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Das Förderprogramm „Wohnen am Ring“

„Wohnen am Ring“ ist das Förderprogramm der Landeshauptstadt München zur Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität am Mittleren Ring.

Gebäude am Innsbrucker Ring
Peter Franck

Für Eigentümer*innen von Wohngebäuden

Viele Bereiche des Mittleren Rings haben mit Fertigstellung der drei Tunnel eine wesentliche Verkehrsberuhigung erfahren. Der Verkehr ist in weiten Bereichen unter die Erde verschwunden, während an der Oberfläche neue Qualitäten für Wohnen und Freibereiche geschaffen wurden. Dennoch besteht nach wie vor an vielen Stellen Handlungsbedarf.

Höhe der Förderung

Die Landeshauptstadt München unterstützt daher ambitionierte Projekte mit effektivem Lärmschutz. Das Zuschussprogramm richtet sich an Eigentümer*innen von Wohngebäuden unmittelbar am Mittleren Ring und ist bis einschließlich 2022 mit einem Budget in Höhe von 900.000 Euro jährlich ausgestattet. Voraussetzungen sind ein Gesamtkonzept der geplanten Lärmschutzmaßnahmen und nachweisbare Pegelminderungen. Gefördert werden Aufwendungen für die Schallschutzmaßnahmen mit einem Zuschuss bis insgesamt 150 Euro pro Quadratmeter verbesserter Wohnfläche. Im Bestand werden beispielsweise Aufwendungen für Kastenfenster, Schiebeläden, die Verglasung bestehender Loggien und Balkone, vorgesetzte Lärmschutzfassaden, vorgesetzte Laubengänge oder die Umorganisation bestehender Grundrisse gefördert.

Seit 2001 mehr als 1.400 Wohnungen gefördert

Das Förderprogramm „Wohnen am Ring“ wurde im Jahr 2001 erstmals aufgelegt. Seitdem sind zahlreiche Leuchtturmprojekte entstanden. Insgesamt wurden seit Einrichtung des Programms rund 1.410 Wohnungen gefördert und über 1.000 weitere Wohnungen schallberuhigt.

Peter Franck

Ansprechpersonen

Planung und Technik
Renate Bindl, Telefon: 089 233-28785

Antragstellung und Bewilligung
Thomas Rieder, Telefon: 089 233-28847

Beispiele für realisierte Projekte

Bauen über einem Tunnel, ein Schallschutzkonzept direkt am Ring oder Lärmschutz am Isarring - im Rahmen des Förderprogramms "Wohnen am Ring" sind neben zahlreichen anderen Maßnahmen in den letzten Jahren folgende Projekte entstanden. Die Übertragbarkeit der Maßnahmen, eine einfache Anpassungsfähigkeit und schnelle Umsetzbarkeit sind hierbei wichtig. Zur nachhaltigen Verbesserung der Wohnqualität im Bestand sind geschickte Planungsansätze gefragt. „Lärmschutzbausteine“ im Baukastensystem bieten hierfür exemplarische Lösungen.

Brandenburger Straße

Der Lärmschutz wurde hier am Isarring ausgebaut.
LHM
Der Lärmschutz wurde hier am Isarring ausgebaut.

Am Isarring in Schwabing wurde eine Bestandswohnanlage lärmgeschützt und städtebaulich ergänzt. Der Isarring, der 1966 gebaut wurde, wird täglich von rund 110.000 Fahrzeugen befahren.

Die Anfang der 1950er Jahre gebauten Häuser stehen senkrecht zum Mittleren Ring, so dass Lärm in die Wohnhöfe eindringen konnte. Wohnungen und Freiflächen waren damit stark den Immissionen des Verkehrs ausgesetzt.

Die Maßnahme schließt die vier zum Isarring hin offenen Lücken des Bestands mit vier viergeschossigen Neubauten. Es entstanden 32 neue, barrierefreie Mietwohnungen, die in ihrer Grundrissorganisation als „Lärmschutzbauten“ geplant sind. Davon profitiert auch der große Anteil an Bestandswohnungen.

Niveaugleich werden die Neubauten vom Mittleren Ring betreten. Ein quer liegendes Treppenhaus mit Aufzug erschließt jeweils zwei Wohnungen pro Etage. Vom Treppenhaus erreichen die Bewohner*innen über einen rückwärtigen Zugang den Wohnhof. Die Aufenthaltsräume der Wohnungen orientieren sich nach Süden zum ruhigen Innenhof. Küchen und Nebenräume liegen im Norden zum Isarring.

Durch den Lückenschluss werden auch die begrünten Innenhöfe beruhigt. Der wertvolle alte Baumbestand bleibt weitgehend erhalten. Die Gärten wurden durch Neugestaltung nutzbar. Stellplätze für die neuen Wohnungen sind in einem der neuen Höfe in einer Tiefgarage geschaffen.

Zudem wurden an den Siedlungsrändern entlang der Ungererstraße und an der Brandenburger Straße an den Straßen zugewandten Seiten Schallschutzbausteine, wie Schallschutzfenster und vorgesetzte Kastenfenster mit Dauerbelüftung, eingebaut. Die schalltechnisch optimierten Kastenfenster lassen eine Fensterlüftung zu und erreichen bei gekippten Fenstern Innenraumpegel von 30 dB(A) nachts und 40 dB(A) tagsüber.

Somit umfasst das Gesamtkonzept der Maßnahme insgesamt 118 beruhigte Wohnungen im Neubau und Bestand.

Fakten und Daten im Überblick

  • Adresse: Brandenburger Straße 2-24, Ungererstraße 124-128 (Isarring)
  • Bauherrin: Wohnbau GmbH, Bonn
  • Architektur: GHU Architekten GmbH, München
  • Schallschutz: Ingenieure Süd GmbH, München
  • Fertigstellung: November 2016
  • Anzahl der Wohnungen: 32 Neubau-Mietwohnungen, davon 12 Wohneinheiten in der Einkommensorientierten Förderung, 84 lärmgeschützte Bestandswohnungen sowie 4 Wohnungen in der Aufstockung der Kopfenden der bestehenden Hauszeilen

Lageplan und Grundriss

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Konrad-Celtis-Straße

Wohnanlage am Heckenstallertunnel
LHM
Die Wohnanlage befindet sich am Heckenstallertunnel.

Das Grundstück im Bezirk Sendling-Westpark liegt direkt überhalb eines offenen Tunnelabschnitts am Mittleren Ring, dem Heckenstallertunnel. Auf dem Gelände befanden sich vorher Büros, die abgebrochen wurden. Es entsteht eine moderne Anlage mit 307 Wohnungen.

Von den 307 Wohnungen sind 264 Eigentums- und 43 geförderte Mietwohnungen. Eine Kindertagesstätte befindet sich am östlichen Ende des Baufelds.

Das Bebauungskonzept umfasst Wohnen in Lärmschutzbauten und beruhigte Innenhöfe. Die Neubaumaßnahme besteht aus fünf winkelförmigen Gebäuden. Dazwischen befinden sich vier kleinere Schallschutzbauten, die ruhiges Wohnen mit begrünten Innenhöfen ermöglichen.

Die schmalen Gebäude am Mittleren Ring sind klassische „Lärmschutztypen“ mit einer geringen Gebäudetiefe von 7,50 bis 9 Metern. Kinderzimmer und Schlafzimmer sind nach Norden zum ruhigen Innenhof orientiert, während zum Ring hin Küchen und Bäder liegen. Die Wohnzimmer sind nach zwei Himmelsrichtungen „durchgesteckt“ und können somit von der ruhigen Gebäudeseite belüftet werden. Weitere Räume können großteils über Schallschutzloggien natürlich belüftet werden.

Offene Lücken zwischen den einzelnen Gebäuden sind mit verglasten Lärmschutzwänden geschlossen, sodass kein Lärm in die Innenhöfe dringen kann. Die Terrassen und Loggien sind vom Wohnzimmer aus zugänglich und von den gläsernen Schallschutzwänden vor Lärm geschützt.

Das Vorhaben wurde Ende 2020 in mehreren Bauabschnitten komplett fertiggestellt.

43 Mietwohnungen erhielten aus dem Programm „Wohnen am Ring“ Fördergelder.

Fakten und Daten im Überblick

  • Adresse: Konrad-Celtis-Straße 75-83, Mainburger Straße, Grabbeweg
  • Bauherrin: Wohnbau Konrad-Celtis-Straße GmbH, Zolling
  • Architektur: Maier Neuberger Architekten GmbH, München
  • Schallschutz: Kurz und Fischer Ingenieure, Feldkirchen-Westerham
  • Fertigstellung: Ende 2020
  • Anzahl Wohnungen: 307 Wohnungen, davon 264 Eigentumswohnungen und 43 Wohneinheiten in der Einkommensorientierten Förderung

Lageplan und Grundriss

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St.-Quirin-Straße

Blick von der St.-Quirin-Straße
Thomas Batzer
Förderzentrum direkt am Mittleren Ring

Bei dem Objekt handelt es sich um eine Förderstätte für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit einer Cerebralparese (ICP) oder anderen Körper- und Mehrfachbehinderungen. Angeboten wird eine vielseitige, individuelle Betreuung für alle Lebensphasen, mit dem Ziel, dass die Menschen mit Behinderung optimal und ganzheitlich gefördert werden.

Die Einrichtung umfasst Therapieräume, Werkstätten und 53 Wohnungen sowie Verwaltung. Es entstanden zudem 54 neue Förderplätze. Das Gebäude liegt direkt am Mittleren Ring an der sehr befahrenen Chiemgaustraße, Ecke Traunsteiner Straße und St.-Quirin-Straße.

Wesentlicher Bestandteil des Schallschutzkonzepts ist die Einzelraumlüftung für die Be- und Entlüftung der Wohn- und Ruheräume. Dezentrale Einzellüftungsgeräte, die für jedes Zimmer einzeln gesteuert werden können, leisten den geforderten Schallschutz und auch den Wärmeschutz. Eine integrierte Sensorsteuerung misst für jeden Bereich individuell CO2, Feuchte und Temperatur. Ein Gerät versorgt rund 70 Quadratmeter Wohnfläche mit Frischluft. Zusätzlich haben die Geräte einen Luftfilter eingebaut, wodurch sich die Feinstaubbelastung verringert. Die Abluft erfolgt konventionell über Bad und Fenster. Für die Lüftungsgeräte wurden vor dem Einbau Prototypen entwickelt. Die Geräte wurden bereits im Werk in die Außenwände aus Stahlbetonfertigteilen eingebaut.

Die Fensterqualitäten berücksichtigen die erhöhten Schallschutzanforderungen.

Insgesamt wurden mit dem Programm „Wohnen am Ring“ rund 950 Quadratmeter beruhigte Wohnflächen für Pausen- und Ruheräume sowie Wohnungen gefördert.

Fakten und Daten im Überblick

  • Adresse: St.-Quirin-Straße 19 (Chiemgaustraße)
  • Bauherrin: Stiftung ICP München, Integrationszentrum für Cerebralparesen
  • Architekten: Batzer + Hartmann Planungsgesellschaft mbH, Fürstenfeldbruck
  • Schallschutz: ACCON GmbH, Greifenberg, Muck Ingenieure, Ingolstadt
  • Fertigstellung: März 2016
  • Förderung: 950 Quadratmeter geförderte Flächen für Pausen- und Ruheräume sowie Wohnungen

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