150 neue Baumstandorte in der Altstadt
Der Bauausschuss des Stadtrats hat das Baureferat beauftragt, 150 neue Baumstandorte in der Altstadt sukzessive zu realisieren.
Spendengelder aus der Aktion „Schatten Spenden“
(14. April 2026) Der Bauausschuss des Stadtrats hat das Baureferat beauftragt, 150 neue Baumstandorte in der Altstadt sukzessive zu realisieren. Dafür sollen unter anderem die eingegangenen Spendengelder aus der Aktion „Schatten Spenden“ verwendet werden.
Bürgermeister Dominik Krause: „Es muss unser Ziel sein, dass die 28 Millionen Menschen, die jedes Jahr in die Fußgängerzone kommen, dies auch bei hochsommerlichen Temperaturen gerne und gut tun können. Mehr Grün durch mehr Bäume an dafür geeigneten Stellen ist die effektivste Antwort, um an immer mehr Hitzetagen für ausreichend Schatten und Abkühlung zu sorgen. Baumpflanzungen sind eine Investition in den Gesundheitsschutz, die Lebensqualität und den Wirtschaftsstandort. Einzelhandel und Gastro profitieren unmittelbar davon, wenn die Innenstadt ganzjährig ein attraktives Ziel für alle bleibt. Baumpflanzungen als Investition in die Klimaanpassungen machen sich über Generationen bezahlt. Unser Dank gilt allen Groß- und Kleinspendern, die das genauso sehen. Jede Spende trägt dazu bei, dass München trotz finanziell schwieriger Zeiten im Herzen unserer Stadt viele neue Bäume pflanzen kann.“
Baureferentin Dr.-Ing. Jeanne-Marie Ehbauer: „Neue, klimaresistente Bäume an intensiv genutzten und bisher versiegelten Orten sind eine große Herausforderung – besonders in der Münchner Innenstadt, wo wir außergewöhnliche Rahmenbedingungen haben. Jeder neue Baum braucht genug Platz im Untergrund, um kräftige Wurzeln auszubilden. Hinzu kommt: Keine andere Fußgängerzone in Deutschland ist derart stark frequentiert. Jedes Jahr bewegen sich an der Oberfläche Millionen von Passant*innen und zehntausende Lastwagen über das Pflaster. Nur mit einem für diese enormen Belastungen ausgelegten baulichen Schutz der Wurzelbereiche haben neue Bäume in der Altstadt langfristig gute Entwicklungschancen. Die 150 neue Bäume für Münchens Altstadt sind eine lohnende Investition in die Fußgängerzone und ein unverzichtbarer Baustein bei der Anpassung der Innenstadt an zunehmend extreme klimatische Bedingungen.“
Die Gesamtkosten für die Herstellung einer Baumgrube in der befestigten, zum Teil mit Sonderbelägen gepflasterten Fußgängerzone setzen sich aus den Kosten für den Straßenbau (Aufbruch, Erdarbeiten inklusive Altlastenentsorgung, Substrateinbau, Wiederherstellung der Oberfläche), für Schutzmaßnahmen an benachbarten Spartenleitungen, für benötigten Wurzelschutz, die Beschaffung von bereits großen Bäumen, die Baumpflanzung und die fünfjährige Entwicklungspflege sowie den Nebenkosten (Planung, Baustelleneinrichtung, Baustellensicherung, Anlieferungen etc.) zusammen. Insbesondere die baulichen Unterkonstruktionen zum Überfahrungsschutz bringen hohe bauliche Aufwände mit sich. Sie sind jedoch angesichts des im Vergleich mit anderen deutschen Großstädten einzigartig hohen Lieferverkehrs- und Publikumsaufkommens der Münchner Fußgängerzone zwingend erforderlich, damit das Pflaster über den empfindlichen Wurzeln der neuen Bäume nicht von Lastwägen eingedrückt wird, die Barrierefreiheit erhalten bleibt und keine gefährlichen Stolperfallen entstehen.
Die Finanzierung der Baumpflanzungen erfolgt durch die Rückführung von Fördermitteln in die Baumpflanzpauschale des städtischen Haushalts. Die KfW-Förderbank und die Regierung von Oberbayern haben für das Projekt bereits Fördergelder in Aussicht gestellt. Zudem wird die Landeshauptstadt die in Zusammenhang mit dem Spendenaufruf unter dem Motto „Schatten Spenden“ eingegangenen Gelder in Höhe von rund 170.000 Euro für die Baumpflanzungen verwenden. Weiterführende Informationen zum laufenden Spendenaufruf für die geplanten Baumpflanzungen in der Altstadt gibt es unter www.schatten-spenden-muenchen.de.
Zur Begrünung der Fußgängerzone erhielt das Baureferat 2024 vom Stadtrat den Auftrag, eine vertiefte Untersuchung zu möglichen neuen Baumstandorten durchzuführen. Dabei hat sich herausgestellt, dass die Baumstandorte lokal unterschiedlichste Lösungen erforderlich machen, zum Beispiel den Einsatz von sogenanntem technischen Wurzelschutz in Form von Wurzelbrücken oder Wurzelkammersystemen. Jeder Standort muss mit unterschiedlichen Stakeholdern (u.a. Feuerwehr, Spartenträger, laufende Baustellen, Großbaustelle 2. S-Bahn-Stammstrecke, Freischankflächen, Gewerbetreibende) abgestimmt werden. Daher wird das Baureferat die einzelnen neuen Baumstandorte schrittweise umsetzen und mit dem Pflanzen der ersten Bäume in der Sendlinger Straße voraussichtlich im Herbst 2026 beginnen können.
Die weiteren Baumgruben wird das Baureferat in den kommenden Jahren schrittweise realisieren. Die Arbeiten erfolgen in Abstimmung zu den Abhängigkeiten von Freischankflächen, Veranstaltungen wie dem Christkindlmarkt und anderen Baumaßnahmen, um möglichst wenige Einschränkungen in der Fußgängerzone zu verursachen. Das eigentliche Pflanzen der Bäume erfolgt in der Regel zwischen Oktober und März.
Der Bezirksausschuss Altstadt-Lehel, die Untere Denkmalschutzbehörde, das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege sowie der Stadtheimatpfleger haben dem Gesamtkonzept für die Begrünung der Fußgängerzone zugestimmt.
Zusätzlich wurde beschlossen, das Blindenleitsystem neu zu gestalten. Dafür erarbeitet das Baureferat ein Konzept. Es soll dazu beitragen, die barrierefreie Orientierung für blinde und sehbehinderte Menschen signifikant zu verbessern. Neben den Prüfungen zur Lage des Blindenleitsystems prüft und erprobt das Baureferat derzeit bautechnische Ausführungsoptionen, insbesondere Alternativen zum kostenintensiven Ausbau und Einbau des Pflasters beziehungsweise der Platten. Nach Abschluss wird das Baureferat den Stadtrat mit den Ergebnissen und einem Vorschlag zum weiteren Vorgehen befassen.
Außerdem kann das Baureferat im Rahmen der Begrünung der Fußgängerzone Synergieeffekte nutzen, um die Abfallentsorgung effizienter zu gestalten und die Aufenthaltsqualität in der Fußgängerzone weiter zu steigern. In der Sendlinger Straße erprobt das Baureferat Unterflur-Abfallbehälter. Diese fassen das Zehnfache des bisher größten Standbehälters und müssen nur einmal täglich geleert werden.
Achtung Redaktionen: Mehr Informationen sind zu finden im Stadtratsbeschluss vom 14. April 2026 (Sitzungsvorlage Nr. 20-26 / V 18604).