Belebung für das Bahnhofsviertel und den Nußbaumpark
Eine Taskforce der Stadt hat den Alten Botanischen Garten wieder aufgewertet. Das Konzept wird auch auf den Park zwischen Lindwurm- und Nussbaumstraße ausgeweitet.
Alter Botanischer Garten wieder aufgewertet
Noch im Frühjahr 2024 war der Alte Botanische Garten kein Ort, an dem sich die meisten Münchner*innen gerne lange aufhielten. Die Deliktszahlen waren hoch, das Sicherheitsgefühl entsprechend niedrig. Doch mittlerweile ist das anders. Der Park und die Gegend drumherum sind deutlich sicherer geworden und haben an Aufenthaltsqualität gewonnen. Verantwortlich dafür ist die intensive Arbeit der Taskforce Bahnhofsviertel, die Altoberbürgermeister Dieter Reiter vor gut zwei Jahren ins Leben gerufen hat.
Unter Leitung des Kreisverwaltungsreferats hatten das Polizeipräsidium München und weitere städtische Referate zügig zahlreiche Maßnahmen umgesetzt. Damit der Park besser einsehbar ist, hat das Baureferat etwa die Beleuchtung durch leistungsstarke LED-Leuchten ersetzt sowie den Bewuchs unter den Bäumen massiv zurückgeschnitten. Die Reinigungszyklen wurden erhöht.
Die Stadt hat außerdem eine Verordnung in Kraft gesetzt, die das Mitführen und den Konsum von Alkohol und Cannabis sowie das Tragen von Waffen und Messern im Alten Botanischen Garten und seinem Umgriff untersagt. Polizei und Kommunaler Außendienst sind verstärkt vor Ort und kontrollieren die Verbote. Der Park wird seither auch von der Polizei videoüberwacht. Im Gegenzug hat die Stadt die Hilfen für Drogenabhängige hochgefahren und das Budget für Streetwork aufgestockt.
Zur Belebung des Parks hat die Stadt ein Fußball-Kleinspielfeld, einen Skatespot und eine Streetball-Anlage eröffnet sowie den Betrieb des Kult(ur)Biergartens Neptunbrunnen ermöglicht, der Gastronomie mit Musik und sportliche Aktivitäten verbindet. Auch in diesem Sommer bespielt der Kulturbiergarten wieder den Park. Neu ist zudem der Kiosk Buchberg am angrenzenden Karl-Stützel-Platz.
"Die Taskforce Bahnhofsviertel ist ein Erfolgskonzept," sagt Oberbürgermeister Dominik Krause. "Wir konnten die Lage im Alten Botanischen Garten beruhigen und den Park wieder zu einem sicheren und entspannten Ort machen, an dem sich Münchner*innen und Tourist*innen wieder gerne aufhalten."
Alle Maßnahmen rund um den Alten Botanischen Garten werden beibehalten, um die positive Entwicklung fortzusetzen.
Und nicht nur das: Die Taskforce, inzwischen erweitert um die Deutsche Bahn, hat ihren Schwerpunkt im vergangenen Herbst ins südliche Bahnhofsviertel verlegt, um auch dort die Sicherheit und Sauberkeit weiter zu verbessern. Auch hier wird ein ganzheitlicher Ansatz von ordnungsrechtlichen und sozialen Maßnahmen, von Belebung, verkehrlicher Beruhigung, kleinteiliger gestalterischer Aufwertung des öffentlichen Raums sowie mehr und hellerer Beleuchtung verfolgt. Dabei bindet die Stadt Anlieger*innen und Gewerbetreibende ein. Einige Maßnahmen wie eine Weihnachtsbeleuchtung in der Schützenstraße, neue Fahrradabstellplätze oder die Intensivierung der Straßenreinigung wurden bereits umgesetzt, viele weitere wie Kiss-and-Ride-Parkplätze oder ein Leitsystem folgen.
Maßnahmenpaket für den Nußbaumpark
Der Nußbaumpark mit seinem prächtigen Baumbestand, den weiten Wiesen und dem Spiel- und Abenteuerplatz ist ein Kleinod mitten in der Stadt. Er wird nicht nur von Anwohner*innen, Familien oder dem Personal der anliegenden Kliniken genutzt, er ist auch Anziehungspunkt von Wohnungslosen und Drogenabhängigen.
Die Taskforce (siehe dazu Artikel oben) hat bereits viele Maßnahmen auf den Weg gebracht, um die Aufenthaltsqualität und Sicherheit nachhaltig zu verbessern. Verfolgt wird dabei ein ganzheitlicher Ansatz, der im Alten Botanischen Garten zum Erfolgskonzept wurde. Kurz vor der Sommerpause hat der Stadtrat nun ein weiteres Maßnahmenpaket für den Nußbaumpark auf den Weg gebracht.
So wird die Polizei mehr Streifen fahren und Schwerpunkt-Kontrollen durchführen. Ein Turm zur Videoüberwachung kommt zum Einsatz, wie bereits am Stachus, im Alten Botanischen Garten und an weiteren Orten geschehen. Auch bezuschusst die Stadt eine zusätzliche Diakon-Stelle der angrenzenden Matthäuskirche.
Der Park soll grundlegend umgestaltet werden, um ihn zugänglicher zu machen und besser an die Umgebung anzubinden. Die alten zugewachsenen Zäune entlang der Lindwurmstraße etwa werden entfernt und die Bäume und Sträucher zurückgeschnitten. Auch von der Nußbaum- und Ziemssenstraße sind neue Zugangsmöglichkeiten in Planung. Außerdem werden ein Streetballfeld und ein Fitnessbereich für Jugendliche, Erwachsene und Senior*innen angelegt.
Das entstandene Netzwerk Nußbaumpark, in dem Sozialarbeit, Drogenhilfe, Verwaltung, Sicherheitsbehörden, die Matthäuskirche und weitere Beteiligte regelmäßig zusammenarbeiten, wird nach der Sommerpause den dritten Bürgerdialog durchführen, der bereits wichtige Impulse für die Arbeit im Park gegeben hat.
Die Stadt informiert
"Die Stadt informiert" erscheint in der Regel dienstags in der Süddeutschen Zeitung und im Münchner Merkur. Dieser Beitrag ist vom 11. August 2026.