München unterstützt Seenotrettung auf dem Mittelmeer

München bekennt sich zum „Sicheren Hafen“ und unterstützt das Seenotrettungsschiff Ocean Viking von SOS Mediterranee, um Geflüchtete vor dem Ertrinken zu retten.

SOS Mediterranee

Erneuter Spendenaufruf zur Seenotrettung

Bürgermeisterin Verena Dietl, Sozialreferentin Dorothee Schiwy und Geschäftsführerin von SOS Mediterranee Deutschland, Maike Röttger, rufen die Münchner Bürger*innen erneut auf, mit einer Spende zu helfen, Geflüchtete in Seenot vor dem Ertrinken zu retten. Denn noch immer stirbt im zentralen Mittelmeer alle sechs Stunden ein Mensch.

Bürgermeisterin Verena Dietl: „Noch immer fliehen viele Menschen aus Not über das Mittelmeer, um der Gewalt und Ausbeutung in ihren Heimatländern zu entkommen. Es ist oftmals ihr letzter Ausweg, ihr eigenes Leben und das ihrer Familien in Sicherheit zu bringen. Doch immer wieder endet diese Flucht tödlich. Lassen Sie uns nicht wegschauen, sondern helfen Sie, liebe Bürger*innen, mit Ihrer Spende, diesen Menschen die Rettung vor dem Ertrinken zu ermöglichen. Das Seenotrettungsschiff Ocean Viking steht bereit und benötigt regelmäßig finanzielle Unterstützung, um Schiffsbetrieb, Ausstattung und Personal für seine Einsätze zu bezahlen. Helfen Sie mit und spenden Sie für das Patenschiff der Landeshauptstadt München. Denn Leben retten ist ein Gebot der Solidarität!“

Spenden für die Seenotrettung sind bis zum 31. Dezember 2021 willkommen unter sosmediterranee.de/muenchen-hilft.

Im Juni 2019 hat sich die Stadt München zum „sicheren Hafen“ für Geflüchtete erklärt und im Dezember 2019 die Patenschaft für das Seenotrettungsschiff Ocean Viking von SOS Mediterranee übernommen. Bei einem Spendenaufruf der Stadt München im vergangenen Jahr haben die Münchner*innen über 100.000 Euro für die zivile Seenotrettung im Mittelmeer gespendet – ein Riesenerfolg für die Seenotrettung!

Auch in den Wintermonaten brechen immer wieder Menschen auf, um über das zentrale Mittelmeer nach Europa zu flüchten. Meist fliehen die Kinder, Frauen und Männer über diese tödliche Fluchtroute, um den verheerenden Zuständen in Internierungslagern für Geflüchtete in Libyen zu entkommen. Mehr als 1.300 Menschen sind hierbei in diesem Jahr bereits gestorben, über 6.000 konnten von spendenfinanzierten Rettungsschiffen vor diesem Schicksal bewahrt werden.

Sozialreferentin Dorothee Schiwy: „Trotz und gerade während der Pandemie dürfen wir die Unterstützung von Flüchtlingen nicht aus den Augen verlieren. Ich appelliere deshalb auch an alle Bürger*innen, ein weiteres Mal für die Seenotrettung zu spenden und Menschen auf dem Mittelmeer nicht tatenlos ihrem Schicksal zu überlassen. Helfen Sie mit, Leben zu retten!“

Bereits im Februar 2020 war eine zehnköpfige Delegation mit Vertreter*innen des Stadtrats, der Stadtverwaltung und weiteren Fachexperten nach Nordgriechenland gereist, um sich über die Verhältnisse und Rahmenbedingungen in den dortigen Flüchtlingslagern zu informieren und mögliche Hilfemaßnahmen zu prüfen. Als eines der Ergebnisse hat die Stadt beschlossen, bereits bei der Seenotrettung anzusetzen und SOS Mediterranee zu unterstützen.

Maike Röttger, Geschäftsführerin von SOS Mediterranee Deutschland e.V.: „Anfang November haben zwei Rettungsschiffe, darunter die Ocean Viking, allein in vier Tagen mehr als 1.000 Menschen aus Seenot gerettet, aufgenommen und tagelang versorgt, bis sie endlich an einem sicheren Ort an Land gehen durften. Solange die EU kein europäisch organisiertes Seenotrettungsprogramm beschließt und umsetzt, sind die vom Ertrinken bedrohten Menschen auf die zivilen Rettungsschiffe angewiesen. Hierfür zählen wir auf die Mitmenschlichkeit und die Unterstützung der Zivilgesellschaft.“

SOS Mediterranee arbeitet in einem europäischen Verbund mit Teams in Deutschland, Frankreich, Italien und der Schweiz. Gemeinsam finanzieren die vier Sektionen seit Juli 2019 den Einsatz der Ocean Viking. Das zivile Rettungsschiff ist im Einsatz im zentralen Mittelmeer und fährt unter norwegischer Flagge. Die Rettungseinsätze werden durch Spenden finanziert.

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„Sicherer Hafen“ München

Die Landeshauptstadt München steht für eine weltoffene Gesellschaft und die Wahrung der Menschenrechte ein. Als „Weltstadt mit Herz“ vertritt sie diese Werte auch bundes- und europaweit.

Um ihrer Stimme mehr Gewicht zu verleihen, schließt sich die Landeshauptstadt regelmäßig Bündnissen und Initiativen an, angefangen vom deutschen Städtetag über europäische Bündnisse wie Eurocities bis hin zu kleineren Netzwerken, die die gleichen Ziele wie die Landeshauptstadt verfolgen.

Seit Jahren spielen sich dramatische Szenen auf dem Mittelmeer ab. Die Stadt München hat sich daher als Sicherer Hafen deklariert und ist im Juli 2019 dem Bündnis „Städte Sicherer Häfen“ beigetreten. Damit erklärt die Landeshauptstadt ihre Solidarität mit Menschen auf der Flucht und setzt sich entschieden dafür ein, zivile Seenotrettung im Mittelmeer zu unterstützen, statt sie zu behindern.

Oberbürgermeister Dieter Reiter hat sich stellvertretend für die Stadt München bei den zuständigen Staats- und Bundesministerien dafür eingesetzt, eigene humanitäre Aufnahmeprogramme (HAP) für Bayern einzurichten, mehr Geflüchtete aus den Mittelmeeranrainerstaaten Italien und Griechenland aufzunehmen (insbesondere aus den Lagern auf den griechischen Inseln) sowie die Seenotrettung ohne Einschränkungen durchzuführen.

Mittlerweile haben sich mehr als 250 Städte und Kommunen zu einem „Sicheren Hafen“ erklärt, aktuell 107 Städte und Landkreise sind dem Bündnis „Städte Sicherer Häfen“ beigetreten. Das Bündnis vernetzt aufnahmebereite Kommunen und Landkreise und bündelt die gemeinsamen Interessen. Es verfolgt das gemeinsame Ziel, Menschen zu retten, die auf ihrer Flucht aus dem Heimatland in Seenot geraten sind. Die Städte „Sicherer Häfen“ fordern im Namen ihrer Bürger*innen neue staatliche Rettungsmissionen und die direkte Aufnahme von aus Seenot geretteten Menschen. Sie heißen Geflüchtete in ihrer Mitte willkommen – und sind bereit, schutzsuchende Menschen aus akuter Not zusätzlich aufzunehmen und ihnen sichere Bleibeperspektiven zu schaffen.

Dabei sollen die Bundesregierung und das Bundesinnenministerium die „Städte Sicherer Häfen“ bei der praktischen Aufnahme, der Unterbringung und Finanzierung unterstützen.

Weiterhin fordert das Bündnis „Städte Sicherer Häfen“ in der gemeinsam verabschiedeten Potsdamer Erklärung vom 17. Februar 2021, dass die Bundesregierung über die bis jetzt gefundenen Lösungen hinaus, sich für ein langfristiges und praktikables Vorgehen zur Sicherung der Aufnahme aus Seenot geretteter Menschen auf europäischer Ebene einsetzen und dazu einen eigenen Beitrag leisten soll.

 

München ist Pate für das Seenotrettungsschiff Ocean Viking

Im Dezember 2019 beschließt der Münchner Stadtrat, die Patenschaft für das zivile Seenotrettungsschiff Ocean Viking zu übernehmen, um die Mission zu unterstützen, Menschen auf ihrer Flucht über das Mittelmeer vor dem Ertrinken zu retten. Betrieben wird das Schiff von der humanitären Organisation SOS Mediterranee. Um die Rettungseinsätze und den kostspieligen Betrieb des gecharterten Rettungsschiffes zu gewährleisten, sind Spendengelder unerlässlich.

Auch in den besonders gefährlichen Wintermonaten brechen Jahr für Jahr viele Menschen auf, um über das Mittelmeer nach Europa zu flüchten, um so der Bedrohung in ihren Heimatländern zu entfliehen. Die Gefahren und Hürden auf dieser Route sind hoch, auch weil Griechenland und Italien als Länder entlang der EU-Außengrenze Geflüchtete oft nicht an Land lassen. Nur durch den Einsatz von zivilen Initiativen wie SOS Mediterranee mit ihrem Seenotrettungsschiff Ocean Viking können viele Menschen vor dem Ertrinken gerettet werden.

34.517 Menschen konnte die 2015 von dem deutschen Kapitän und Historiker Klaus Vogel gegründete zivile Seenotrettungsorganisation bisher vor dem Ertrinken bewahren. Sie alle haben versucht, in seeuntauglichen Holz- oder Schlauchbooten von Libyen über das zentrale Mittelmeer zu fliehen. Um ein Stück Menschlichkeit auf das Mittelmeer zurück zu bringen und dem Ausmaß der humanitären Krise entgegenzutreten, rettet SOS Mediterranee u.a. mit der Ocean Viking Schiffbrüchige aus dem Meer. An Bord werden sie mit dem Nötigsten versorgt und medizinisch betreut. Seit dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie herrschen an Bord strenge Hygieneregeln.

Das 69 Meter lange zivile Rettungsschiff im zentralen Mittelmeer fährt unter norwegischer Flagge. SOS Mediterranee arbeitet im internationalen Netzwerk mit Vereinen in Deutschland, Frankreich, Italien und der Schweiz als einzige europäische Seenotrettungsorganisation.

Weitere Veranstaltungen zur Seenotrettung

Online Podiumsdiskussion zur Situation von geflüchteten Menschen an den EU-Außengrenzen in Zeiten der Pandemie (Mai 2021)

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