Digitalisierung in der Stadt
Immer mehr städtische Dienstleistungen können online angefordert werden | Bessere Services dank KI-Unterstützung | München auf Platz 1 im Smart City Index
Behördenklick statt Behördengang
185.764 Anträge für Kfz-Zulassung und -Abmeldung, 50.540 Geburtsurkunden und 40.026 Bewohnerparkausweise haben die Münchner*innen im letzten Jahr online abgerufen. Das sind die drei meist genutzten der 134 digitalen Services, die das Kreisverwaltungsreferat (KVR) inzwischen anbietet.
Seit der stadteigene Formularserver 2020 an den Start gegangen ist, sind über drei Millionen Online-Anträge eingegangen. „Das heißt, dass aus drei Millionen Behördengängen einfache und bequeme Behördenklicks geworden sind,“ freut sich IT-Referentin Dr. Laura Dornheim.
Und der Ausbau der Online-Dienste geht stetig weiter: Anfang des Jahres hat das KVR ein neues Ticketsystem eingeführt, über das Kund*innen online und jederzeit den Bearbeitungsstand ihres Antrags nachverfolgen können. Auch fehlende Unterlagen können darüber digital und datenschutzkonform nachgereicht und direkt dem ursprünglichen Antrag zugeordnet werden.
Das Ticketsystem wird schrittweise eingeführt und kommt bereits im Heiratsbüro des Standesamts, in der Fahrerlaubnisbehörde, im Versicherungsamt und im Gewerbeamt sowie im Bereich Studierende der Servicestelle für Zuwanderung und Einbürgerung für neue Anträge zum Einsatz. Über ein anderes System kann seit Februar zudem auch nach Beantragung eines elektronischen Aufenthaltstitels (eAT) oder Reiseausweises der Fortschritt der Bearbeitung online verfolgt werden.
„Unsere Online-Services schaffen eine Win-Win-Situation,“ schwärmt Kreisverwaltungsreferentin Dr. Hanna Sammüller: „Sie ersparen unseren Kund*innen den Weg ins KVR und entlasten gleichzeitig unsere Mitarbeitenden. Sie können sich auf die Anträge konzentrieren, für die persönliche Vorsprachen weiterhin erforderlich sind. Ich freue mich, dass das Angebot angenommen wird.“
Noch in diesem Jahr wird außerdem das Sozialreferat die Familien- und Ferienpässe in digitaler Form anbieten können. Und auch der München-Pass soll zukünftig zusätzlich digital zur Verfügung stehen.
Alle Online-Services sind zu finden unter
Bessere Services dank KI-Unterstützung
Auch Künstliche Intelligenz (KI) kommt in der Stadtverwaltung zum Einsatz, um die Kommunikation mit und die Informationen für Bürger*innen zu optimieren und um Verwaltungsprozesse zu erleichtern.
Sei es Muckl, der Chatbot auf stadt.muenchen.de, die Suche im städtischen Dienstleistungsfinder oder das Medienempfehlungssystem der Stadtbibliothek München – das IT-Referat setzt immer mehr KI-gestützte Services um.
Auch im RatsInformationsSystem (RIS) soll KI nun bei der Suche nach Anträgen und Beschlüssen helfen. Lief die Suche bislang vor allem schlagwortbasiert ab, können Nutzer*innen nun natürliche Fragen stellen. Die Beta-Version ist unter riski.muenchen.de zu finden.
Mit einem Pilotprojekt beteiligt sich München zudem am neuen Agentic AI Hub des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung. Untersucht wird, wie KI-Agenten Sachbearbeitende im Bereich Einbürgerung entlasten können – etwa durch automatisierte Vorprüfungen von Anträgen. Die Lösungen sollen dann auch anderen Kommunen zugutekommen.
München auf Platz 1 im Smart City Index
München ist die smarteste Stadt Deutschlands – das belegen gleich zwei anerkannte Rankings. Sowohl Haselhorst Associates als auch Bitkom sehen bei ihrem Smart City Vergleich 2025 die Isarmetropole auf dem ersten Platz – und das zum dritten Mal in Folge.
Bei der Transformation zur smarten Stadt geht es um digitale Technologien, die die Lebensqualität der Bürger*innen steigern und helfen, weniger Ressourcen zu verbrauchen.
Für das gute Ranking sorgen beispielsweise Sharing-Angebote für Autos und Fahrräder, das Handyparken, der Glasfaser- Ausbau, die digitale Bürgerbeteiligungsplattform muenchen-mitdenken.de, das Live-Streaming der Stadtratsvollversammlung, der digitale Bauantrag oder die zahlreichen Online-Dienste des Kreisverwaltungsreferats (siehe oben).
Herzstück der Smart City ist der Digitale Zwilling München. Er ermöglicht bei vielen Projekten die Integration realer Daten, um die Erforschung und Entwicklung neuer Konzepte zu realisieren. So können umfangreiche Was-Wäre-Wenn- Szenarien simuliert werden, etwa bei den Herausforderungen des Klimaschutzes, urbaner Mobilität oder für innovative Ansätze der Stadtentwicklung.
Die Stadt informiert
„Die Stadt informiert" erscheint in der Regel dienstags in der Süddeutschen Zeitung und im Münchner Merkur. Dieser Beitrag ist vom 7. April 2026.