Kraftakt für die Zukunft der Kinder

Größtes kommunales Bildungsbauprogramm in Deutschland wird fortgesetzt - München investiert 8,36 Milliarden Euro in die Schul- und Kitabauoffensive

03. Januar 2023

Vier Grundschulen wurden zum Schuljahresbeginn 2022/23 fertiggestellt. Die Grundschule Von-der-Pfordten-Straße, deren zentraler Bereich hier zu sehen ist, wurde von ihren Schüler*innen bereits erobert.

Zahlreiche neue Bauprojekte

Die Schul- und Kitabauoffensive der Stadt München geht in die nächste Runde. Mit dem Stadtratsbeschluss zum 4. Schulbauprogramm setzt die Stadt acht weitere Schulbauprojekte um. Durch das Kitabauprogramm 2022 kommen fünf weitere Projekte hinzu. 

Das Finanzvolumen für die neuen Schulbauprojekte beläuft sich auf 595 Millionen Euro. Für den Kitabau hat der Stadtrat 73,3 Millionen Euro bewilligt. Das Gesamtvolumen aller Programme liegt damit – trotz der aktuellen Haushaltsherausforderungen – bei 7,84 Milliarden Euro für die Schulbauprogramme sowie 520 Millionen Euro für die Kitas, insgesamt also bei 8,36 Milliarden Euro. Die Stadt stemmt damit das größte kommunale Bildungsbauprogramm in Deutschland. Insgesamt entstehen so weitere 57.800 Schul- und 8.250 Kitaplätze.

Michael Nagy

Das 4. Schulbauprogramm umfasst acht Schulbauprojekte, durch die zehn Schulgebäude mit Raum für elf Schulen geschaffen werden. Zusammen mit den bisherigen 95 Schulbauprojekten aus den ersten drei Schulbauprogrammen liegt die Gesamtzahl nun bei 103 Schulbauprojekten.

Am neuen Standort Campus Freiham II Nord werden anhand einer dreizügigen Mittelschule, der zweizügigen Außenstelle des Sonderpädagogischen Förderzentrums München-West und einer fünfzügigen Grundschule gestiegene Grund-, Mittel- und Förderschulbedarfe abgedeckt.

Der hohe Bedarf im Bereich der Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung wird über einen neuen Schulstandort Im Gefilde durch das Versetzen einer bestehenden Pavillonanlage und das Errichten eines ergänzenden Systembaus gemildert.

Die Grund- und Förderschule am Theodor-Heuss-Platz 6 erhalten Ersatzneubauten aufgrund der baulichen Bedarfe sowie der notwendigen Erweiterung um jeweils einen Zug.

An der Auenstraße 17 und 19 entsteht der Ersatzneubau für die bestehende Sporthalle und die Kita. Dadurch erhält die Mittelschule an der Wittelsbacherstraße 10 einen neuen Sporttrakt und in einem Gebäude entstehen als Pilotprojekt gemeinsam mit einem Haus für Kinder in den oberen Geschossen auch Wohnungen für städtische Bedienstete.

Die Grundschule An der Schäferwiese wird zur Sicherstellung der Versorgung der Grundschulkinder aus dem neuen Wohnbaugebiet am Dreilingsweg um einen Zug erweitert und erhält eine weitere Sporthalleneinheit.

Der Standort Drygalski-Allee soll nach Auszug des Thomas-Mann-Gymnasiums in die Gmunder Straße abschnittsweise für ein neues staatliches Gymnasium saniert werden.

Am Standort Hirschbergstraße wird ein langfristiges Ausweichquartier für mehrere Projekte im 9. und 10. Stadtbezirk als Systembau errichtet.

An der Hans-Dietrich-Genscher-Straße wird zur Entlastung des Bildungscampus Freiham ein Systembau errichtet. Er gewährleistet damit die Schulversorgung mit Blick auf die steigenden Bedarfe durch die geplante Unterbringung Geflüchteter in Freiham sowie zur künftigen G9-Ertüchtigung des Gymnasiums Freiham.

Mit dem Kita-Bauprogramm 2022 kommen zu den 91 Bauprojekten seit 2011 fünf neue Einrichtungen für Kinder hinzu. Insgesamt wird die Stadt 582 Kinderbetreuungsplätze – 132 Krippenplätze, 325 Kindergartenplätze und 125 Hortplätze – in 29 Gruppen schaffen. Im Einzelnen sind dies die Projekte Ersatzneubau Hort Fromundstraße 24, Ersatzneubau Haus für Kinder Farnweg 12, Neubau Haus für Kinder Parrotstraße, Anbau Haus für Kinder Quedlinburger Straße und Neubau Haus für Kinder mit Begegnungszentrum in der Haager Straße.

Visualisierung: Hascher Jehle/ver.de

Niedrigstenergiestandard, der Einsatz von erneuerbaren Energieträgern, die Klimarelevanz der Baustoffe sowie mehr Grün und Biodiversität – das sind die Vorgaben des Grundsatzbeschlusses II des Referats für Klima- und Umweltschutz, die bei den Baumaßnahmen berücksichtigt werden. Zudem wird die Stadt den gesetzlichen Anforderungen zur Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur gerecht und sieht Stellplätze für die Installation von Ladeinfrastruktur vor.

Zusätzlich zu den beschriebenen Maßnahmen im Bereich Klimaschutz strebt die Stadt eine naturnahe Gestaltung der Pausenhöfe an. Sie soll sowohl in die Schulbauprogramme aufgenommen als auch für bestehende Pausenhöfe umgesetzt werden. Schulhöfe sollen zukunftsweisend und kindgerecht ausgestaltet und entsiegelt werden, so dass sie in den Pausen Naturerlebnisse und mehr Bewegung ermöglichen. Als erstes Projekt soll der Schulhof der Sankt-Anna-Schulen im Lehel (Grundschule und Gymnasium) untersucht und umgestaltet werden.

Die naturnahen Pausenhöfe sollen dann in Abstimmung mit der jeweiligen Schulfamilie auch öffentlich zugänglich gemacht und von den jungen Menschen im jeweiligen Stadtviertel genutzt werden können.

Oberbürgermeister Dieter Reiter:

Oberbürgermeister Dieter Reiter

„München stemmt das größte kommunale Bildungsbauprogramm in Deutschland – und wir halten auch in finanziell schwierigen Zeiten daran fest. Schließlich geht es um nicht weniger als die Zukunft unserer Kinder.

Neben dem Bau von Gymnasien, Realschulen, Beruflichen Schulzentren, Grundschulen, Fachoberschulen, Kindertagesstätten, Sportanlagen und Pavillonanlagen stehen zahlreiche Erweiterungen und Sanierungen an.

Kinder und Jugendliche brauchen ein gutes Umfeld und moderne Infrastruktur, um gut und gerne lernen zu können!“

Information

Die Stadt informiert

„Die Stadt informiert" erscheint immer dienstags in der Süddeutschen Zeitung und im Münchner Merkur. Dieser Beitrag ist vom 3. Januar 2023.