Pop-up-Radwege

Temporäre Radspuren während Corona: Von Anfang Juni bis Ende Oktober 2020 wurden in der Innenstadt vorübergehend Radwege eingerichtet.

Temporäre Radspuren in der Münchner Innenstadt

Pop-up-Radweg Elisenstraße
Michael Nagy, LHM

Von Anfang Juni bis Ende Oktober 2020 hat die Landeshauptstadt München in der Innenstadt vorübergehend Pop-up-Radwege eingerichtet. Aktuell prüft das Mobilitätsreferat, ob an den sechs betroffenen Straßenabschnitten auch dauerhaft Radwege entstehen können.

Mehr Radverkehr durch Corona

Anlass für den Verkehrsversuch war das deutlich erhöhte Radverkehrsaufkommen aufgrund der Corona-Pandemie: Allein im April 2020 verzeichneten die sechs Münchner Dauerzählstellen 20 Prozent mehr Radfahrende als im Vorjahr. Laut Polizei nahmen die Radunfälle bis Ende April 2020 im Vergleich zu 2019 um 15,5 Prozent zu – obwohl die Zahl der Verkehrsunfälle insgesamt um 21,7 Prozent zurückgingen.

Straßenabschnitte mit Pop-Up-Radwegen

Angesichts dieser Zahlen entschied der Stadtrat in seinem Beschluss vom 27. Mai 2020 sogenannte Pop-Up-Radwege in der Innenstadt einzurichten. In den folgenden Bereichen wurden mit gelber Farbe oder Baustellen-Stil neue Radspuren markiert:

  • Rosenheimer Straße I
    Zwischen Orleansstraße und Rosenheimer Platz wurde die jeweils rechte Fahrspur in beide Richtungen in Radfahrstreifen umgewandelt. Die Parkplätze im Baumgraben können weiter angefahren werden.
  • Rosenheimer Straße II
    Zwischen Lilienstraße und Am Lilienberg wurde stadtauswärts die rechte Fahrspur in einen Radweg umgewandelt. Die Park- und Haltemöglichkeit wurde aufgehoben, der Gehweg breiter.
  • Zweibrückenstraße
    Zwischen Erhardt- / Steinsdorfstraße und Rumford- / Thierschstraße fallen die jeweils rechten Fahrstreifen in beide Richtungen zugunsten neuer Radwege weg. Die vorherigen Radwege wurden dem Gehweg zugeschlagen.
  • Elisenstraße
    Zwischen Dachauer Straße und Lenbachplatz entstanden anstelle des jeweils rechten Fahrstreifens neue Radwege in beide Richtungen.
  • Theresienstraße
    Zwischen der Türken- und Schleißheimer Straße wurde die rechte Fahrspur zum Radweg; zwischen der Türken- und Luisenstraße wurde der neue Radweg versuchsweise auch für Busse freigegeben.
  • Gabelsbergerstraße
    Zwischen der Arcis- und Türkenstraße wurde die rechte Fahrspur zum Radweg und probeweise auch für den Busverkehr freigegeben.

Auswertung und nächste Schritte

Eine öffentlichen Umfrage und eine fachlichen Evaluation zu den Pop-up-Radwegen dienen nun als Grundlage weiterer Planungen. Die Landeshauptstadt prüft so, ob die Abschnitte der Pop-up-Radwege zu dauerhaften Radwegen werden können. Für die Rosenheimer Straße, Elisenstraße, Theresienstraße und Gabelsbergerstraße sollen bis April 2021 erneut Markierungsvorschläge ähnlich den temporären Pop-up-Radwegen ausgearbeitet und umgesetzt werden. Für die beiden Streckenabschnitte Rosenheimer Straße zwischen Lilienstraße und Am Lilienberg sowie Zweibrückenstraße zwischen Erhardt-/Steinsdorfstraße und Rumford-/Thierschstraße sind bereits bauliche Radwege beschlossen.

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