Förderpreis Theater

Der Förderpreis ist eine Auszeichnung für eine aktuelle, künstlerisch herausragende Leistung im Bereich Theater.

Eine Auszeichnung der Landeshauptstadt München

Einzelpersonen oder Ensembles in allen Stilrichtungen des Theaters und der Performance-Kunst können den Förderpreis erhalten. Entscheidend für die Beurteilung sind die aktuellen Leistungen und das bisherige Schaffen der Künstlerinnen. Der Preis wird biennal verliehen und ist mit 8.000 Euro dotiert. Für Auszeichnungen kommen Künstlerinnen und Künstler sowie Ensembles in Betracht, die in der Region München leben bzw. deren Schaffen eng mit dem Kulturleben Münchens verknüpft ist.

Das Vorschlagsrecht hat eine vom Stadtrat berufene Kommission. Eine Eigenbewerbung ist nicht möglich.

Den Förderpreis Theater erhielten

Jurybegründung

Lucy Wilke bewegt sich an den Grenzen zwischen Performance, Schauspiel, Tanz und Musik. Mit ihrer außergewöhnlichen Bühnenpräsenz und künstlerischen Eigenständigkeit zählt sie zu den prägenden Stimmen einer Generation von Theaterschaffenden, die die Möglichkeiten von Performance und Schauspiel neu ausloten.
In München geboren, lebt und arbeitet Lucy Wilke bis heute in der Stadt und ist in deren Theaterlandschaft fest verankert. Nach ihrer Ausbildung am International Munich Art Lab entwickelte sie früh eine interdisziplinäre Praxis und ist Performerin, Schauspielerin, Sängerin und Tänzerin zugleich. Sie ist sowohl mit den Münchner Kammerspielen als auch mit der Freien Szene eng verbunden und prägt beide Kontexte gleichermaßen.
Gemeinsam mit Paweł Duduś entwickelte sie 2020 den Theaterabend „scores that shaped our friendship“: eine körperlich intensive, intime und ebenso zärtliche Arbeit über Nähe, Vertrauen und gegenseitige Abhängigkeit. Der Abend beeindruckt durch seine radikale Offenheit sowie durch die präzise choreografierte Verbindung von Körper, Ton, Raum und Beziehung. In ihren Arbeiten mit Sahar Rahimi – darunter „Lulus Baby“, „Wolf“ und „Phaedra“ – untersuchen die beiden Künstler*innen gemeinsam auf schonungslose und ungeschönte Weise gesellschaftliche Tabus und fragen z. B. nach Formen von Mutterschaft, Körperlichkeit und Begehren jenseits normativer Rollen- und Körperbilder.
Lucy Wilkes künstlerisches Profil zeichnet sich durch große physische Präsenz, analytische Klarheit und eine bemerkenswerte künstlerische Unbedingtheit aus. Es gelingt ihr, Räume sowohl durch ihre Bewegungen als auch durch ihre gedankliche Schärfe zu durchdringen und zu prägen. In der Begegnung mit dem Publikum entstehen Momente großer Unmittelbarkeit und emotionaler Intensität.
Überregionale Anerkennungen wie der Deutsche Theaterpreis Der Faust, der Kulturpreis Bayern oder die Einladung zum Berliner Theatertreffen 2021 belegen eindrücklich die überregionale Wahrnehmung und Würdigung ihrer künstlerischen Arbeit. Lucy Wilke steht für ein Theater, das die Ausdrucksmöglichkeiten des Körpers erweitert und zugleich gesellschaftliche Fragen nach Sichtbarkeit, Verletzlichkeit und Solidarität verhandelt. In ihrer Arbeit verbinden sich große künstlerische Sensibilität, intellektuelle Präzision und ein tiefes Vertrauen in die Kraft der Begegnung auf der Bühne.
Mit dieser Auszeichnung würdigt die Jury eine bemerkenswerte Künstlerin, deren Arbeit die Münchner Theaterlandschaft nachhaltig bereichert und weit über die Stadt hinausstrahlt.

Mitglieder der Jury

Der Jury gehörten an: Ramin Anaraki (Regisseur), Katja Friedrich (Dramaturgin), Sinem Gökser (Referentin für Diversität und Inklusion), Judith Huber (künstlerische Leiterin des Pathos Theaters), Verena Regensburger (Preisträgerin des Förderpreises Theater 2024), Christine Umpfenbach (Regisseurin), Stadträtin Beatrix Burkhardt (Fraktion der CSU mit FREIE WÄHLER), Stadtrat Jens Luther (Fraktion der CSU mit FREIE WÄHLER), Stadträt*in Mo Lovis Lüttig (Fraktion Die Grünen – Rosa Liste – Volt), Stadträtin Angelika Pilz-Strasser (Fraktion Die Grünen – Rosa Liste – Volt), Stadträtin Julia Schönfeld-Knor (SPD-Fraktion)

  • 2024: Verena Regensburger
  • 2022: Traummaschine Inc.
  • 2020: Emre Akal
  • 2018: Jessica Glause
  • 2016: Abdullah Kenan Karaca
  • 2014: Christine Umpfenbach