.

„Private Pkw stehen durchschnittlich 23 Stunden am Tag herum und werden nur eine Stunde genutzt. Es liegt deshalb nahe, sich Autos zu teilen: Das schont nicht nur den Geldbeutel, sondern schützt auch Umwelt und Klima und schafft Platz in den Straßen,“ erläutert der OB. Für die geteilten Autos sollen daher mindestens 1.600 Stellplätze entstehen.

Wichtig ist dabei auch der Anschluss an das Münchner Umland. Die Umsetzung erfolgt deshalb in enger Zusammenarbeit mit dem MVV, der MVG und anderen Anbieter*innen.

Ein Überblick aller bislang errichteten Mobilitätsstationen ist unter muenchenunterwegs.de zu finden.

Erleichterungen für Mobilitätseingeschränkte

Einstiegs-Rampen
MVG/Johannes Boos
Insgesamt 53 U-Bahnhöfe hat die MVG mit gelben Einstiegs-Rampen aus glasfaserverstärktem Kunststoff ausgestattet.

In den kommenden Jahren sollen Bahnhöfe und Haltestellen barrierefrei werden

Fahrgäste mit Mobilitätseinschränkungen kommen seit Ende letzten Jahres mit der U-Bahn noch einfacher vorwärts. Alle 53 U-Bahnhöfe sind mit einer partiellen Bahnsteigerhöhung ausgestattet worden. Die gelbe Rampe erlaubt das niveaugleiche Einsteigen in die U-Bahn an der jeweils ersten Tür des ersten Wagens.

Das ist aber nur einer der Schritte zur Barrierefreiheit im ÖPNV. Bahnsteige und Haltestellen sollen in der ganzen Stadt barrierefrei umgestaltet werden. So baut die Stadt etwa in U-Bahnhöfen das taktile Bodenleitsystem für Blinde und sehbehinderte Personen weiter aus oder stattet Geländer mit Brailleschrift aus.

Zudem wird untersucht, ob der nachträgliche Einbau von Aufzügen am Karl-Preis-Platz, am Michaelibad, an der Therese-Giehse-Allee und danach in Obersendling möglich ist.

Auch die Tram- und Bushaltestellen sollen sukzessive barrierefrei umgestaltet werden. 381 Bushaltestellen sind bereits ganz oder teilweise barrierefrei, der Umbau der Tramhaltestellen beginnt in diesem Jahr. Die Haltestellen der neu entstehenden Trambahnlinien werden ohnehin barrierefrei geplant.

Die Umsetzung ist für die kommenden Jahre und Jahrzehnte geplant und wurde gemeinsam mit der SWM/MVG sowie dem Facharbeitskreis für Mobilität des Behindertenbeirats, dem Behindertenbeauftragten und dem Seniorenbeirat der Stadt erarbeitet.

Die Stadt informiert

„Die Stadt informiert" erscheint immer dienstags in der Süddeutschen Zeitung und im Münchner Merkur. Dieser Beitrag ist vom 1. März 2022.