Förderpreis Tanz

Dieser Förderpreis ist eine Auszeichnung für eine aktuelle, künstlerisch herausragende Leistung im Bereich Tanz.

Für eine künstlerisch herausragende Leistung

Einzelpersonen oder Ensembles in allen Stilrichtungen des Tanzes können den Förderpreis erhalten. Er wird biennal verliehen und ist mit 8.000 Euro dotiert. Für Auszeichnungen kommen Künstlerinnen und Künstler sowie Ensembles in Betracht, die in der Region München leben. Ihr Schaffen soll eng mit dem Kulturleben Münchens verknüpft sein.

Das Vorschlagsrecht hat eine vom Stadtrat berufene Kommission. Eine Eigenbewerbung ist nicht möglich. 

Den Förderpreis Tanz erhielten

Stephanie Felber und ihr choreografisches Denken sind vom Film und der Bildenden Kunst geprägt und seit ihrem Debüt mit „L´atelier de flanerie“ 2015 auf die Komposition geteilter sozialer Räume fokussiert. Mit ihren multimedialen Performances erforscht und bespielt die Münchner Choreografin ein Feld, das einzigartig ist in der Tanzszene dieser Stadt. Ob man sich als Besucher*in von „(In)Security“ (2019) Puls und Muskelspannung von Sensoren abnehmen lassen und mit den versendeten Impulsen Teil der Vorstellung werden konnte, ob es um so abstrakte Dinge wie die Leere oder die Abwesenheit geht oder um die Bedeutung des ikonischen Bildes in unserer vom Optik-Overkill geprägten Zeit: Die Körper-, Raum- und Wahrnehmungsforscherin Stephanie Felber widmet sich all diesen ungewöhnlichen Untersuchungsgegenständen mit ihrer unvergleichlichen Neugier und entwickelt sich dabei permanent so folgerichtig wie überraschend weiter. Inhaltlich, aber auch in ihrer weit mehr als das Videografische umfassenden technischen Expertise.

Mit ihrem 2023 zur Premiere gekommenen Film-Tanz-Abend „Carnal Screen“ hat sie sogar ein neues Genre erfunden. Es gibt bei ihr keine eindeutige Hierarchie zwischen dem realen, live anwesenden Tänzer*innen-Körper und seinem virtuellen Gegenüber. Felbers bildstarke Arbeiten werden meist von einer Vielzahl atmosphärischer, (elektro-)akustischer Reize sekundiert und zu einem sinnlichen Gesamtkunstwerk komplettiert. Sie stellen den Tanz als Bewegungs- und Begegnungskunst und die Rolle seines oft frei im Raum flottierenden Publikums immer neu zur Diskussion. Im besten Sinne augenöffnend!

Neben ihren regelmäßigen Arbeiten in der Münchner Tanzszene choreografiert Felber auch für das inklusive Ensemble der Freien Bühne München e. V. Sie ist Mitbegründerin des interdisziplinären Kölner DIPHTHONG-Kollektivs, tourt und gibt internationale Workshops vor allem in den baltischen Ländern. Derzeit erforscht sie mit einem Stipendium zum Thema Körpergedächtnis, wie sich soziale Umbrüche, Migration, Machtverhältnisse und kulturelle Verschiebungen in den Körper einschreiben.

Der Förderpreis Tanz der Landeshauptstadt München geht mit ihr an eine unaufgeregte, kollegiale Netzwerkerin und einen unabhängigen Geist. Stephanie Felber ist ein Vorbild für Viele. Die Jury gratuliert von Herzen und ist auf ihre nächsten Schritte gespannt!

Mitglieder der Jury

Der Jury gehörten an: Carolin Brendel (Goethe-Institut München), Sahra Huby (Preisträgerin 2024), Ingrid Kalka (Geschäftsführerin Tanztendenz), Sabine Leucht (Journalistin), David Russo (freier Choreograph), Ulrike Wörner von Faßmann (Lehrende Theaterwissenschaft München, Ludwig-Maximilians-Universität), Stadträtin Beatrix Burkhardt (Fraktion der CSU mit FREIE WÄHLER), Stadträtin Ulrike Grimm (Fraktion der CSU mit FREIE WÄHLER), Stadträt*in Mo Lovis Lüttig (Fraktion Die Grünen – Rosa Liste – Volt), Stadtrat Thomas Niederbühl (Fraktion Die Grünen – Rosa Liste – Volt), Stadträtin Julia Schönfeld-Knor (SPD – Fraktion)

 

  • 2024: Sahra Huby
  • 2022: Ceren Oran
  • 2020: Moritz Ostruschnjak
  • 2018: Stephan Herwig
  • 2016: Stefan Dreher
  • 2014: Anna Konjetzky
  • 2012: Sabine Glenz
  • 2010: Ludger Lamers
  • 2008: Claudia Senoner
  • 2006: Ki-Hun Kim
  • 2004: Mia Lawrence
  • 2002: Olga Cobos und Peter Mika
  • 2000: Tom Plischke
  • 1997: Compagnie Dance Energy / Micha Purucker
  • 1994: Viviana Marrone