Biostadt München - Mehr Bio-Essen für München

Informationen zum Tätigkeitsbereich der Biostadt München und zum Thema Bio-Lebensmittel

München als Biostadt

Biostadt Muenchen Signet

Der Münchner Stadtrat hat 2006 das Projekt "Biostadt München" beschlossen. Damit wurden zwei Anträge von Bündnis 90/Die Grünen/RL (Antrag ) erledigt. Die Biostadt München war 14 Jahre im Referat für Gesundheit und Umwelt organisatorisch angesiedelt und ging 2021 in das neu gegründete Referat für Klima- und Umweltschutz (RKU) über. Seit 2012 ist München zudem Gründungsmitglied des Netzwerks deutscher Biostädte, dem aktuell mehr als 20 Städte und Gemeinden angehören.

München verfolgt das Ziel, den Anteil an Bio-Lebensmitteln in der Außer-Haus-Verpflegung in ihrem Wirkungsbereich – und darüber hinaus – kontinuierlich zu erhöhen. Sei es in Kinderbetreuungseinrichtungen, Gastronomie oder städtischen Einrichtungen. Immer mehr Menschen legen großen Wert auf hochwertige, geschmackvolle und gesunde Ernährung und schätzen deswegen die besondere Qualität von Bio-Lebensmitteln. Mit der Biostadt kann München diesen Trend verstärken und Lebensmittel aus ökologischem Landbau nachfragen.

Gerade in der Pandemie hat sich dies verfestigt: Die Menschen wollen Transparenz entlang der Wertschöpfungskette und den Lebensmitteln, die sie – auch unterwegs – konsumieren vertrauen.

Die Biostadt München arbeitete von Anfang an mit Kooperationspartnern aus den Bereichen Landwirtschaft, Handel, Umwelt und nachhaltige Ernährung zusammen, mit denen vielfältigste Projekte gemeinsam entwickelt und umgesetzt werden konnten.

Einkaufsguide-bio-münchen

Aktuelles über die Biostadt München

Die wichtigsten Projekte für eine biologische und faire Ernährung in München.
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Wirkungsbereiche der Biostadt München

Handlungsfelder im städtischen Geschäftsbereich, in Kindertageseinrichtungen und Schulen sowie dem Gastronomiebereich.
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Meilensteine und Projekte

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  • Durch Beratung zur Bio-Umstellung konnten Erfolge erzielt werden: In den drei Kantinen liegt der Bio-Anteil bei 20 Prozent (Fleisch bei 30 Prozent), bei städtischen Empfängen bei fast 50 Prozent - Fleisch wird nur noch in Bio-Qualität serviert. Im MÜNCHENSTIFT erreicht über 30 Prozent und bietet in Cafeterien bio-fairer Kaffee und Tee an. In Haus Buchenried liegt der Bio-Anteil inzwischen bei 37 Prozent.
  • Ambitioniert geht es weiter: Der Stadtrat beschloss am 28. Juli 2021 (Antrag ), dass bis Ende 2022 in allen Referaten und städtischen Einrichtungen ein Anteil an bio-regionalen Lebensmitteln von 40 Prozent und bis Mitte 2025 ein Anteil von 60 Prozent - nach Möglichkeit über alle Warengruppen hinweg - erreicht werden soll. Beim Fleisch muss der Anteil von 40 Prozent bis Ende 2022 erreicht werden.
  • Kitas setzen bei 34.000 Mahlzeiten insgesamt mindestens 50 Prozent Bio-Lebensmittel ein.

Markus Hahnel

 „ZUTISCH – besser iss das“ ist ein Projekt, bei dem Münchner Gastronomen von der Verwendung von artgerecht erzeugtem Fleisch überzeugt werden. Denn: auch beim Thema „Ausgehen“ ist die Sensibilität der Menschen für das Thema Bio da.

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Kooperationsprojekte wie „Bio für Kinder“ mit Tollwood (Gesellschaft für Kulturveranstaltungen und Umweltaktivitäten mbH) sind wegweisend. Ziel des bereits seit langen Jahren laufenden Projekts: Aufzeigen, dass Bio in Kinderbetreuungseinrichtungen möglich ist und möglichst viele Einrichtungen zu Bio zu beraten. Wichtiges Online-Tool: der Biospeiseplan-Manager, der freizugänglich Küchenleitungen bei der Planung der eigenen Speisepläne unter Verwendung von Bio-Produkten helfen kann. Das Bio-Mentor*innen-Programm stellt Küchen Profis an die Seite (www.tollwood.de ).

Die finanzielle Förderung einer Vielzahl von Initiativen im Umwelt- und Ernährungsbereich läuft kontinuierlich und wurde aktuell aufgestockt. Angebote für Groß und Klein an zum Beispiel ernährungspädagogischen Projekten wie „München schmeckt Bio“ und viele andere wurden etabliert. Mit Partner*innen aus der Zivilgesellschaft wie der Münchner Ernährungsrat oder die Projektstelle „Ökologisch Essen“ arbeitet die Biostadt eng zusammen.

Netzwerk Klimaherbst e.V.

In neuen Formaten wie beispielsweise Online-Kochkursen, zeigt die Biostadt ihren Markenkern. Ein solcher Kochkurs wurde mit Biomentor Hubert Bittl im Rahmen des Klimaherbstes 2021 durchgeführt: Restlos Kochen mit saisonalem Bio-Gemüse.

 

Die Biostadt beim Klimaherbst 2021

Restlos Kochen mit saisonalem Biogemüse

München im Netzwerk deutscher Biostädte

Logo Biostädte

München war eines der Gründungsmitglieder des Netzwerkes und somit von Anfang an mit dabei. Das Biostadt-Netzwerk begann seine Arbeit 2011 als Angebot für alle interessierten Städte und Gemeinden, sich dem Ziel zu verpflichten, den ökologischen Landbau zu fördern und den Anteil an Bio-Lebensmitteln in der Außer-Haus-Verpflegung (AHV) zu erhöhen. Unter AHV versteht man den Kauf und Konsum von Speisen und Getränken, die außerhalb des privaten Haushaltes stattfinden.

Dem Netzwerk liegt eine Kooperationsvereinbarung zu Grunde. Bei den halbjährigen Treffen werden Erfahrungen ausgetauscht, gemeinsame Projekte geplant, aktuelle Herausforderungen diskutiert und öffentlichkeitswirksame Aktionen beschlossen.

Die aktuelle Liste der deutschen Biostädte finden Sie unter www.biostaedte.de.

Das erste große gemeinsame Projekt des Netzwerks war die Erstellung eines Praxisleitfaden „Mehr Bio in Kommunen “. Er enthält umfangreiche Informationen zu allen Themen rund um die Einführung von Biolebensmitteln. Angefangen von den rechtlichen Rahmenbedingungen über die notwendigen Schritte, die auf der politischen Ebene und innerhalb der Verwaltung zu gehen sind, bis hin zu Formulierungsvorschlägen für Ausschreibungen und nützlichen Tipps für die praktische Umsetzung. Er kann helfen, die richtigen Argumente für den eigenen Gemeinde- oder Stadtrat bei der Etablierung von Bio-Lebensmitteln zu liefern.

Der neueste Film vom Netzwerk "Organic Cities"

Im neuesten Film des Organic Cities Netzwerks kann man sich einen Überblick verschaffen, was europäische Städte für Bio tun

Weitere Fakten zu Bio und Biostädten

Einer Biostadt geht es darum, den ökologischen Landbau zu fördern und den Absatz an regionalen Bio-Lebensmitteln in der eigenen Kommune zu erhöhen. Für eine Biostadt ist die ökologische Landwirtschaft ein entscheidender Hebel für die Ernährungswende, da sie für zentrale, durch konventionelle Intensivlandwirtschaft verursachten Probleme einen Lösungsansatz bietet –sowohl lokal und regional als auch global. Eine Biostadt greift das Thema nachhaltige Ernährung auf, denkt Umwelt-, Wirtschafts-, Sozial-, Gesundheitsverträglichkeit sowie Ernährungs- und Esskultur zusammen. Eine Biostadt entwickelt auf kommunaler Ebene vielfältige Aktivitäten, um eine Versorgung mit regional erzeugten, möglichst unbelasteten Lebensmitteln voranzubringen.

Vor allem in ihrem eigenen Geschäftsbereich hat eine Kommune als Biostadt hier Einflussmöglichkeiten, da sie die Nachfrage nach Bio-Produkten steuert. Zum Beispiel sorgt sie dafür, dass in städtischen Verpflegungseinrichtungen wie öffentlichen Kantinen, Kita und Schulen oder auch bei städtischen Veranstaltungen der Anteil an Bio-Lebensmittel kontinuierlich gesteigert wird.

  • Förderung des ökologischen Landbaus und Absatz von regionalen Bio-Lebensmittel in der eigenen Kommune
  • Stadt-Land-Beziehungen stärken: regionale Wertschöpfungsketten aufbauen, in dem sich regionale Bio-Anbieter*innen und Akteur*innen der Stadt auf der Nachfrageseite vernetzen
  • Durch u.a. Bildungsangebote soll in einer Biostadt Ernährungskompetenz und Bewusstsein für eine nachhaltige Lebensmittelproduktion innerhalb der Stadtverwaltung und -gesellschaft gesteigert werden
  • Zivilgesellschaftliche Initiativen, die für all diese Ziele tätig sind, werden gefördert

Klimaschutz

Der Ökolandbau verwendet keine Pestizide und Energie-intensive Kunstdünger. Da die Bauern sparsamer düngen, setzen ihre Äcker weniger des Klima-schädlichen Treibhausgases Distickstoffoxid frei. Sie verfüttern keine Sojabohnen aus Südamerika, deren Anbau den Regenwald verdrängt.

Tier- und Pflanzenschutz

Ein sehr wichtigster Aspekt des ökologischen Landbaus ist das Tierwohl. Tier werden im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft artgerecht gehalten mit u.a. mehr Platz, i.d.R. Auslauf ins Freie und gentechnikfreies Biofutter. Der Pestizid-Verzicht und das Stehenlassen von Hecken und Feldgehölzen schützt Fauna und Flora. Die Gehölzstrukturen verhindern Bodenerosion und bieten Windschutz. Wildtiere finden Nahrung, Brut- und Aufzuchtplatz, Ruhestätte und Winterquartier. Daher gibt es auf biologisch bewirtschafteten Flächen 95 % mehr Ackerpflanzen als auf Konventionellen und es tummeln sich dort etwa 35 % mehr Vögel und 23 % mehr Insekten.

Bodenschutz

Jeder Bio-Bauer bringt durch organischen Dünger wie Kompost, Mist oder Mulch Kohlenstoff in den Boden. Das fördert das Bodenleben ebenso wie ihre vielfältigen Fruchtfolgen. Dadurch enthalten Öko-Flächen bis zu einem Viertel mehr Humus und es leben dort 78 % mehr Regenwürmer.

Wasserschutz

Durch den hohen Humus-Anteil sind Bio-Böden krümeliger und speichern Wasser als konventionell bewirtschaftete Böden. Das hilft nicht nur den Pflanzen bei längeren Trockenperioden, sondern beugt auch Hochwasser vor.

Ernährungsschutz

Der ökologische Landbau kann die ganze Welt ernähren und Kleinbauern helfen, ihre Erträge nachhaltig zu steigern. Allerdings muss der sehr hohe Fleischkonsum in den Industrieländern sinken. In Deutschland verspeisen beispielsweise 60 % der Getreideernte nicht die Menschen, sondern Nutztiere.

Gesundheitsschutz

In konventionellem Obst und Gemüse weisen die Wissenschaftler bis zu 100-mal mehr Pestizid-Rückstände nach als in Öko-Lebensmitteln. Gleichzeitig enthält die ökologisch produzierte Variante mehr gesundheitsförderliche sekundäre Pflanzenstoffe. Auch Omega-3-Fettsäuren sind gesund. In Fleisch und Milch von Bio-Kühen finden sich 50 % mehr als bei der konventionellen Massentierhaltung.

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