Unterwegs zu echter Kreislaufwirtschaft
Neue Kreislaufwirtschaftsstrategie der Stadt | Zahlreiche kostenlose Entsorgungsmöglichkeiten für Christbäume
Weg von der Wegwerfgesellschaft
Kurz nutzen und dann weg damit? Diesem Ex-und-hopp-Prinzip sagt die Stadt München mit ihrer neuen Kreislaufwirtschaftsstrategie, die der Stadtrat im Dezember verabschiedet hat, auf allen Ebenen den Kampf an. Ressourcen schonen, Abfälle vermeiden und so nachhaltig wirtschaften – das ist das Ziel der 85 Maßnahmen umfassenden Strategie. München soll so zur Zero Waste City werden – zur Stadt ohne Ressourcen-Verschwendung.
Materialien länger nutzen, weniger wegwerfen: Das soll möglichst in allen Bereichen gelten. Der Bausektor spielt dabei eine große Rolle, denn mehr als die Hälfte des Abfalls in Deutschland entsteht auf Baustellen. Neben einer möglichst langen Nutzung von Bestandsgebäuden statt Abriss und Neubau ist hier die Wiederverwendung von Baustoffen ein Ansatz.
Marktplatz für gebrauchte Bauteile
Die Urban Mining München Initiative sammelt bei Rückbauten gezielt Beton und andere Baustoffe für die Wiederverwendung. Die Stadt München hat dafür im vergangenen Jahr einen Marktplatz für gebrauchte Bauteile eingerichtet. Das Projekt wird von der EU im Rahmen des Projekts „CirConFin“ (Circular Construction Finance) mit insgesamt sechs Millionen Euro gefördert. Auf dem Gelände der ehemaligen Bayernkaserne hat die Stadt das zirkuläre Bauen mit wiederverwendbaren Bauteilen aus dem Abriss bereits erprobt.
Unterstützung der Wirtschaft
Um auch private Unternehmen und Betriebe beim Einstieg in die Kreislaufwirtschaft zu unterstützen, hat die Stadt im vergangenen Jahr die Circular Economy Beratungsstelle (CEB) geschaffen. Sie berät Betriebe - von Mehrwegkonzepten über langlebige Produkte bis zur Wiederverwendung von Materialien. So wurden gemeinsam mit Partnern wie Circular Fabrics neue Wege für die Wiederverwendung von Alttextilien entwickelt.
Gutes für alle aus zweiter Hand
Aber auch jede Münchnerin und jeder Münchner kann direkt etwas zum Ausbau der Kreislaufwirtschaft beitragen. So bietet der AWM mit seinem Gebrauchtwarenkaufhaus Halle 2 die Möglichkeit, gut erhaltene Stücke wie Geschirr, Möbel, Spielwaren, CDs oder Musikinstrumente wieder in Umlauf zu bringen und damit alten Dingen ein neues Leben zu schenken. Neben der Halle 2 in Pasing mit rund 1.000 Quadratmetern Verkaufsfläche hat in Schwabing auch ein Halle 2 Pop-up-Store geöffnet, und das Halle 2 Mobil bringt das Angebot in weitere Stadtviertel. Nach dem Motto „Reparieren statt Wegwerfen!“ bietet der AWM in der Halle 2 außerdem regelmäßig Repair Café-Termine an. Detaillierte Infos zu den Angeboten gibt es unter awm-muenchen.de/halle2.
Nicht mehr benötigte Gegenstände tauschen statt sie wegzuwerfen, das unterstützt auch die Stadtbibliothek mit dem Kreislaufschrank auf Tour. Nach Stationen in Schwabing und im Hasenbergl steht der Kreislaufschrank noch bis 2. Februar in der Stadtbibliothek Neuhausen, ehe es dann weitergeht nach Milbertshofen und Ramersdorf.
Praktische Tipps und Beispiele, wie zirkuläres Handeln im Alltag gelingen kann, kann man sich im neuen Jahr auch bei zwei Ausstellungen des Referats für Klima- und Umweltschutz holen - vom 26. Januar bis 9. Februar in den Pasing Arcaden und vom 9. bis 23. Februar im Forum Schwanthalerhöhe. Viele Infos zum Thema Kreislaufwirtschaft findet man auch unter rethink-muenchen.de/klimabewusst-leben/kreislaufwirtschaft.
OB Dieter Reiter
"Globale Krisen und unterbrochene Lieferketten führen uns vor Augen, wie wichtig eine sichere Versorgung mit Rohstoffen und die regionale Wertschöpfung sind. Indem wir Ressourcen effizienter nutzen und Materialien wiederverwerten, machen wir München fit für die Herausforderungen von morgen. Gemeinsam werden wir München zu einer echten Kreislaufstadt entwickeln."
Dieter Reiter
Oberbürgermeister
Hier können Sie den Christbaum entsorgen
Abfallwirtschaftsbetrieb richtet ab 7. Januar öffentliche Sammelstellen ein
Bis zum Fest der Heiligen Drei Könige am 6. Januar bringt der Christbaum in vielen Münchner Haushalten Weihnachtsstimmung in die Wohnung. Danach aber muss der Baum früher oder später wieder weichen. Einfach aus dem Fenster werfen, wie es die Werbung für ein großes Möbelhaus vorschlägt, ist dabei nicht gerade die angesagte Lösung.
Der Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM) aber macht es auch so einfach, den Christbaum loszuwerden. Ab Mittwoch, 7. Januar, richtet der AWM wieder zahlreiche Christbaumsammelstellen im gesamten Stadtgebiet ein. An insgesamt 24 öffentlichen Flächen von Nord bis Süd und von Ost bis West kann man den abgeschmückten Weihnachtsbaum bis 4. Februar kostenlos rund um die Uhr einfach ablegen. Die Sammelstellen sind durch Schilder gekennzeichnet. Von 7. bis 9. sowie 12. und 13. Januar öffnen außerdem eine Reihe von Schulen und Kindergärten im Stadtgebiet ihre Freiflächen als Sammelstellen für ausrangierte Christbäume. In jedem Fall sollte der Baum aber vorher gründlich abgeschmückt werden. Eine Karte mit allen Sammelstellen findet man online unter awm-muenchen.de/christbaum.
Wer seinen Christbaum noch länger stehen lassen möchte oder keine Sammelstelle in der Nähe findet, kann den Baum auch jederzeit an einem der elf AWM-Wertstoffhöfe entsorgen. Dort können Münchnerinnen und Münchner eine Vielzahl an Wertstoffen in haushaltsüblichen Mengen kostenlos abliefern, von Altkleidern über Batterien und Elektroschrott bis zu Gartenabfällen, Papier, Kartonagen und Sperrmüll. In Freimann und Langwied können an den Wertstoffhöfen plus gegen Gebühr auch größere Mengen abgeliefert werden. An diesen beiden Wertstoffhöfen sowie in Englschalking und Trudering sind bis Ende Januar zusätzlich auch Glascontainer aufgestellt, um die an den Feiertagen oft vollen Containerstandplätze zu entlasten. Eine Liste aller Münchner Wertstoffhöfe findet man unter awm-muenchen.de/wertstoffhoefe.
Die Stadt informiert
„Die Stadt informiert" erscheint in der Regel in der Süddeutschen Zeitung und im Münchner Merkur. Dieser Beitrag ist vom 5. Januar 2026.