Unterstützung für Geflüchtete aus der Ukraine – www.muenchen.de/ukraine

Flüchtlingsunterkünfte in München

Definitionen, Übersicht und Daten zu in München untergebrachten Flüchtlingen

Definitionen der Unterkunftsformen

Unterkunft Hans-Thonauer-Straße im Bau

Staatliche Erstaufnahmestellen (ANKER Oberbayern)

Das Ankunftszentrum ist Teil der Erstaufnahmeeinrichtung Oberbayern. Dort werden die in Oberbayern ankommenden Asylbewerber*innen registriert. Anschließend werden sie in die Kurzaufnahme verbracht, wo eine medizinische Untersuchung stattfindet und dann – entsprechend der Zuständigkeiten des BAMF für das jeweilige Herkunftsland – entweder in der Aufnahmeeinrichtung Oberbayern oder in Aufnahmeeinrichtungen anderer bayerischer Regierungsbezirke oder in anderen Bundesländern verteilt.

Die Unterbringung von Geflüchteten erfolgt zunächst in Aufnahmeeinrichtungen. Familien werden nach spätestens sechs Monaten, alleinreisende Asylbewerber*innen nach in der Regel 18 Monaten in die Anschlussunterbringung einer kreisfreien Stadt oder eines Landkreises zugewiesen.

Gemeinschaftsunterkünfte

Nach § 53 AsylG geschieht die Unterbringung nach dem Aufenthalt in einer Aufnahmeeinrichtung bis zum Abschluss des Asylverfahrens in der Regel in Gemeinschaftsunterkünften der Regierung von Oberbayern.

Daneben erfolgt die Unterbringung in dezentralen Unterkünften, die von kreisfreien Städten bzw. Landkreisen betrieben werden. Hierbei unterscheidet die Landeshauptstadt München zwischen Standardprogramm (Festbauten in Modulbau- oder Holzbauweise) und Sofortprogramm (Container).

Bestand und Planungen

Karte Bestand und Planung der Unterkünfte, Stand Juni 2021
Karte: Sozialreferat München
Karte zu Bestand und Planung von Unterkünften für Flüchtlinge und Wohnungslose, Stand Juni 2021

Hier finden Sie Bestandsunterkünfte und Planungen zu Unterkünften für Flüchtlinge und Wohnungslose ab 48 Bettplätzen:

Liste, Stand Juni 2021

Karte, Stand Juni 2021

Das Wohnungsbauprogramm „Wohnen für Alle“ schafft zusätzlichen, dauerhaften Wohnraum für Menschen mit geringem Einkommen und für anerkannte Geflüchtete.

Karte Wohnen für Alle, Stand Juni 2021

Verfahren von der Planung bis zur Umsetzung

Zur Verfügung stehende Standorte zur Unterbringung nicht nur von Geflüchteten, sondern auch von Wohnungslosen werden in einer hierfür eingerichteten Task Force „Unterbringung von Flüchtlingen und Wohnungslosen“ geprüft und geplant. Alle beteiligten Referate und Dienststellen arbeiten in dieser Arbeitsgruppe seit 2014 zusammen. Der Stadtrat entscheidet in letzter Instanz über die Vorschläge aus diesem Gremium.

Information der Münchner Bürger*innen

Die Information der Münchner Bürger*innen über die Planungen in ihrem Stadtbezirk erfolgt durch:

  • Information des Bezirksausschusses
  • Bürgerversammlungen
  • Informationsveranstaltungen für Anwohner*innen zur geplanten Einrichtung
  • Info-Flyer für Anwohner*innen vor der Eröffnung der Einrichtung
  • Tage der offenen Tür

Integration der Einrichtung in den Stadtteil

Das Netzwerk REGSAM hat vom Stadtrat den Auftrag erhalten, die Aktivitäten der verschiedenen sozialen Einrichtungen und Akteure (Bezirksausschuss, Kirchen, Ehrenamtlichenkreis, …) „rund um eine Unterkunft“ zu koordinieren. Dies soll die Integration der Einrichtung und Ihrer Bewohner*innen in den Stadtteil unterstützen.

Daten zu in München untergebrachten Flüchtlingen

Zum Stand Ende Dezember 2020 liegen Daten zu insgesamt 6.167 Flüchtlingen in München vor: 799 in den Münchner Erstaufnahmestellen (Funkkaserne, Lotte-Branz-Straße und Ankunftszentrum München), 2.453 in staatlichen Flüchtlingsunterkünften (darunter 1.083 sogenannte Fehlbeleger) und 2.915 (darunter 1.230 sogenannte Statuswechsler) in der Kommunalen Flüchtlingsunterbringung. Nicht enthalten sind Angaben zu den unbegleiteten Minderjährigen Flüchtlingen in Zuständigkeit der Landeshauptstadt München.

Damit liegt die Anzahl der Menschen in der Münchner Flüchtlingsunterbringung nach einem Höhepunkt im Juni 2016 und seitdem einem stetigen Rückgang deutlich unter dem Stand von Dezember 2015, in dem erstmals differenzierte Daten zu den München untergebrachten Geflüchteten erhoben wurden.

Sozialreferat München

Ein großer Teil der in München untergebrachten Flüchtlinge kommt aus Ländern, bei denen die Bearbeitung von Asylanträgen oft sehr lange Zeit in Anspruch nimmt, wie Afghanistan und Nigeria. Zudem haben diese Geflohenen eine relativ geringe Chance auf Anerkennung – derzeit liegen die Schutzquoten von Asylbewerbern aus Nigeria bei ca. 8 Prozent und bei denen aus Afghanistan bei 43 Prozent.

Insgesamt sind in der Flüchtlingsunterbringung 82 Nationalitäten vertreten, das Gros der Flüchtlinge kommt aus Afghanistan, Nigeria, Somalia, Syrien, dem Irak, Pakistan und Eritrea – 77 Prozent der Flüchtlinge in Münchner Unterkünften verfügen über eine dieser Staatsangehörigkeiten:

  • Sonstige: 1.012
  • Senegal: 84
  • Iran: 113
  • Sierra Leone: 202
  • Eritrea: 223
  • Pakistan: 264
  • Irak: 338
  • Syrien: 374
  • Somalia: 463
  • Nigeria: 1.446
  • Afghanistan: 1.648

Fast Drei Viertel (64 Prozent) der in München untergebrachten Geflüchteten sind Männer.
Dabei ist der Anteil der Frauen insbesondere bei Geflohenen aus Nigeria (48 Prozent) vergleichsweise hoch und bei denen aus Pakistan (7 Prozent) sehr niedrig.

männlich: 3.948
weiblich: 2.219

bei 30 Prozent handelt es sich um Minderjährige.

< 3 Jahre: 499
3 bis 5 Jahre: 538
6 bis 14 Jahre: 678
15 bis 17 Jahre: 149
18 bis 24 Jahre: 1.003
25 bis 44 Jahre: 2.754
45 bis 54 Jahre: 342
55 bis 64 Jahre: 136
> 65 Jahre: 68

61 Prozent der in München untergebrachten Flüchtlinge leben bereits seit mehr als einem Jahr in ihrer Unterkunft. 19 Prozent der Bewohner*innen leben bereits drei Jahre und länger in der jeweiligen Unterkunft.

< 1 Jahr: 2.397
1 bis < 2 Jahre: 1.207
2 bis < 3 Jahre: 1.367
3 bis < 4 Jahre: 289
4 bis < 5 Jahre: 542
5 Jahre und mehr: 365

Münchner Bündnis für Toleranz

München ist eine tolerante Weltstadt mit Herz. Knapp 40 Prozent der Münchnerinnen und Münchner haben Migrationshintergrund, die Stadt lebt von Zuzug und entfaltet so ihre besondere Dynamik.

Die anhaltenden gewaltsamen Konflikte in Afghanistan, Syrien und anderen Ländern haben zu einer rasch wachsenden humanitären Krise geführt. Zahlreiche Menschen sind gezwungen, ihre Heimatländer zu verlassen und sich auf einen schwierigen, ungewissen Weg in andere Länder zu machen.
Ein großer Teil der Flüchtlinge wurde Opfer von Gewalttaten und hat Familienangehörige, Freunde oder Nachbarn verloren. Diese Menschen sind dringend auf unsere Hilfe angewiesen.

Die im Münchner Bündnis für Toleranz vertretene Zivilgesellschaft steht uneingeschränkt hinter der Aufnahme von Flüchtlingen. Sie unterstützt die Stadtspitze in ihrem Kurs, sich gemeinsam der Verantwortung zu stellen, Flüchtlingen und Asylsuchenden eine sichere Unterbringung zu ermöglichen. Zivilgesellschaftliches Engagement von Bezirksausschüssen, Kirchen und Religionsgemeinschaften, Vereinen, Institutionen und Bürgerinnen und Bürgern, die für Solidarität und die vielfältige Unterstützung der Flüchtlingsfamilien sorgen wollen, ist nachhaltig zu unterstützen.

Ähnliche Artikel

This is a carousel with rotating cards. Use the previous and next buttons to navigate, and Enter to activate cards.

Die Stelle für interkulturelle Arbeit

Die Stelle für interkulturelle Arbeit fördert die Integration und Teilhabe aller Menschen in München und gestaltet aktiv die interkulturelle Öffnung der Verwaltung

Schule für Alle

Das Förder- und Beratungsprogramm unterstützt Schüler*innen nichtdeutscher Erstsprache, Studierende und Münchner Schulen: Ziele, Angebote und Praxisbeispiele.

amiga - Career Center für Internationals

amiga unterstützt internationale Fachkräfte, Studierende und Absolventen bei ihrem Berufseinstieg in München mit Beratung, Trainings oder Kontakten zu Unternehmen