München baut Ganztags- und Ferienbetreuung weiter aus
München baut die Ferienbetreuung an Grundschulen aus und verbessert die Angebote für Kinder mit Behinderungen und besonderem Unterstützungsbedarf.
München stärkt Ferienbetreuung und Inklusion im Ganztag
Die Landeshauptstadt München erweitert die Ferienbetreuung an Grundschulen und verbessert die Voraussetzungen für die Ganztagsbetreuung von Kindern mit Behinderungen und besonderem Unterstützungsbedarf. Ein besonderer Schwerpunkt ist die freiwillige Übernahme der Beförderungskosten für Förderschulkinder zu Betreuungsangeboten in den Ferien vergleichbar zur Schulzeit. Dafür sollen zusätzliche Personal- und Sachmittel bereitgestellt werden. Dies hat der Bildungs- und Kinder- und Jugendhilfeausschuss des Stadtrats am Dienstag beschlossen.
Erfolgreicher Start des Rechtsanspruchs
Der Start des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung 2026/2027 ist in München gelungen: Alle Kinder mit fristgerecht angemeldetem Bedarf erhielten während der Schulzeit einen bedarfsgerechten Platz. Insgesamt stehen rund 41.000 Ganztagsplätze zur Verfügung. Die Betreuungsquote an Regelschulen liegt bei 87 Prozent. An Förderschulen ist die Versorgung gesichert, bleibt aber herausfordernd.
Ganztagsbetreuung in München auf vier Säulen
Die Landeshauptstadt München hat in den vergangenen Jahren ihre Ganztagsangebote an den Grundschulen kontinuierlich ausgebaut.
Die Grundlage bildet ein Modell aus vier Säulen:
- Kooperative Ganztagsbildung (KoGa),
- Tagesheime und Horte,
- Offener und gebundener Ganztag
- Mittagsbetreuung.
Allein in der Kooperativen Ganztagsbildung stehen mittlerweile 10.620 Plätze zur Verfügung.
Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung
Der Rechtsanspruch gilt seit dem Schuljahr 2026/2027 zunächst für Kinder der ersten Jahrgangsstufe und wird schrittweise erweitert. Ab dem Schuljahr 2029/2030 umfasst er alle vier Grundschuljahrgänge.
Ferienbetreuung wird weiter ausgebaut
Ein Schwerpunkt des weiteren Ausbaus liegt auf der Betreuung während der Schulferien. Denn der Rechtsanspruch umfasst nicht nur die Schulzeit, sondern auch die Ferien.
In der Kooperativen Ganztagsbildung, in Tagesheimen und Horten ist eine verlässliche Ferienbetreuung bereits flächendeckend sichergestellt. Ergänzend werden seit diesem Schuljahr zusätzliche Ferienangebote unter schulischer Aufsicht eingeführt. Damit erhalten insbesondere auch Kinder, die während der Schulzeit schulische Ganztagsangebote oder eine Mittagsbetreuung besuchen, weitere Betreuungsmöglichkeiten während der Ferien. Um diese Angebote auszubauen, sollen unter anderem Schulräume in den Ferien zur Verfügung gestellt und die organisatorischen Voraussetzungen für eine verlässliche Betreuung geschaffen werden.
Ganztagsbetreuung an Förderschulen weiterentwickeln
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Ganztagsbetreuung für Kinder mit Behinderungen und besonderem Unterstützungsbedarf. Gerade an Förderschulen bleibt die Versorgung aufgrund begrenzter Platzkapazitäten, insbesondere in Heilpädagogischen Tagesstätten, herausfordernd.
Deshalb arbeitet die Landeshauptstadt München gemeinsam mit dem Freistaat Bayern, dem Bezirk Oberbayern und weiteren Partner*innen an bedarfsgerechten Lösungen. Ein Ansatz ist das Modell OGTS+ (Offener Ganztag Plus). Es verbindet den offenen Ganztag mit inklusiven Förderangeboten der Jugendhilfe und Maßnahmen der Eingliederungshilfe. Das Modell wird bereits an einem Förderzentrum mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung (FZgE) umgesetzt. Im laufenden Schuljahr ist es zudem an einem Sonderpädagogischen Förderzentrum (SFZ) gestartet. Zum kommenden Schuljahr ist in Abstimmung mit dem Bezirk Oberbayern die Einführung an einem weiteren FZgE geplant. Die Erfahrungen aus der Umsetzung sollen ausgewertet werden und in die weitere Planung einfließen.
Besonders wichtig ist, dass Förderschulkinder die Ferienangebote auch tatsächlich erreichen können. Deshalb übernimmt die Landeshauptstadt München für Kinder, die auch während der Schulzeit kostenfrei befördert werden, freiwillig die notwendigen Beförderungskosten zu den Betreuungsangeboten in den Ferien – obwohl eine solche Kostenübernahme anders als für den Schulweg während der Unterrichtszeit gesetzlich nicht vorgeschrieben ist. Die Stadt erleichtert damit Kindern mit Behinderungen und besonderem Unterstützungsbedarf die Teilnahme an der Ferienbetreuung.
Dafür stellt die Stadt ab 2027 Geld bereit. Bis 2030 steigt der Betrag auf jährlich bis zu 2,27 Millionen Euro.
Finanzierung durch Bundesmittel vorgesehen
Für die weitere Umsetzung des Rechtsanspruchs sollen zusätzliche Personal- und Sachmittel bereitgestellt werden. Die vorgesehenen Ausgaben steigen schrittweise von bis zu 1,26 Millionen Euro im Jahr 2027 auf jährlich bis zu 2,55 Millionen Euro ab 2030. Die Finanzierung soll vollständig über Bundesmittel zur Betriebskostenförderung im Rahmen des Ganztagsförderungsgesetzes erfolgen. Die konkreten Förderbedingungen und der Verteilungsschlüssel für Bayern stehen allerdings noch nicht abschließend fest.
Bürgermeisterin Verena Dietl
"Ganztagsbetreuung muss im Alltag der Familien funktionieren – und zwar für alle Kinder. Dazu gehört, dass Kinder auch in den Ferien gut betreut werden und Kinder mit Behinderungen nicht an fehlenden Beförderungsmöglichkeiten scheitern. München übernimmt hier Verantwortung und baut die Angebote gezielt aus. Damit das dauerhaft gelingt, brauchen die Kommunen eine verlässliche finanzielle Unterstützung von Bund und Freistaat.“
Stadtschulrat Florian Kraus
„München ist beim Ganztag auf Kurs: Wir haben in den vergangenen Jahren viel erreicht und bauen unser Angebot konsequent weiter aus. Jetzt rücken vor allem die Ferienbetreuung und die Bedürfnisse von Kindern mit Behinderungen und besonderem Unterstützungsbedarf in den Mittelpunkt. Denn gute Ganztagsbildung bedeutet mehr als einen Betreuungsplatz: Sie schafft Bildungschancen, fördert die persönliche Entwicklung und ermöglicht Teilhabe. Unser Anspruch ist, dass jedes Kind ein passendes und hochwertiges Angebot erhält.“