Lärmarme Reifen – München fährt leise

Lärmarme Reifen können einen wirksamen Beitrag zur Minderung des Straßenverkehrslärms leisten.

München fährt leise

Verkehrslärm hat viele Ursachen wie zum Beispiel die Beschaffenheit der Fahrbahn, die Fahrgeschwindigkeit, das Antriebs- und Motorengeräusch oder auch die Reifen am Fahrzeug selbst.

Hinsichtlich der Reifen haben nun Verbraucher*innen die Möglichkeit, sich gezielt über die spezifischen Eigenschaften von Reifen zu informieren.

Durch die EU-Verordnung Nummer 1222/2009 wurde erstmals die Verpflichtung eingeführt, in der EU in Verkehr gebrachte Reifen für Pkw und Lieferwagen mit einem Label zu kennzeichnen. Diese Verordnung wurde am 01.05.2021 durch die EU-Verordnung 2020/740 abgelöst. Die neue Verordnung erfasst auch Reifen für Busse und Lkw. Sie gilt für Pkw, Lkw- und Busreifen, die nach dem 01.05.2021 auf den Markt gekommen sind. Es gibt keine Verpflichtung zur Neukennzeichnung von Reifen, die vor dem 01.05.2021 in Verkehr gebracht wurden. Somit können in den Geschäften teilweise auch noch Reifen mit der alten Kennzeichnung vorgefunden werden.

Die Reifenkennzeichnung umfasst die Klassifizierung der Parameter Kraftstoffeffizienz, Nasshaftung und externes Rollgeräusch (Reifenlärm) und orientiert sich in der Darstellung an der Kennzeichnung für den Energieverbrauch von elektrischen Haushaltsgeräten.

Das Referat für Klima- und Umweltschutz möchte Sie über die Vorteile lärmarmer Reifen informieren und Ihnen aufzeigen, wie Sie diese Reifen beim Kauf erkennen und worauf Sie achten sollten. Dadurch ermöglichen Sie einen mit geringem Aufwand zu leistenden, aktiven Beitrag zum Lärmschutz in München.

Erzielbare Lärmminderung

Sehr viele Münchner*innen fühlen sich durch den Verkehrslärm stark belästigt. Der Umstieg auf lärmarme Reifen wäre ein mit geringem Aufwand leistbarer Beitrag zum Lärmschutz in München.

So nimmt zum Beispiel bei einem Fahrzeug mit einer höheren innerstädtischen Durchschnittsgeschwindigkeit von 50 – 60 km/h und bei Verwendung eines um 3 Dezibel (dB) leiseren Reifens das Gesamtgeräusch dieses Fahrzeuges bereits um 2 dB ab; bei Verwendung eines um 6 dB leiseren Reifens sogar um 3 dB. Wenn alle Fahrzeuge in München die Geräuschemission durch lärmarme Reifen um 3 dB reduzieren, wirkt sich dies akustisch wie eine wie eine Halbierung der Verkehrsmenge aus.

Lärmarme Reifen

Im Straßenverkehr entstehen Geräuschemissionen aus dem Motoren- /Antriebsgeräusch (Motor, Getriebe, Auspuff) und Geräuschen aus der Interaktion „Reifen-Fahrbahn" (Rollgeräusche). Das Reifen-Fahrbahn-Geräusch entsteht beim Abrollen des Reifens an der Kontaktfläche zwischen Reifen und Fahrbahn. An der Geräuschentstehung sind mechanische Schwingungen des Reifens und aerodynamische Ereignisse an der Kontaktoberfläche beteiligt.

Verschiedene Faktoren wie die Geometrie des Reifenprofils, die Gummimischung, welche das Aufschlaggeräusch der Profilblöcke beeinflusst, oder die Reifenbreite bestimmen das Reifenabrollgeräusch. So sind breitere Reifen deutlich lauter als schmale Reifen. Ebenso beeinflussen auch die Temperatur sowie die Fahrbahneigenschaften das Abrollgeräusch. Die Art der Straßenoberfläche wirkt sich maßgeblich auf das Reifen-Fahrbahn-Geräusch aus. Untersuchungen belegen, dass verschiedene Fahrbahnbeläge bei Messungen unter sonst konstanten Bedingungen zu Unterschieden im Reifen-Fahrbahn-Geräusch führen können.

Insbesondere die Geschwindigkeit beeinflusst die Höhe des Rollgeräusches. So dominieren unter 30 km/h bei Pkw die Antriebsgeräusche. Bereits ab etwa 35 km/h übersteigt bei gleichmäßiger Fahrweise das Rollgeräusch die Antriebsgeräusche, d.h. je schneller ein Fahrzeug fährt, umso dominanter ist der Reifen-Fahrbahn-Lärm und das Abrollen der Reifen wird zur entscheidenden Lärmquelle.

Die Kriterien Kraftstoffeffizienz, Nasshaftungseigenschaften und Rollgeräusch stehen meist nicht in einem gleichwertigen Verhältnis zueinander. So ist es nicht möglich, gleichzeitig alle Eigenschaften eines Reifens zu verbessern. Vielmehr führt die Optimierung einer Eigenschaft oftmals zu einer Verschlechterung einer anderen Eigenschaft.

Ziel der Reifenhersteller muss es also sein, den Reifen hinsichtlich einer (oder mehrerer) Eigenschaften zu optimieren und dabei die anderen Eigenschaften nicht (oder nur geringfügig) zu verschlechtern.

Am nachfolgenden Beispiel soll dies modellhaft verdeutlicht werden:

Steht die Verringerung der Rollgeräusche im Vordergrund, kann - im Vergleich zu einem Referenzreifen mit durchschnittlichen Eigenschaften - idealerweise eine weitere Eigenschaft (hier: Fahrkomfort) verbessert werden. Einige Eigenschaften des Reifens können auf dem gleichen Niveau gehalten werden (zum Beispiel die Kraftstoffeffizienz), während bei anderen Eigenschaften Verschlechterungen in Kauf genommen werden müssen (zum Beispiel Nasshaftung).

Das Reifenlabel gibt Auskunft zu den drei Kriterien Kraftstoffeffizienz, Nasshaftung und Rollgeräusch. Somit hat jede/jeder Verbraucher*in die Möglichkeit, sich über spezifische Eigenschaften des Reifens zu informieren. Das Reifenlabel ermöglicht einen direkten Vergleich verschiedener Reifenmodelle.

Kraftstoffeffizienz

Das Zapfsäulensymbol gibt die Klassifizierung für die Kraftstoffeffizienz an (von A „geringer Kraftstoffverbrauch" bis E „hoher Kraftstoffverbrauch").

Nasshaftung

Das Symbol der Regenwolke gibt die Klassifizierung für die Nasshaftung an ( von A „kürzester Bremsweg" bis E „längster Bremsweg“).

Externes Rollgeräusch

Das externe Rollgeräusch des Reifens wird in Dezibel angegeben. Mit dem Buchstaben A gekennzeichnete Reifen unterschreiten den Grenzwert um 3 dB(A) oder mehr. Mit dem Buchstaben B gekennzeichnete Reifen unterschreiten den Grenzwert um bis zu 3 dB(A). Mit C werden keine Reifen gekennzeichnet, da diese den zulässigen Grenzwert überschreiten und nicht zulassungsfähig sind.

Kriterien wie zum Beispiel Fahrstabilität, Aquaplaning, Seitenführung sowie Handling und Bremsen auf trockener Fahrbahn werden durch das Reifenlabel nicht abgedeckt. Diese Informationen kann man den gängigen Reifentests der Fachpresse entnehmen.

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