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Krematorium am Ostfriedhof

Nach zweijähriger Bauzeit konnte das neue Krematorium am Ostfriedhof eingeweiht werden.

Neubau Krematorium am Ostfriedhof
Stefan Müller-Naumann
Der Neubau fügt sich harmonisch in den Bestand der historischen Friedhofsanlage ein.

Ästhetischer und zeitgemäßer Ersatzneubau

Mit dem neuen Krematorium am Ostfriedhof ist ein
ästhetischer und zeitgemäßer Ersatzneubau entstanden.
Er schließt sich unmittelbar an die denkmalgeschützte
Trauerhalle an und fügt sich harmonisch in den Kontext der
historischen Friedhofsanlage des Ostfriedhofs ein. Über
einen Meditationsgarten gelangen die Besucher*innen barrierefrei in das Foyer, das die Beratungsräume im Bestand mit dem Neubau verbindet. Durch die Zusammenführung der Räumlichkeiten zur Verabschiedung, Aufbahrung und Einäscherung an einem Standort verbessert sich die räumliche Situation für die Trauernden. Ein Novum ist zudem die Möglichkeit, der Sargeinfahrt von einem Nebenraum aus beizuwohnen. Zusätzlich zu den Aufbahrungsräumen ist ein
Verabschiedungsraum entstanden, in dem die Trauernden
sich direkt am Sarg verabschieden können. Dieser Bereich
soll künftig rund um die Uhr zugänglich sein.

Baukörper mit heller Klinkerfassade

Der markante, dreieckige Baukörper ist allseitig mit einer
hellen, sandfarbenen Sichtziegelfassade verkleidet. Die
öffentlichen und die betrieblichen Bereiche des Krematoriums sind klar voneinander getrennt. Die für Besucher zugänglichen Flächen – vor den Aufbahrungsräumen und dem Verabschiedungsraum sowie der Raum zur Begleitung der Sargeinfahrt – sind hinter einem Mauerwerk, das durch die Aussparung von Ziegeln blickdurchlässig ist, großflächig verglast. Dadurch sind das Foyer, die Aufbahrungsräume, der Verabschiedungsraum sowie der Raum zur Begleitung der Sargeinfahrt lichtdurchflutet. Die Wände sind hell verputzt und haben teilweise eine hölzerne Wandbekleidung. Sitzbänke aus Holz dienen dem Warten und Ausruhen. Ein allseitig umschlossener Betriebshof stellt betriebsinterne Abläufe sicher und bringt die notwendige Technik unter.
Im neuen Krematorium können bis zu 11.000 Einäscherungen pro Jahr stattfinden. Durch eine bereits vorgerüstete vierte Kremierungslinie wäre bei Bedarf eine Erhöhung der Kapazität möglich. Aus umweltrechtlicher Sicht entsprechen die Anlagen dem fortgeschrittensten Stand der Emissionsminderungstechnik und ermöglichen eine erhebliche Reduktion des Strom- und Gasbedarfs. Die Abwärme wird für die Beheizung des Neubaus und des Bestands genutzt. Zudem wird für die Kühlräume Wärme in Kälte umgewandelt.

Bereicherung für Friedhofsbesucher

Der Meditationsgarten dient den Besuchern als Ort der
Stille und des Innehaltens. Sitzbänke laden hier zum
Verweilen ein. 60 neue Bäume wurden in den Außenanlagen rund um das neue Krematorium gepflanzt. Unter anderem wurde die historische Pappelallee parallel zum Fuß- und Radweg „Am Giesinger Feld“ wiederhergestellt. Zusätzlich entstand im Ostfriedhof eine Ausgleichsfläche mit artenreichen Gehölzpflanzungen.

Bau durch Generalübernehmer

Der Stadtrat hat im Februar 2020 der Beauftragung eines
Generalübernehmers zugestimmt, nachdem das Baureferat
das entsprechende Vergabeverfahren durchgeführt hatte. Der vorgelegte Entwurf des Bieters Georg Reisch GmbH & Co. KG mit Beer Bembé Dellinger Architekten, BEM Landschaftsarchitekten und Kraftanlagen Hamburg überzeugte das städtische Gremium bei der Wertung in allen Belangen. Der Generalübernehmer verpflichtete sich, den Bau vollständig zu planen und termingerecht schlüsselfertig zu einem Festpreis zu realisieren. Im Oktober 2020 begannen die Bauarbeiten für das neue Krematorium. Im Juli 2022 erfolgte die termin- und
kostengerechte Fertigstellung des Ersatzneubaus.

Einbettung in historisches Ensemble

Der Ersatzneubau des Krematoriums fügt sich sensibel in
das historische Umfeld ein. Der Ostfriedhof kann auf eine
rund 200-jährige Geschichte zurückblicken und wurde maß-
geblich durch den Architekten und Stadtbaumeister Hans
Grässel geprägt. Von 1927-29 wurde innerhalb der Einfrie-
dung des Ostfriedhofs im östlichen Bereich von Grässel
ein Krematorium samt Trauerhalle geplant und errichtet.
Unmittelbar angrenzend wurde in den Jahren 1977-79
vom Architekten Theo Steinhauser ein neues Krematorium
hinzugefügt, das die Einäscherungsanlagen im „Grässelbau“ ersetzte. Diese Anlagen haben nach über 40-jähriger Laufzeit das Ende ihres Lebenszyklus erreicht. Ihr Betrieb wurde während der Bauarbeiten zum neuen Krematorium weiter aufrechterhalten.

Oben im Bild: Der Neubau fügt sich harmonisch in den Bestand der historischen Friedhofsanlage ein.
Stefan Müller-Naumann

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