Kreislaufwirtschaft in München: Nachhaltig für die Zukunft

Was bedeutet Kreislaufwirtschaft oder auch „Circular Economy“ und welchen Weg geht die Landeshauptstadt München? Die wichtigsten Informationen gibt es hier!

Kreislaufwirtschaft: Mehr als nur Mülltrennung

Darstellung einer Kreislaufwirtschaft mit den Abschnitten: Zufuhr von Rohstoffen, Zirkuläres Design, Produktion, Nutzung, Wiederaufbereitung, Rückführung.
Landeshauptstadt München
Darstellung der Kreislaufwirtschaft im Produktionszyklus.

Kreislaufwirtschaft ist mehr als Recycling und Mülltrennung. Kreislaufwirtschaft bedeutet, dass Produkte, Materialien und Ressourcen so lange wie möglich in geschlossenen Kreisläufen genutzt werden, um Abfälle zu vermeiden, Rohstoffe, Wasser und (CO2) Emissionen zu sparen.

Anstatt Produkte nach kurzem Gebrauch wegzuwerfen, fördert die Kreislaufwirtschaft die Wiederverwendung, Reparatur und das Recycling. Die Kreislaufwirtschaft betrachtet Produkte und ihre Bestandteile also entlang des gesamten Lebenszyklus und stellt sicher, dass diese ressourcenschonend hergestellt, möglichst lange genutzt und die Materialien am Ende wieder dem Kreislauf zugeführt werden können, wie in der Grafik dargestellt.

Die Kreislaufwirtschaft ist eine zentrale Säule der Landeshauptstadt München auf dem Weg zur Klimaneutralität 2035 und zur Reduktion des Ressourcenverbrauchs. Sie bietet zudem folgende Vorteile:

  • Umweltschutz: Weniger Abfall und geringerer Ressourcenverbrauch verringern die Belastung der Umwelt.

  • Soziale Entlastung: Einsparpotenziale für Bürgerinnen und Bürger durch Wiederverwendung, Reparatur und Sharing sowie Schaffung neuer Jobpotenziale.

  • Wirtschaftliche Effizienz: Unternehmen können Kosten sparen, indem sie Materialien wiederverwenden, effizienter nutzen und Abfall minimieren.

  • Wirtschaftliche Souveränität: Durch Wiederverwendung und besseres Recycling wird die Rohstoffunabhängigkeit aus dem Ausland verbessert

  • Innovation: Neue Geschäftsmodelle und Technologien entstehen, die die Nachhaltigkeit fördern.

Die Dringlichkeit Ressourcen einzusparen, zeigt sich auch am Erdüberlastungstag: Seit dem 10. Mai 2026 verbrauchte Deutschland letztes Jahr mehr Ressourcen, als die Erde erneuern kann, und produziert mehr Müll und Emissionen, als die Natur aufnehmen kann. Wir leben also auf Kosten künftiger Generationen und Ländern, die ressourcenärmer leben.

München wird zur Kreislaufstadt: Gemeinsam zirkulär handeln

Die Landeshauptstadt München verfolgt ein klares Ziel: eine Stadt zu werden, die Ressourcen schützt, klimaneutral wirtschaftet und damit langfristig das Wohlergehen von Gesellschaft und Wirtschaft sichert.

Als Kreislaufstadt vernetzt, berät und unterstützt München gezielt und setzt innovative Lösungen um, um Menschen und Unternehmen einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen zu erleichtern.

Im Dezember 2025 hat der Stadtrat mit der Münchner Kreislaufwirtschaftsstrategie (MKWS) einen wichtigen Meilenstein beschlossen. Die Strategie schafft die Grundlage für einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen, sichert die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Stadt und setzt nachhaltige Weichenstellungen für die Zukunft.

Zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft und zur Erreichung der Klimaziele verfolgt die Landeshauptstadt München fünf messbare Hauptziele:

  • die Reduktion des materiellen Fußabdrucks um 30 Prozent bis 2035 und um 50 Prozent bis 2045
  • die Steigerung der Gesamtrohstoffproduktivität um 25 Prozent bis 2035
  • die Beteiligung von mindestens 2.000 Organisationen, Unternehmen und Forschungseinrichtungen am zirkulären Ökosystem
  • die Verdopplung der zirkulären Materialverwendungsrate bis 2035
  • sowie die Reduktion der Gesamtabfallerzeugung um 15 Prozent bis 2035.

Eine gute Übersicht zur Strategie bietet das „Strategiehaus".

Insgesamt 85 Maßnahmen wurden entwickelt, die München dabei helfen sollen, Ressourcen zu sparen und klimafreundlicher zu werden. Im  folgenden sind die Top 15 Maßnahmen der MWKS dargestellt.

Dies ist eine Bildergalerie in einem Slider. Mit den Vor- und Zurück-Kontrollelementen kann navigiert werden. Bei Klick öffnet sich ein Modal-Dialog, um das vergrößerte Bild mit weiteren Informationen anzuzeigen.

Stoffstromanalyse – Wo steht München aktuell

Die Darstellung des Rohstoffverbrauchs in der Stadt München erfolgt in drei Abschnitten von links nach rechts. Im ersten Abschnitt wird die Masse der Importe als Materialzufuhr aus dem Ausland in Höhe von insgesamt 65,5 Millionen Tonnen und aus dem Inland in Höhe von 30 Millionen Tonnen dargestellt. Zusätzlich fließt ein Zufluss von sekundären Materialien von 1,4 Millionen Tonnen. Somit ergibt sich ein Gesamtmaterialeinsatz von 104,9 Millionen Tonnen. Im zweiten Abschnitt wird der Rohstoffverbrauch in der Wirtschaft aufgegliedert, in die folgenden Bereiche Bau und Infrastruktur (28 Millionen Tonnen), Bioökonomie (4,5 Millionen Tonnen), Produkte und Handel (7,4 Millionen Tonnen) sowie andere (7,5 Millionen Tonnen) unterteilt. Der verbleibende Rest von 56,6 Millionen Tonnen wird exportiert. Im dritten Abschnitt ist die Materialabfuhr dargestellt. 19,3 Millionen Tonnen des Rohstoffverbrauchs entfallen auf innerstädtische Produktverarbeitung. Daraus ergibt sich ein Gesamtabfall von 1,7 Millionen Tonnen, von denen 0,3 Millionen Tonnen verbrannt oder deponiert werden und 1,4 Millionen Tonnen als sekundäre Materialien wiederverwendet werden.
Circle Economy, Deloitte, LHM

Während der Entwicklung der Kreislaufwirtschaftsstrategie wurde eine Stoffstromstudie für München erstellt.
Diese zeigt unseren Rohstoffverbrauch auf: Jedes Jahr werden rund 104,9 Millionen Tonnen Materialien in die Stadt "importiert". Davon stammen 65,5 Millionen Tonnen aus dem Ausland und 38 Millionen Tonnen aus Deutschland.

Diese Materialien fließen in verschiedene Bereiche der Stadt.

  • Der größte Anteil, 28 Millionen Tonnen, entfällt auf den Bausektor und die Infrastruktur.
  • Weitere 7,4 Millionen Tonnen werden für Produkte und Handel genutzt.
  • 4,5 Millionen Tonnen entfallen auf die Bioökonomie, also Bereiche wie Lebensmittel und Wasserwirtschaft.
  • Weitere 7,5 Millionen Tonnen werden in anderen Bereichen eingesetzt.

Vier Fokusbereiche– zwölf Hebel für mehr Kreislaufwirtschaft

Im Zentrum der Strategie stehen vier Fokusbereiche, die entscheidend sind, um Kreislaufwirtschaft in München zu verankern.

Im Bereich Bauwesen und Infrastruktur schafft München eine Umwelt, die Ressourcen schont und flexibel auf künftige Bedürfnisse reagiert. Über die Hälfte der städtischen Ressourcen fließt in diesen Sektor – von jährlich 47 Millionen Tonnen Rohmaterialien entfallen 28 Millionen Tonnen auf Bauwesen und Infrastruktur. Deshalb wird zukunftsfähig gebaut: Baustoffe bestehen vermehrt aus recycelten oder wiederverwendbaren Materialien. Bestehende Bauten werden länger genutzt, saniert oder umfunktioniert. Neubauten werden von Anfang an zirkulär geplant. Öffentliche Infrastruktur wird so gestaltet, dass sie Ressourcen schont und zur Klimaanpassung beiträgt.

Mit den 14 Maßnahmen der Kreislaufwirtschaftsstrategie kann München den materiellen Fußabdruck um bis zu 14,5 Prozent reduzieren.

Weitere Informationen zum zirkulären Bauen finden Sie auf Re:think.

Der Fokusbereich Bioökonomie beschäftigt sich mit unseren Lebensgrundlagen: Lebensmitteln und Wasser. Hier setzt München auf eine umweltfreundlichere Lebensmittelproduktion, fördert ausgewogene und ressourcenschonende Ernährungsgewohnheiten und engagiert sich gegen Lebensmittelverschwendung. Gleichzeitig sollen Wasserkreisläufe effizienter genutzt und innovative Wiederverwendungssysteme etabliert

Weitere Informationen zu den Bereichen Wasser und Lebensmittel finden Sie auf Re:think.

Im dritten Bereich, Produkte und Handel, wird der gesamte Lebenszyklus von Konsumgütern analysiert. Die Stadt unterstützt ressourceneffiziente industrielle Produktion und setzt sich dafür ein, dass Produkte zirkulär designt, neue Geschäftsmodelle und industrielle Symbiosen umgesetzt werden. Ebenso soll der Konsum von Textilien und Elektronikprodukten sowie Verpackungen verantwortungsvoller werden – durch mehr Reparaturangebote oder Second-Hand-Initiativen.

Weitere Informationen zu den Bereichen Textil und Verpackung finden Sie auf Rethink.

Ein zentrales Element ist außerdem die nachhaltige öffentliche Beschaffung. Die Stadtverwaltung nimmt hier eine Vorbildrolle ein: Durch den gezielten Einkauf umweltfreundlicher, kreislauffähiger Produkte setzt sie wichtige Impulse – sowohl im eigenen Betrieb als auch in Richtung Markt und Gesellschaft. Damit trägt die Stadt dazu bei, nachhaltige Produktionsweisen zu stärken und innovative Anbieter zu fördern.

München aktiv: Projekte und Angebote für die Kreislaufwirtschaft

München geht voran: Als eine der ersten deutschen Großstädte treibt die Landeshauptstadt den Wandel hin zu einer echten Kreislaufwirtschaft aktiv voran – mit konkreten Projekten, gezielten Beratungsangeboten und innovativen Partnerschaften auf europäischer Ebene.

Die Circular Economy Beratungsstelle (CEB) ist die zentrale Anlaufstelle für Münchner Unternehmen, die ihre Geschäftsmodelle und Prozesse ressourcenschonender gestalten möchten. Als Maßnahme des städtischen Zero Waste Konzepts (PDF) bietet die CEB eine strukturierte, bedarfsorientierte Begleitung – von der ersten Standortbestimmung bis zur Umsetzung konkreter Maßnahmen.

Das Leistungsspektrum umfasst individuelle Beratungsgespräche, die systematische Identifikation von Einsparpotenzialen sowie den Zugang zu fundiertem Fachwissen und praxiserprobten Beispielen aus der Kreislaufwirtschaft. Unternehmen erhalten damit eine solide Grundlage, um Ressourceneffizienz nicht nur als ökologisches Ziel, sondern auch als wirtschaftlichen Vorteil zu erschließen.

Das vollständige Leistungsangebot ist im Dienstleistungsfinder Landeshauptstadt München und auf Re:think abrufbar.

©CirCoFin Consortium, 2025

Mit dem EU-Projekt CirCoFin wird in München ein Konzept für einen Marktplatz für gebrauchte Bauteile aus dem Bau- und Gebäudesektor entwickelt. Ziel ist es, hochwertige Materialien aus Rückbau und Abrissprojekten wieder in den Kreislauf zu bringen und so Ressourcen einzusparen.

Kernpunkte des Projekts:

  • Entwicklung eines Konzepts für einen lokalen Marktplatzes für gebrauchte Bauteile
  • Förderung von Wiederverwendung und Ressourcenschonung im Bausektor
  • Aufbau von technischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Strukturen für die Bauteilbörse

Das Projekt wird von der EU (2025 bis 2028) gefördert und in Zusammenarbeit mit europäischen Partnerstädten wie Lissabon und Kopenhagen umgesetzt. Weitere Informationen finden Sie im Video oder im Flyer.

Elektroschrott gehört zu den am stärksten wachsenden Abfallströmen weltweit. Mit der Re:lektrostrategie verfolgt die Stadt München einen integrierten Ansatz, um diesem Trend entgegenzuwirken: Elektrokleingeräte sollen länger im Einsatz bleiben, gezielter gesammelt und konsequenter in den Kreislauf zurückgeführt werden. 

Zentrale Handlungsfelder sind:

  • Nutzungsdauer von Elektrokleingeräten verlängern
  • Zirkuläre Beschaffung von Elektrokleingeräten
  • Verbesserung der Sammlung und der Sammelmengen
  • Sensibilisierung für Umgang mit Elektrokleingeräten

Mit der Re:lektrostrategie will München das Aufkommen von Elektroschrott deutlich reduzieren und die Kreislaufführung von Elektronikprodukten verbessern. Weitere Informationen und Tipps für einen verantwortungsvollen Umgang mit Elektrogeräten finden Sie auf Re:think.

Veranstaltungen

Alle Veranstaltungen rund um die Kreislaufwirtschaft und das Referat für Klima und Umweltschutz in den Sie auf Re:think.

Downloadbereich

Hier finden Sie relevante Informationen und Ressourcen zur Circular Economy:

Hier finden Sie als Circular Economy Stakeholder weitere Informationen:

Ausblick

Die Münchner Kreislaufwirtschaftsstrategie beinhaltet ein umfassendes Maßnahmenpaket. Updates, Veranstaltungen und Ergebnisse zu den Maßnahmen der Strategie werden hier auf muenchen.de veröffentlicht.

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