Verkehrswende in München

Verlängerung der U 5 nach Pasing und Martinsried | Wirtschaftsverkehr wird moderner, effizienter, leiser und bis 2035 nahezu emissionsfrei | Vision Zero als Ziel

10. Februar 2026

U5-Verlängerung: Kraftakt im Westen

Visualisierung Bahnsteig Baumschule Laim
allmannwappner
So soll der neue U-Bahnhof Baumschule Laim aussehen.

Auch mit dem U-Bahn-Bau treibt die Stadt die Verkehrswende voran

Die ersten U-Bahnen in München gingen vor über 50 Jahren, zu den Olympischen Sommerspielen 1972, in Betrieb. Inzwischen fahren acht Linien insgesamt rund 100 U-Bahn­stationen an, ihr Netz verläuft über 95 Kilometer. Und der Ausbau geht weiter. „Der Bau einer U-Bahn ist ein technischer und finanzieller Kraftakt. Aber ein leistungsfähiger öffentlicher Nahverkehr ist für eine wachsende 1,6-Millionen-Stadt unverzichtbar“, ist Oberbürgermeister Dieter Reiter überzeugt.

Im Bau befindet sich derzeit die 3,8 Kilometer lange Erweiterung der U5 vom Laimer Platz nach Pasing. Die Arbeiten laufen an mehreren Standorten gleichzeitig: entlang der Gotthardstraße sowie an den drei künftigen U-Bahnhöfen Baumschule Laim, Am Knie und Pasing. Zudem entsteht westlich der Willibaldstraße das Bauwerk für den Startschacht der Tunnelbohrmaschine nach Pasing. Parallel dazu laufen bereits Bauarbeiten für die geplante Verlängerung von Pasing nach Freiham.

Der neue Bahnhof Baumschule Laim wird als Referenz an die städtische Baumschule gestaltet, die das Viertel seit über 80 Jahren prägt. Der Gestaltungsentwurf greift die typischen, akkurat angeordneten Baumreihen der Jungpflanzen auf, die auf unterschiedliche Weise vom Sperrengeschoss bis zum Bahnsteig dargestellt werden.

Für den Bau der zwei weiteren U-Bahn- Stationen Am Knie und Pasing stellen Bund und Freistaat insgesamt 645,2 Millionen Euro an Fördermitteln bereit. Insgesamt kostet die Verlängerung der U5 von Laim nach Pasing rund 1,3 Milliarden Euro.

Ebenfalls in Bau befindet sich derzeit die U6, die vom Klinikum Großhadern nach Martinsried verlängert wird. Intensive Planungen laufen außerdem für die Entlastungsspange U9 durch die Innenstadt. Als nächstes folgt die Planung für die Verlängerung der U4 vom Arabellapark nach Osten.

Mittel- bis langfristig soll das Baureferat auch eine Quer­verbindung zwischen U2 und U6 (U26) sowie eine Fortführung der U1 nach Norden und Süden angehen. Detaillierte Informationen sind zu finden unter:

Münchens Wirtschaftsverkehr der Zukunft

(Von links) Christian Müller, Geschäftsführer Münchner Wohnen, Mobilitätsreferent Georg Dunkel, Bürgermeister Dominik Krause und Jonathan Grothaus, CEO & Founder von myflexbox, stellen die erste München Box vor.
Christian Müller, Geschäftsführer Münchner Wohnen, Mobilitätsreferent Georg Dunkel, Bürgermeister Dominik Krause und Jonathan Grothaus, CEO & Founder von myflexbox, stellen die erste München Box vor.

Roadmap Urbane Logistik 2035

Handwerker und Lieferdienste haben es nicht leicht in München voranzukommen, insbesondere in der Innenstadt. Um hier spürbare Erleichterung zu schaffen, hat die Stadt gemeinsam mit den Wirtschaftskammern und anderen Akteuren Maßnahmen entwickelt, die den Wirtschaftsverkehr moderner, effizienter, leiser und bis 2035 nahezu emissions­frei machen sollen.

Oberbürgermeister Dieter Reiter: „Handwerks- und Liefer­betriebe müssen möglichst nah am Kunden parken können. Das vermeidet nervenaufreibende Park-Such-Verkehre und reduziert die Belastung für die Anwohnerinnen und Anwohner. Nicht alles kann mit dem Lastenrad bis zur Tür gebracht werden und gerade Handwerker brauchen kurze Wege, um schnell mit allen Geräten vor Ort sein zu können.“

Die Roadmap Urbane Logistik beschreibt dazu konkrete Maßnahmen. So ist etwa der Ausbau und die bessere Beschilderung der Zonen für Laden, Liefern und Leisten im Stadtgebiet geplant. Getestet werden soll zudem die Digitalisierung von Lieferzonen, sodass gezielter angefahren oder sogar reserviert werden kann.

Auch das Konzept der anbieteroffenen Paketstationen (München Boxen) soll weiter ausgerollt werden. Desweiteren soll auch das Netz an sogenannten Mikro-Depots und anderer Infrastruktur für die Radlogistik ausgebaut und die Roadmap fortlaufend weiterentwickelt werden.

Vision Zero als übergeordnetes Ziel

Maßnahmen der Verkehrssicherheits­arbeit für weniger Verkehrs­tote und Schwerverletzte

Jede im Straßenverkehr verletzte oder getötete Person ist eine zu viel. Deshalb ist das übergreifende Ziel aller Maßnahmen des Mobilitätsreferats die sogenannte Vision Zero.

Zwei Drittel der Verkehrstoten und Schwerverletzten zwischen 2010 und 2024 waren zu Fuß oder auf dem Rad unterwegs. Diese vulnerable Gruppe steht im Zentrum der Verkehrs­sicherheits­arbeit. Eine wichtige Funktion erfüllt dabei die Unfallkommission. Das Expertengremium analysiert Örtlichkeiten, an denen es zu schweren Unfällen oder Unfall­häufungen gekommen ist. Das Ziel ist deren Entschärfung durch Markierungen, Beschilderungen oder bauliche Änderungen.

Präventiv arbeitet die Stadt intensiv an der Verbesserung der Straßeninfrastruktur. Dazu gehören sichere Querungs­möglichkeiten – insbesondere an Kreuzungen –, separate Radwege oder Geschwindigkeitsreduzierungen vor Schulen, Kindertagesstätten oder Altenheimen.

„So wird der Straßenverkehr in München immer sicherer, daran arbeiten wir auch weiterhin engagiert,“ so Mobilitäts­referent Georg Dunkel.

Information

Die Stadt informiert

„Die Stadt informiert" erscheint in der Regel in der Süddeutschen Zeitung und im Münchner Merkur. Dieser Beitrag ist vom 10. Februar 2026.