Wohn- und Geschäftskomplex am Elisabethplatz

Auf dem ehemaligen Gelände des Umspannwerks in Schwabing entsteht neben dem Elisabethmarkt ein Quartier mit Wohnen, Einzelhandel, Büros und sozialer Infrastruktur.

Das Projekt

Elisabethplatz
Bruno Fioretti Marquez Architekten, Berlin
Modellfoto

Eigentümerin des Geländes ist die Stadtsparkasse München, die dort zirka 170 Wohnungen nach dem Münchner Mietspiegel schaffen möchte.

Lage

Das Vorhabengebiet ist 5.750 Quadratmeter groß. Es liegt am südlichen Rand von Schwabing-West. Das Gelände bildet die nördliche Hälfte des Blocks zwischen der Arcisstraße im Westen, dem Elisabethplatz im Norden, der Nordendstraße im Osten und der Georgenstraße im Süden.

Planung

Das ehemalige Umspannwerk, das das Grundstück lange Zeit prägte, wurde 2017 durch einen wesentlich kleineren Neubau ersetzt. Im Sommer 2020 konnte damit das alte Gebäude abgerissen werden. Die frei gewordene Fläche hat die Stadtsparkasse München von den Stadtwerken erworben. Sie schafft dort verschiedene Wohnungsangebote für unterschiedliche Bevölkerungs- und Einkommensgruppen – ganz im Sinne der Sozialgerechten Bodennutzung. Geplant sind Mietwohnungen, ein Wohnheim für Studenten und Auszubildende beziehungsweise junge Angestellte der Stadtsparkasse München, eine Kindertagesstätte mit drei Krippen- und drei Kindergartengruppen, marktergänzender Einzelhandel und Büros.

Wettbewerb

Die Stadtsparkasse München hat in Abstimmung mit den Stadtwerken München und dem Referat für Stadtplanung und Bauordnung im September 2016 einen Planungswettbewerb ausgelobt. Mit dem ersten Preis wurden Bruno Fioretti Marquez Architekten mit Cappati Staubach Urbane Landschaften, beide aus Berlin, ausgezeichnet. Der Siegerentwurf sieht zwei nahezu parallele, L-förmige, leicht geschwungene Baukörper vor. Der südliche Hof dient als Freifläche für die Kindertageseinrichtung und der nördliche Hof als Aufenthaltsfläche für die Bewohner.

Aktueller Stand

Der Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung hat am 20. September 2017 beschlossen, für das Planungsgebiet einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan mit Grünordnung aufzustellen. Die Satzung des Bebauungsplans wurde im Dezember 2019 durch den Stadtrat beschlossen. Nach Erstellung der Baugrube beginnen die Rohbauarbeiten im Frühjahr 2021.

Chronologie

20.2.2020: Inkrafttreten des Bebauungsplans
12/2019: Satzungsbeschluss des Stadtrats
09/2019: Billigungsbeschluss des Stadtrats
09/2017: Einleitungsbeschluss für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan mit Grünordnung Nr. 2115a (Qualifizierung des Aufstellungsbeschlusses Nr. 2115)
12/2016: Preisgericht im städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerb
06/2016: Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan mit Grünordnung Nr. 2115

Details zum Wettbewerb

Planungswettbewerb

Zwei 1. Preise

Bruno Fioretti Marquez Architekten, Berlin, mit Cappati Staubach Urbane Landschaften, Berlin (Realisierung)

Leuschner von Gaudecker Architekten, München, mit Studio Vulkan Landschaftsarchitektur, München

Weiterer Preis

3. Preis: AllesWirdGut Architektur ZT, Wien, mit realgrün Landschaftsarchitekten, München

Ausloberin

Stadtsparkasse München, Immobilienmanagement

Lage

Das Wettbewerbsgebiet liegt am nördlichen Rand der Münchner Innenstadt im Stadtbezirk 4 Schwabing-West. Südlich grenzt der Stadtbezirk 3 Maxvorstadt an. Das Gelände bildet die nördliche Hälfte des Blocks zwischen der Arcisstraße im Westen, dem Elisabethplatz im Norden, der Nordendstraße im Osten und der Georgenstraße im Süden. Seine Größe beträgt etwa 5.750 Quadratmeter.

Anlass und Ziel des Wettbewerbs

Die Stadtsparkasse München plant einen neuen Wohn- und Geschäftskomplex mit Flächen für Wohnen, kleinteiligen Einzelhandel und Büronutzung. Eine Kindertagesstätte ist ebenfalls geplant. Des Weiteren soll die Umsetzbarkeit von 50 Anwohnerstellplätzen in einer Tiefgarage geprüft werden. Das Wettbewerbsgebiet liegt an prominenter Stelle am Elisabethplatz mit dem Elisabethmarkt, einem der vier permanenten Märkte für Lebensmittel und Blumen in München.

Heute befindet sich auf dem Wettbewerbsgebiet ein Umspannwerk der Stadtwerke München (SWM) mit technischen Anlagen, das die Stromversorgung des Stadtteils gewährleistet. Dieses wird durch einen Neubau ersetzt. Durch eine Optimierung des Anlagenkonzepts sowie durch den Einsatz einer veränderten Anlagentechnologie wird der bisherige Platzbedarf erheblich reduziert. So wird das neue Umspannwerk nur noch rund ein Fünftel der bisherigen Grundstücksfläche benötigen. Dieser Neubau eröffnet die Möglichkeit, die frei werdende Fläche umzustrukturieren und sie einer neuen, ihrer Lage angemesseneren Nutzung zuzuführen.

Die Stadtsparkasse München hat die frei werdende Fläche von den Stadtwerken München erworben. Das Gebiet, auf der der Neubau des Umspannwerks errichtet wird, bleibt im Eigentum der Stadtwerke.

Der zu planende Wohn- und Geschäftskomplex mit Kindertagesstätte soll zu einer attraktiven und eigenständigen Adresse in Schwabing werden und sich zugleich harmonisch in sein Umfeld einfügen.

Um für diese anspruchsvolle Bauaufgabe eine städtebaulich, architektonisch, funktional und wirtschaftlich angemessene Lösung zu finden, hat die Stadtsparkasse München in enger Zusammenarbeit mit den Stadtwerken München und dem Referat für Stadtplanung und Bauordnung der Landeshauptstadt München einen Realisierungswettbewerb ausgelobt.

Die beiden ersten Preisträger wurden aufgefordert, ihre Beiträge zu überarbeiten. Die Jury empfahl am 10. Februar 2017, das Projekt von Bruno Fioretti Marquez Architekten mit Cappati Staubach Urbane Landschaften, beide Berlin, weiter zu verfolgen.

Würdigung des Preisgerichts (Auszug)

Die städtebaulichen Randbedingungen für diesen Wettbewerb sind sehr eng gefasst. Gleichwohl gelingt es den Verfassern, auch mit diesen Einschränkungen ein stadträumlich zeitgemäßes Quartier mit einem städtisch urbanen Charakter, guter Orientierung und hohem Wiedererkennungswert zu schaffen.

Die Baukörperkonfiguration wird durch zwei leicht geschwungene Baukörper geprägt. Der Hauptbaukörper zum Platz bietet eine leicht aufgeweitete „Straßenraumsituation“ zu den Marktständen. Dies wird durchaus positiv bewertet.

Der zweite Bauteil, der im Abstand zum Hauptbaukörper angeordnet ist, bietet eine wünschenswerte Unterbrechung der Bebauung an der Nordendstraße. Dadurch gibt es jedoch einen gewissen Lärmeintrag in das Hofinnere.

Die vorgeschlagene Nutzungsverteilung mit den Läden im Erdgeschoss und den Büros im ersten Obergeschoss ist gut denkbar. Kritisiert wird allerdings, dass durch die aufwendigen Treppenhäuser die Ladennutzung im Erdgeschoss stark eingeschränkt ist. Dies trifft in gewissem Maß auch auf die Bürostruktur zu, die etwas flexibler gestaltet werden müsste.

Die Wohnungsgrundrisse des Hauptbaukörpers sind gut gelöst. Sie bieten allerdings ein überraschendes Angebot, in dem die meisten Individualräume nach Süden und die Funktionen Wohnen-Essen-Kochen nach Norden zum Platz angeordnet sind. Einige wenige Kleinwohnungen sind ausschließlich nach Norden orientiert. Im sechsten Obergeschoss gibt es eine großzügige Nordterrasse.

Die Kita, die im zweiten Baukörper untergebracht ist, ist gut orientiert. Darüber befindet sich das Wohnheim mit einigen wenigen Einheiten, die ausschließlich zur Nordendstraße orientiert sind.

Die Fassaden weisen einen sehr strengen Duktus auf. Diese Strenge wird zum Elisabethplatz durch Loggien rhythmisiert. Diese Loggien müssten bis zum dritten Obergeschoss verglast werden, um die Anforderungen der Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA-Lärm) einzuhalten.

Nicht überzeugen kann die Südfassade des Hauptbaukörpers. Man vermisst hier das Gefühl, dass es sich um ein Wohngebäude handelt. Die Fassaden an der Nordendstraße und Arcisstraße werden positiv bewertet.

Freiraumkonzept: Die ruhige und elegante Freiraumgestaltung wird in zwei grünen Höfen mit Zugang von der Nordendstraße formuliert. Hainartige Baumgruppen stehen in einer gehügelten Landschaft.

Der Spielbereich der Kita wird ohne Geräte dargestellt und suggeriert symbolisch das Spiel zwischen den Heckenräumen.

Empfehlung des Preisgerichts

„Nach Abschluss der Diskussion empfiehlt die Jury mit 10:4 Stimmen, die Arbeit von Bruno Fioretti Marquez Architekten, Berlin, mit Capatti Staubach Urbane Landschaften, Berlin, zur Grundlage der weiteren Entwicklung des Vorhabens zu machen.“

Preisgerichtssitzung

10. Dezember 2016

Entscheidung nach Überarbeitung

10. Februar 2017

Koordination

bgsm Architekten Stadtplaner, München

1. Preis nach Überarbeitung

Dies ist eine Bildergalerie in einem Slider. Mit den Vor- und Zurück-Kontrollelementen kann navigiert werden. Bei Klick öffnet sich ein Modal-Dialog, um das vergrößerte Bild mit weiteren Informationen anzuzeigen.

Ähnliche Artikel

This is a carousel with rotating cards. Use the previous and next buttons to navigate, and Enter to activate cards.

Freiham

Der neue Stadtteil im Münchner Westen für über 25.000 Menschen

Neufreimann

Ehemalige Bayernkaserne: 5.500 Wohnungen für bis zu 15.000 Menschen

Münchner Nordosten

Der neue Stadtteil östlich von Daglfing und Englschalking

Karstadt an der Schützenstraße

Neue Pläne für das Kaufhaus-Areal am Hauptbahnhof

Neues Leben auf dem PaketPost-Areal

Neues Wohn- und Geschäftsviertel an der Friedenheimer Brücke