KI is watching you: Datenschutz wichtiger denn je
Fokus 2026 liegt auf Schulungen von Behörden-Mitarbeiter*innen
Datensicherheit in Zeiten von KI – eine neue Herausforderung
Ob in sozialen Netzwerken oder bei Unternehmen: Immer mehr persönliche Daten werden gespeichert. Viele wissen jedoch nicht einmal genau, was mit diesen Informationen passiert. Laut EU soll der Europäische Datenschutztag am 28. Januar seine Bürger*innen in Europa dafür sensibilisieren, wer Daten sammelt und wann bzw. wozu sie genutzt werden. Nicht nur Staaten und Behörden, sondern auch Unternehmen und Verbände sind aufgerufen, mit Aktionen und Veranstaltungen auf das Thema aufmerksam zu machen, welche Rechte jeder Einzelne beim Datenschutz hat.
Der Datenschutz entwickelt sich rasant weiter. Behörden müssen sich daher nicht mehr allein mit Verwaltung, sondern auch mit IT-Sicherheit und dem Einsatz von KI gut auskennen. Deutsche Behörden starten daher in diesem Jahr ein großes Schulungsprogramm. Ziel ist es, Mitarbeiter besser auf neue EU-Gesetze und den stärkeren Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) vorzubereiten. So sollen Probleme bei der Umsetzung neuer Regeln vermieden werden. Im Mittelpunkt stehen Datenschutz und IT-Sicherheit. Grund dafür sind mehrere neue EU-Vorgaben und der wachsende Einsatz von KI in der Verwaltung.
Anfang Januar hat die Bundesregierung Vorschläge für Änderungen an der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) vorgestellt. Dabei sollen Hersteller von Standard-Software stärker verantwortlich sein als bisher die Nutzer. Das macht neue Schulungen noch wichtiger.
Behandelt werden sollen unter anderem Themen wie IT-Sicherheit, Cloud-Nutzung und rechtliche Fragen beim Einsatz von KI am Arbeitsplatz. Auch staatliche Stellen wie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und die Bundesnetzagentur sind beteiligt.
Am 28. Januar, dem Europäischen Datenschutztag, will die Datenschutzkonferenz neue Leitlinien veröffentlichen. Dabei geht es vor allem um Anonymisierung und Pseudonymisierung von Daten. Ab dem zweiten Quartal 2026 sollen die Schulungen konkreter werden. Dann stehen Anwendungen wie die elektronische Patientenakte und Smart-City-Projekte im Fokus. Ob die Schulungsoffensive erfolgreich ist, wird entscheiden, ob Behörden digitaler werden können, ohne den Datenschutz zu gefährden. Viele Fristen aus der EU-KI-Verordnung laufen bereits. Behörden müssen jetzt prüfen, dokumentieren und anpassen, wie sie KI einsetzen. Mithilfe einer sogenannten „Fachkunde-Offensive“ sollen Wissenslücken geschlossen werden. Ohne diese Qualifizierung drohen große Probleme bei der Umsetzung der neuen Digitalgesetze.