Public Art München

Temporäre Kunstprojekte im öffentlichen Raum.

Bridge Sprout
Atelier Bow-Wow, Foto: Christoph Knoch

Kunst im öffentlichen Raum

Die Stadt München investiert jährlich 1,5 Prozent ihrer Baukosten in Kunst. Die Hälfte des Budgets fließt in Quivid , dem Kunst-am-Bau-Programm der Stadt München, das vom Baureferat betreut wird.

Die andere Hälfte wird projektbezogen für temporäre Kunst im öffentlichen Raum verwendet. Dieses Förderprogramm ist seit 2009 im Kulturreferat verankert. Jährlich erfolgen Ausschreibungen, die oft unter einem Themenschwerpunkt stehen. Initiativbewerbungen sind ebenfalls möglich.

Bis zu einem Budget von 15.000 Euro entscheidet das Kulturreferat über die Auswahl. Künstlerische Entwürfe mit einem Volumen von 15.000 bis zu 50.000 Euro juriert der Programmbeirat. Projekte über 50.000 Euro beschließt der Stadtrat auf Empfehlung des Programmbeirats.

Atelier Bow-Wow, Foto: Christoph Knoch

Aktuelle Billboard-Motive

Judith Neunhäuserer

Motive von Judith Neunhäuserer. 13. April bis 20. Juni 2022.

Der Religionsethnologe Victor Turner nennt Liminalität den Schwellenzustand einer Ritualgemeinschaft zwischen zwei sozialen Ordnungen. Die Menschheit muss den Durchgang zu einer klimagerechten Weltordnung passieren. Wir befinden uns in einem transitorischen Moment.

Beide Fotografien entstanden 2017 in der antarktischen Forschungsstation Neumayer III und zeigen einen Abstieg und einen Aufstieg; ob Eingang oder Ausgang, Rettung oder Verdammnis bleibt unklar.

Judith Neunhäuserer, geboren 1990 in Bruneck-Brunico, lebt und arbeitet in München und Mailand.

judithneunhaeuserer.info

Vorschau

Anders Eiebakke

Die Reihe „Startsignale“ der Kunst im öffentlichen Raum des Kulturreferats präsentiert zum 50jährigen Olympia-Jubiläum fünf Projekte Münchner Künstler*innen im Sommer 2022.
Als Vorschau sind zwischen Juni und September 2022 diese Kunstinterventionen im Stadtraum geplant:

Nicole Raabe

Die Kunstaktion „Wir verfügen nur über die Kraft eines großen Ideals“ betont die Bedeutung des Olympiageländes als Verdichtung der visionären Ideen von 1972. An drei Sommerabenden werden als Lichtprojektion die Schriftzüge „Freiheit, Offenheit und grenzenlose Freude“ – „Wir haben nur die Kraft eines großen Ideals“ – „Dabeisein ist alles“ über Olympiasee und Olympiaberg streifen. Die Lichtperformance von Nicole Raabe will in ihrer lichten Flüchtigkeit die Aufmerksamkeit der Besucher*innen spielerisch fesseln, Gespräche entstehen lassen und Raum zur gemeinsamen Reflexion bieten. Ist der Spirit von München ´72 in der heutigen Stadt mit ihren Herausforderungen noch zu spüren? Welche Ideale formulieren wir heute, welche Ideale leiten uns? Geplanter Zeitraum: Drei Abende / Nächte im August.

Fanti Baum & Sebastian Klawiter

Die Kunstinstallation „5.9.72, heute kein Programm“ erinnert an den Tag, der eine radikale Unterbrechung markierte. Das Attentat auf das Team der israelischen Mannschaft stellt eine jähe Zäsur der Olympischen Spiele dar. Im Moment des kaum zu fassenden Ereignisses machten die Künstler Peter Mell, Hans Poppel und Uwe Streifeneder einen Siebdruck, der das letzte Zeichen des erstmals stattfindenden Kulturprogramms sein sollte:

heute kein programm – 5.9.72

Im Zentrum des Kunstprojekts von Fanti Baum & Sebastian Klawiter steht jener Moment der angehaltenen Zeit. In großen leuchtenden Lettern bringen sie den Schriftzug auf das Dach der Tribüne der Kanu- und Ruderregattastrecke und wollen so der radikalen Unterbrechung Platz einräumen. Denn der Satz verweist für Sie auf eine Leerstelle und offene Wunde und vermag vielleicht die Erinnerung wach zu halten an ein Ereignis, das die Welt erschüttert hat.
Geplanter Zeitraum: Juni / Juli bis September.

Olaf Unverzart

Das fotografische Kunstprojekt „Rundkurs“ von Olaf Unverzart richtet den Blick auf die 22,8 km lange Strecke des olympischen Straßenradrennen mit Start und Ziel in Grünwald. Olaf Unverzarts Projekt wird sich dem Kurs von 1972 fotografisch nähern. Seine Bilder entstehen an und um der damaligen Strecke, die noch existiert. Sie fokussieren sich auf etwas Alltägliches und Unspektakuläres. Die Verbindung zum Wettbewerb von damals, mit tausenden Zuschauern, Helikoptern, Presse, Mannschaftsfahrzeugen und 184 Startern findet imaginär statt. Was zu sehen sein wird stammt aus der Gegenwart mit einem subjektiv, künstlerischen Blick, der das Ereignis von 1972 als Grundlage nimmt, sich dem Thema zu nähern. Als Ergebnis wird eine gedruckte Zeitungsbroschur mit seinen Fotografien in Kombination mit Archivmaterial aus dem damaligen Rennen entstehen. In drei in München typischen Zeitungskästen entlang der Strecke wird diese Zeitungsbroschur zur kostenfreien Mitnahme ausliegen. Geplanter Zeitraum: 15. Juli bis 15. September.

Thomas Mayfried

Die Kunstinstallation „Ohne Titel“ von Thomas Mayfried lenkt den Blick auf das visuelle Erscheinungsbild der Spiele. Das Gestaltungskonzept von Otl Aicher, der für die politische Utopie von München ´72 unvorstellbar viel leistete, ist im kollektiven Gedächtnis an die fröhliche Stimmung der Spiele ´72 auch durch die zahlreichen Fahnen-Pulks fest verankert. An den ca. 70 Fahnenmasten der Ruderregattastrecke Oberschleißheim gegenüber der Haupttribüne möchte Thomas Mayfried an das unverwechselbare Design der Spiele erinnern und es für die Betrachter*innen dekonstruieren: Flaggen, die das Gestaltungsraster, den Farbcode, die Typografie des Olympia-Designs und sein hohes sozial-kommunikatives Potential verdeutlichen. Geplanter Zeitraum: August / September.

Vincent Mitzev

Die Kunstaktion „In Marks Schatten“ ist eine Hommage an den US-amerikanischen Schwimmer Mark Spitz. Vincent Mitzev, der – nach eigenen Angaben – entfernt dem Ausnahmeathleten ähnelt, versucht sich in einer Schwimm-Performance, verkleidet als Mark Spitz, vom 28. August bis 4. September in der Olympiaschwimmhalle daran, alle sieben Weltrekorde des weltberühmten Olympioniken zu knacken.
Vincent Mitzev holt durch diese humorvolle, augenzwinkernde Kunstperformance den Zeitgeist vom Sommer ´72 und die Erinnerung an die „heiteren Spiele“ wieder zurück an die Olympiastätten Münchens.

Die Programme

Das fünf mal fünf Meter große Display auf dem Lenbachplatz wird mit etwa sechs Motiven pro Jahr bespielt.

  • Bewerbung laufend
  • formlose Bewerbung mit Bildmotiv und Kurzkonzept
  • keine Themenvorgabe
  • Münchner Künstler*innen

Jährliche Projektreihe mit einer thematischen Klammer. Fünf bis sechs Projekte werden mit einem Budget von jeweils bis zu 15.000 Euro realisiert.

  • Ausschreibung jährlich
  • thematische Ausschreibung (September / Oktober)
  • bis zu 15.000 Euro Förderung
  • Münchner Künstler*innen

Internationale und lokale Einzelprojekte bis zu 150.000 Euro Projektvolumen. Bewerbungen sind ganzjährig möglich.

  • Bewerbung laufend
  • formlose Bewerbung mit Konzept
  • keine Themenvorgabe
  • bis zu 150.000 Euro Förderung (Bewilligung bis 15.000 € durch das Kulturreferat, von 15.000 bis 50.000 € durch das Delegiertengremium, ab 50.000 € durch den Programmbeirat der Kunst im öffentlichen Raum)
  • außerdem unregelmäßige geladene Wettbewerbe zu großen internationalen Projekten sowie
  • unregelmäßige Vergabe der „Carte Blanche“ durch den Programmbeirat ohne Möglichkeit einer Eigenbewerbung

Internationale Großprojekte

  • Ausschreibung in der Regel alle fünf Jahre
  • Auslobung einer internationalen Kuration durch den Programmbeirat ohne Möglichkeit einer Eigenbewerbung

Kunstprojekte, die sich der Erinnerungskultur widmen. In der Regel dauerhafte Installationen.

  • Ausschreibung unregelmäßig
  • gesondertes Verfahren in Zusammenarbeit mit dem Bereich Stadtgeschichte des Kulturreferats

Programme – einige Beispiele

Dies ist eine Bildergalerie in einem Slider. Mit den Vor- und Zurück-Kontrollelementen kann navigiert werden. Bei Klick öffnet sich ein Modal-Dialog, um das vergrößerte Bild mit weiteren Informationen anzuzeigen.

Der Programmbeirat

Vorsitz

  • Anton Biebl, Kulturreferent der Landeshauptstadt München, bzw. im Vertretungsfall eine Vertretung des Kulturreferats (mit Sitzungsvorsitz)

Vertretungen aus dem Stadtrat

  • Stadträtin Marion Lüttig (Fraktion Die Grünen - Rosa Liste)

  • Stadtrat Thomas Niederbühl (Fraktion Die Grünen - Rosa Liste)

  • Stadträtin Beatrix Burkhardt (Fraktion CSU)

  • Stadtrat Lars Mentrup (Fraktion SPD/Volt)

  • Stadträtin Sonja Haider (Fraktion ÖDP/FW)

Fachjury

  • Prof. Dr. Burcu Dogramaci (Professur mit Schwerpunkt Kunst des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart, Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU))

  • Julia Grosse (Assoziierte Kuratorin Gropius Bau, Berlin, Gründerin Contemporary And (C&), Berlin)

  • Prof. Regine Keller (Landschaftsarchitektin, Professorin für Landschaftsarchitektur und öffentlicher Raum, Technische Universität München (TUM))

  • Dr. Elke Krasny (freie Kuratorin, Wien)

  • Prof. Florian Matzner (Kurator, Professor an der Akademie der Bildenden Künste, Mün­chen)

  • Stephanie Weber (Kuratorin Städtische Galerie im Lenbachhaus, München)

  • eine Vertretung des Berufsverband Bildender Künstler*innen (BBK) München und Oberbayern e.V.

Ohne Stimmrecht

zwei Vertretungen aus dem Stadtrat als anwesende, stellvertretende Mitglieder

  • Stadträtin Ulrike Grimm (Fraktion CSU)
  • Stadträtin Julia Schönfeld-Knor (Fraktion SPD/Volt)

aus der Fachjury zwei anwesende, stellvertretende Mitglieder

  • María Inés Plaza Lazo (Kuratorin, Gründerin Arts of the Working Class, Gründerin Re­flektor M)

Mitglieder in beratender Funktion

  • Vertretungen aus den städtischen Referaten werden bei Bedarf geladen

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