Wasser sparen: Jeder Liter hilft!
Weiterhin zu hoher Wasserverbrauch in München | Stadtwerke geben Tipps zum sorgsamen Umgang mit Trinkwasser
Wasser sparen: Jeder Liter hilft
Grundwasserpegel niedrig – OB Krause: "Nicht dagewesene Ausnahmesituation"
Abkühlung war gefragt angesichts der Rekordhitze der vergangenen Wochen. Die Münchnerinnen und Münchner haben dabei außergewöhnlich viel Wasser verbraucht. Statt wie üblich bei 300 bis 350 Millionen Liter pro Tag lag der Verbrauch zeitweise bei über 400 Millionen Liter. Das hat das Trinkwasserversorgungssystem der Stadtwerke München (SWM) an seine Grenzen gebracht.
Denn zu dem hohen Verbrauch kommt verschärfend hinzu, dass es in diesem Frühjahr extrem wenig geregnet hat. Die Grundwasserpegel im Mangfalltal und im Loisachtal, von wo der Großteil des Münchner Trinkwassers in vier großen Hauptleitungen in die Stadt und die Umlandgemeinden fließt, sind entsprechend niedrig. Es kann deswegen nur weniger Wasser entnommen werden. Die Entnahmekapazitäten sind aktuell nahezu ausgeschöpft.
"Es muss sich niemand Sorgen machen: Die Trinkwasserversorgung in München ist aktuell gesichert", betont Oberbürgermeister Dominik Krause. "Aber wir haben eine seit den frühen 1970er Jahren nicht dagewesene Ausnahmesituation. Der Wasserverbrauch in der Stadt muss dringend gesenkt werden."
Jeder und jede Einzelne ist gefragt, angesichts der aktuellen Knappheit besonders sparsam mit dem wertvollen Nass umzugehen. Trinkwasser aus der Leitung sollte derzeit nur zum Trinken, Kochen, für die Hygiene und medizinische Zwecke genutzt werden, betonen die Stadtwerke München. Aufs Rasensprengen und Gießen im Garten, aufs Autowaschen und das Füllen von Planschbecken und Pools solle man derzeit verzichten. Weitere Tipps der SWM zum Wassersparen finden sich im Artikel unten. "Jeder Liter, der nicht verbraucht wird, hilft die Situation zu entschärfen", sagt Oberbürgermeister Dominik Krause. Auch wenn der Wasserverbrauch nach dem vorläufigen Ende der Hitzewelle und ersten Sparappellen bereits gesunken ist, bleibt die Situation unverändert angespannt. Einzelne Regentage reichten nicht, um den Grundwasserpegel wieder aufzufüllen, betonen die Stadtwerke.
Die Stadt ist bereits tätig geworden. OB Krause hat eine Taskforce einberufen, die Maßnahmen zum Wassersparen koordinieren soll. Zu den Notmaßnahmen gegen den Wassermangel gehört, dass die Stadt die Bewässerung ihrer Grünanlagen und Sportflächen reduziert oder ganz einstellt, die Fahrzeuge des städtischen Fuhrparks nicht mehr gewaschen und Fenster in städtischen Gebäuden nicht mehr gereinigt werden. Die Feuerwehr verzichtet auf Übungen mit hohem Wasserverbrauch.
Am auffälligsten im Stadtbild ist aber wohl, dass zehn große Brunnen in der Stadt, die besonders viel Wasser verbrauchen, zeitweise trockengelegt werden.
Dazu gehören der Fischbrunnen am Marienplatz, der Neptunbrunnen im Alten Botanischen Garten, die Kaskaden an der Münchner Freiheit und der Hubertusbrunnen am Nymphenburger Schlosskanal. Ihre Abschaltung spart 43 Prozent des gesamten Wasserverbrauchs aller 150 Zierbrunnen in der Stadt. Zusätzlich reduziert die Stadt an 56 weiteren Brunnen per Zeitschaltuhr die Betriebszeit. Sie plätschern dann nur noch von 10 bis 20 Uhr.
So sorgen sie tagsüber weiter für Abkühlung, verbrauchen aber rund 30 Prozent weniger Wasser.
"Lieber duschen als baden"
Mit ein paar einfachen Maßnahmen lässt sich angesichts der aktuellen Wasserknappheit der Wasserverbrauch reduzieren. Hier einige Tipps der Stadtwerke München (SWM) dazu:
- Lieber duschen statt baden. Im Vergleich zum Vollbad verbraucht man beim Duschen statt 150 nur 30 bis 50 Liter Wasser.
- Beim Zähneputzen und Rasieren den Hahn abdrehen. In drei Minuten verschwinden rund 20 Liter Wasser im Ausguss.
- Den Garten wenn möglich nur mit Regenwasser gießen, und zwar in den Abendstunden. Dann verdunstet weniger Wasser.
- Auch richtige Technik senkt den Wasserverbrauch. Wassersparende Armaturen und WC-Spülkästen mit Wassersparautomatik verbrauchen deutlich weniger Wasser. Bei der Anschaffung einer neuen Waschmaschine oder eines Geschirrspülers sollte man auf das Energielabel achten und sich für sparsame Modelle entscheiden.
- Durch tropfende Wasserhähne und defekte WC-Spülungen können mehrere hundert Liter Wasser am Tag verloren gehen. Also schnell reparieren.
Ein sparsamer Umgang mit Wasser schone nicht nur die Grundwasservorkommen, sondern reduziere auch die Abwassermengen, die sonst mit hohem Energieverbrauch wieder gereinigt werden müssten, ergänzen die SWM ihre Spartipps.
Weitere Tipps zum Wasser sparen und schützen sind zu finden unter:
Die Stadt informiert
"Die Stadt informiert" erscheint in der Regel dienstags in der Süddeutschen Zeitung und im Münchner Merkur. Dieser Beitrag ist vom 7. Juli 2026.