Pressegespräche & Sonderthemen Referat für Klima- & Umweltschutz

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Pressekonferenzen und Sonderthemen 2021

München wird Vorreiterin beim Ausstieg aus fossiler Wärmeversorgung

München (26.11.2021) – Die Landeshauptstadt München konkretisiert ihre Anstrengungen beim Klimaschutz und hat sich zum Ziel gesetzt, die erste Großstadt Deutschlands zu werden, die flächendeckend fossile Brennstoffe durch erneuerbare ersetzt und dabei gleichzeitig die Heizkosten sozial verträglich hält.

Sie folgt dabei den Empfehlungen des Fachgutachtens „Klimaneutrales München 2035“ von Öko-Institut e.V. (Öko-Institut), der HIC Hamburg Institut Consulting GmbH (Hamburg Institut) und der Intraplan Consult GmbH (Intraplan) sowie der von den Stadtwerke München GmbH (SWM) bei der Forschungsgesellschaft für Energiewirtschaft bmH (FfE) und dem Öko-Institut in Auftrag gegebenen Studie „Klimaneutrale Wärme München 2035“. Große Hebel zur Zielerreichung sind die energetische Sanierung der Gebäude und der klimaneutrale Umbau der Wärmeversorgung mit dem Ziel, bis 2035 in allen Stadtteilen fossile Brennstoffe zu ersetzen.

Bei einer Online-Pressekonferenz Münchens 2. Bürgermeisterin Katrin Habenschaden und die Referentin für Klima- und Umweltschutz Christine Kugler zusammen mit Dr. Florian Bieberbach, dem Vorsitzenden der SWM Geschäftsführung sowie Expert*innen der beteiligten Gutachter*innen-Teams die wichtigsten Ergebnisse beider Studien vorgestellt und die daraus resultierenden Handlungsempfehlungen für die Landeshauptstadt München skizziert.

„München will klimaneutral werden, München muss klimaneutral werden. Das ist die Verantwortung unserer politischen Generation. Und dieser Verantwortung stellen wir uns. Die Wärmestudie und das Fachgutachten sind die Grundlagen, auf denen unsere Klimastrategie fußt. Wir planen nichts weniger als eine Revolution bei der Wärme- und Energieversorgung unserer Stadt“, sagt 2. Bürgermeisterin Katrin Habenschaden. „Die klimapolitischen Vorhaben der designierten Regierungskoalition im Bund stimmen mich zuversichtlich, dass wir dabei künftig auch starken Rückenwind aus Berlin erhalten. Es gibt jetzt ein Momentum für einen klimaneutralen Umbau unserer Gesellschaft, und München wird seinen Beitrag leisten, damit dies gelingt.“

„Die Verbrennung von Erdgas und Heizöl gehört zu den größten Verursachern der in München anfallenden Treibhausgas (THG)-Emissionen“, erklärt Christine Kugler. „Deshalb werden wir dem Stadtrat vorschlagen, den klimaneutralen Umbau der Wärmeversorgung beherzt anzupacken und im Schulterschluss mit der SWM die erste Stadt Deutschlands zu werden, die es schafft, Erdgas und Heizöl aus der Wärmeversorgung zu verbannen und komplett auf klimaneutrale Energien umzusteigen.“

Dr. Florian Bieberbach: „Zur Erreichung unserer Klimaschutzziele ist die Wärmewende einer der wichtigsten Bausteine. Als Vorreiter beim Umbau der Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien arbeiten wir mit unserer Fernwärmevision schon seit 2012 daran, die Münchner Bürgerinnen und Bürger in Zukunft klimaneutral mit Wärme zu versorgen. Das Gutachten unterstreicht, dass wir auf dem richtigen Weg sind und zeigt die notwendigen Maßnahmen auf, unter denen eine Klimaneutralität bis 2035 erreicht werden kann. Der Umbau wird eine enorme finanzielle und operative Herausforderung. Wir werden die Stadt in allen Schritten zur Klimaneutralität unterstützen und uns gemeinsam für die zwingend erforderlichen Rahmenbedingungen in Berlin und Brüssel einsetzen.“

Der Grundsatzbeschluss II mit einem Maßnahmenbündel aus allen Handlungsfeldern wird dem Stadtrat im Ausschuss für Klima- und Umweltschutz am 7.12.2021 und in der Vollversammlung am 15.12.2021 zur Entscheidung vorgelegt.

Maßnahmenplan „Klimaneutrales München“ von Öko-Institut, Hamburg Institut und Intraplan  

Studie „Klimaneutrale Wärme München 2035. Mögliche Lösungspfade für eine klimaneutrale Wärmeversorgung in der Landeshauptstadt München“ von FfE und Öko-Institut

Weitere Dokumente zur Pressekonferenz

© Referat für Klima- und Umweltschutz

München erhält Award für „Wattbewerb“-Öffentlichkeitsarbeit

München (10.11.2021) – „Gemeinsam holen wir die Sonne auf die Dächer“ – unter diesem Motto stand die Ausschreibung für den Award zur Öffentlichkeitsarbeit beim Wattbewerb, dem bundesweiten Wettbewerb für mehr Photovoltaik. Neun Städte haben ihre Ideen und Konzepte zur Öffentlichkeitsarbeit eingereicht. Unter ihnen war auch die Landeshauptstadt München, welche mit ihrem Konzept deutlich überzeugte und vom Orga-Team Wattbewerb auf Platz 2 gewählt wurde.

Am 9. November 2021 überreichte Helmut Göbel vom Wattbewerb Orga-Team die Silberurkunde an Christine Kugler, Referentin für Klima- und Umweltschutz.

„Ich freue mich sehr, im Namen der Landeshauptstadt München und des Referats für Klima- und Umweltschutz diese Urkunde entgegen nehmen zu dürfen“, so Christine Kugler, Referentin für Klima- und Umweltschutz. „Die Teilnahme Münchens am Wattbewerb ist ein wichtiges Instrument, die Stadtgesellschaft für den Photovoltaikausbau und für ein klimafreundliches Denken und Handeln zu aktivieren und sensibilisieren. Denn: Jede*r Einzelne kann einen individuellen Beitrag zur Energiewende und für ein klimafreundliches München leisten.“

„Für die Energiewende bedarf es der Anstrengung aller: Bundes- und Landesregierung, Kommune, Bürger*innen, Klimaaktive, Industrie und Handwerk. Es wird kein Sprint, sondern ein 'Iron Man', um das 1,5 Grad-Ziel bis 2030 zu erreichen. Die Stadt München hat wesentliche Schritte in diese Richtung eingeleitet, aber es bleibt viel zu tun. Pack ma's“, so Helmut Göbel.

Unter dem Kampagnen-Motiv „München gewinnt mit Photovoltaik!“ hat die Landeshauptstadt München gemeinsam mit der bürgerschaftlich zusammengesetzten „Taskforce Wattbewerb München“ eine eigene Web-Präsenz auf der Homepage der Stadt München aufgebaut (https://muenchen.de/wattbewerb). Informationsveranstaltungen und Vorträge finden unter dem Label Wattbewerb statt, z.B. „Wattbewerb für Bürger*innen“. Weitere Veranstaltungen für andere Zielgruppen wie Vereine und Unternehmen sind geplant. Ebenso geplant ist die Einführung von Quartals-Preisen unter dem Titel „Solar-Champion“, der in verschiedenen Kategorien verliehen werden wird.

Über Wattbewerb
Der „Wattbewerb“ ist ein von „Fossil Free Karlsruhe“ initiierter bundesweiter Wettbewerb zum Ausbau der Photovoltaikleistung. Sieger ist die Kommune, die den höchsten Photovoltaik-Zubau in Watt/Einwohner*in erreicht. Ziel ist es, die Energiewende gemeinsam mit der Stadtgesellschaft voranzubringen und den weiteren Ausbau von Photovoltaik und damit den Klimaschutz deutlich zu fördern.

Mehr Informationen finden Sie unter www.muenchen.de/wattbewerb

Michael Nagy/Presseamt München

München schnürt deutschlandweit einzigartiges Klimapaket

Für eine nachhaltige, resiliente, zirkuläre, klimaneutrale, lebenswerte Stadt

(München, 16.07.2021) Die Landeshauptstadt München intensiviert ihre Anstrengungen beim Klimaschutz. Bis Ende 2026 wird die Stadt zusätzlich 500 Millionen Euro in Maßnahmen investieren, die zur Regulierung des Stadtklimas, zum Schutz vor Extremwetterereignissen und zur Reduzierung von CO2-Emissionen beitragen – die Mittel dafür sollen in das neue Klimabudget eingestellt werden, welches der Stadtrat Ende Juli beschließen wird. Darüber hinaus schafft München als erste deutsche Kommune mit einem kommunalen „Klimagesetz“ (Klimasatzung) einen verbindlichen Rahmen für ein klimafreundliches Handeln der Landeshauptstadt. Mit der Einrichtung eines Klimarats wird die Zivilgesellschaft als kritisch-konstruktiver Begleiter der Münchner Klimastrategie eng eingebunden. Mit den geplanten Beschlüssen nimmt München bundesweit unter den Kommunen eine Vorreiterrolle beim Klimaschutz ein.

Bei einer Pressekonferenz auf dem Dachgarten der Stadtalm im Werksviertel haben die 2. Bürgermeisterin Katrin Habenschaden und die Referentin für Klima- und Umweltschutz Christine Kugler die Herausforderungen skizziert, die durch den Klimawandel auf die Stadt München zukommen werden und die Handlungsfelder definiert, in denen die Klimaziele umgesetzt werden können.

Zeit zu handeln
Der Klimawandel findet bereits statt: Die letzten Wochen und Monate sind dominiert von Nachrichten über Extremwetterereignisse in der ganzen Welt. Als Großstadt ist München besonders betroffen von den Folgen des Klimawandels, da sich thermische Veränderungen durch dichte Bebauung und einen hohen Versiegelungsgrad („Wärmeinseleffekt“) stärker auswirken und Extremwetterereignisse auf engem Raum weite Teile der Bevölkerung und Infrastruktur betreffen. Schon jetzt steigt in München die Durchschnittstemperatur und Hitzeextreme nehmen zu. Zudem ist eine weitere Zunahme von lokalen Starkregenereignissen zu erwarten.

Das Klimapaket 2021
Das Klimapaket 2021 umfasst mit dem „Grundsatzbeschluss I“, dem Beschluss zur „Einführung einer Klimaprüfung bei Beschlussvorlagen“ und dem Beschluss zum „Finanzrahmen für den Klimaschutz ab 2022“ drei wegweisende Beschlüsse, die die langfristige strukturelle Basis und den finanziellen Rahmen für ein klimaneutrales München bilden. Um die gesteckten Klimaschutz- und Energieeffizienzziele zu erreichen, wurden für die kommunalen Handlungsspielräume „Wärme, Kälte, Strom“, „Mobilität“, „Klimaanpassung“, „Wirtschaft“ und „Lebensstile“ Leitsätze für eine Klimastrategie formuliert. Für die Anstrengungen wird ab dem Haushaltsjahr 2022 ein über die bisherigen Maßnahmen hinausgehendes investives Klimaschutzbudget in Höhe von 100 Millionen Euro jährlich zusätzlich zu den bisherigen jährlichen Ausgaben für Klimaschutz in Höhe von 80 Millionen Euro bereitgestellt. Mit der Einführung der Klimaprüfung können Beschlüsse hinsichtlich ihrer Klimarelevanz bewertet werden. Das sorgt für Transparenz für Entscheidungsträger und auch für die Öffentlichkeit.

„Mit dem Klimapaket setzt München deutschlandweit neue Maßstäbe beim Kampf gegen den Klimawandel. Wir werden unsere bisherigen Anstrengungen intensivieren und bis 2026 zusätzlich 500 Millionen Euro in Maßnahmen investieren, die zur Regulierung unseres Stadtklimas, zum Schutz vor Extremwetterereignissen und zur CO2-Reduzierung beitragen. Dazu zählt der Ausbau der Geothermie, die energetische Gebäudesanierung, die Verkehrswende und die Begrünung von Fassaden und Dächern. Es ist außerdem dringend nötig, München zu wappnen und resilient zu machen gegen die Auswirkungen des Klimawandels. Was passiert, wenn Extremwetterereignisse auf unvorbereitete Städte treffen, sehen wir gerade in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, wo es aufgrund des Starkregens und der Überschwemmungen leider Tote zu beklagen gibt“, sagt Münchens 2. Bürgermeisterin Katrin Habenschaden. „Kommunen sind weltweit die Haupt-Verursacher von Treibhausgasen. Ob wir die Klimakrise meistern, wird maßgeblich von der Entschlossenheit der Städte abhängen. München nimmt diese Verantwortung ernst – und dies in einer finanziell sehr angespannten Lage. Das Geld ist aber sinnvoll angelegt: Durch jeden Euro, den wir heute in Klimaschutz investieren, ersparen wir uns wesentlich höhere Ausgaben in der Zukunft, zudem setzen wir Anreize für unsere Wirtschaft. Mit den Klimabeschlüssen bewahren wir unseren Kindern und Enkeln ein lebenswertes München.“

Klima- und Umweltschutzreferentin Christine Kugler sagt: „Das Ziel der Klimaneutralität bedeutet nicht nur einen minimalen Ausstoß von Treibhausgasen. Es bedeutet auch ein verträgliches Stadtklima, eine hohe Luftqualität, weniger Abgase und Lärm und damit auch mehr Lebensqualität für die Bürgerinnen und Bürger. Unsere Aufgabe ist es, die hierfür notwendigen großen infrastrukturellen Transformationen anzustoßen und zu koordinieren und darüber hinaus das allgemeine Bewusstsein dafür zu schärfen, dass der Klimaschutz eine Gemeinschaftsaufgabe für die gesamte Stadtgesellschaft ist. Anreize müssen gesetzt, Menschen motiviert, viele Hürden überwunden werden – das Ganze mit langem Atem und trotz finanzieller Engpässe. Mit unserem Klimapaket 2021 sorgen wir dafür, dass der Klimaschutzgedanke in der ‚DNA‘ der Münchner Stadtverwaltung verankert wird und definieren in fünf Handlungsfeldern Leitsätze, die als Kompass für ein nachhaltiges, resilientes, zirkuläres, klimaneutrales und lebenswertes München von morgen dienen.“
Das Klimapaket wird dem Stadtrat im Ausschuss für Klima- und Umweltschutz am 20.07.2021 und in der Vollversammlung am 28.07.2021 zur Entscheidung vorgelegt.

Als Veranstaltungsort wurde der Dachgarten der Stadtalm im Werksviertel gewählt. Das urbane Biotop zeigt exemplarisch, wie inmitten der Stadtlandschaft ein Stück Natur geschaffen werden kann und bietet auf 2.500 Quadratmetern Platz für eine Kräuter- und Blumenwiese, einen Hühnerstall und eine Herde Walliser Schwarznasenschafe. Auch das ganzheitliche Energiekonzept des Geländes wurde im Hinblick auf lokale Energieerzeugung und der Treibhausgasminderung entwickelt.

Bilder und Dokumente der Pressekonferenz zum Download