Informationen für eine biologische und nachhaltige Ernährung

Neben dem Bio-Einkaufsguide für München finden Sie hier auch die sieben Grundsätze für eine nachhaltige Ernährung.

Klimafreundlich essen - Nachhaltige Lebensmittel

Hofladen
mihi - stock.adobe.com
Traktoranhänger mit der Aufschrift "Hofladen"

Jede und jeder kann sofort und ohne großen Aufwand zur Klimaschützerin bzw. zum Klimaschützer werden: durch einen nachhaltig orientierten Konsum. Auch bei der täglichen Ernährung kann schon viel getan werden!

Tipps für eine Prima-Klima-Ernährung, die sofort und einfach umgesetzt werden können:

Ein Teller Gemüse ist ein Teller Klimaschutz: Mit mehr Gemüse, Getreide und Obst auf dem Teller werden Sie zum Klimahelden. Denn die Herstellung pflanzlicher Lebensmittel verursacht sehr wenige Treibhausgase.
Fleisch ist aufgrund der energieaufwändigen Dünger-Herstellung für den Anbau von Viehfutter und des bei der Verdauung entstehenden Methans beim Rind äußerst klimaschädlich. Weltweit gesehen produziert die Viehhaltung sogar mehr Treibhausgase als der gesamte Verkehr!

Bio verursacht weniger Klimagase: Pflanzliche Lebensmittel aus Bio-Anbau verursachen bis zu einem Drittel weniger Treibhausgase als solche aus herkömmlicher Landwirtschaft. Grund dafür ist, dass die Bio-Landwirtschaft nur eigenen Dünger wie Mist und keinen Kunstdünger verwendet.

Das Gute liegt so nah – Greifen Sie zu! Mit Lebensmitteln aus der Region unterstützen Sie die regionale Wirtschaft und verhindern lange Lebensmittel-Transporte.

Achten Sie auf die Saison! Lebensmittel, die bei uns gerade keine Saison haben, kommen oft aus beheizten Treibhäusern. Um diese zu heizen, wird sehr viel Energie in Form von Erdöl verbraucht. Damit gehen hohe Treibhausgasemissionen einher. Ein Beispiel: Für einen Salat aus Freilandanbau entstehen 75 Gramm Treibhausgase, stammt er aus dem beheizten Treibhaus sind es 4.500 Gramm Treibhausgase – also 60-mal so viel. Einen Lebensmittel-Saisonkalender finden Sie beispielsweise auf den Seiten des Bundeszentrums für Ernährung.

Lieber frisch statt tief gefroren: Die lange Kühlkette während Transport und Lagerung von (tief)gekühlten Lebensmitteln braucht viel Energie und erzeugt enorm viele Treibhausgase. Die Herstellung tiefgekühlter Pommes frites beispielsweise verursacht 29-mal mehr Treibhausgase als frische Kartoffeln.

Bio-Genuss für München

Einkaufsguide-bio-münchen

Im Bio-Einkaufsguide "Bio-Genuss für München " vom Bund Naturschutz München werden sämtliche Bio-Läden, Lieferdienste für Bio-Abokisten sowie Bio-Gastronomie- und Cateringbetriebe in und um München aufgeführt.

Die Genussgemeinschaft Städter und Bauern e.V. aus München ist eine aktive Community die sich für den Erhalt der bäuerlich-handwerklichen Lebensmittelvielfalt einsetzt. Dort gibt es Einkaufsgemeinschaften welche kleinbäuerliche Betriebe unterstützen und weitere Möglichkeiten, um das individuelle Ernährungsbewusstsein zu erweitern und den Verein zu unterstützen. Informationen über die Genussgemeinschaft finden Sie hier .

Sieben Grundsätze für einen nachhaltigen Ernährungsstil nach Körber

 

  • Umwelt: Die Reduktion der Fleischproduktion führt zu wesentlich geringerem Ausstoß von Kohlendioxid.
  • Gesellschaft: Fleischproduktion bringt hohe Veredelungsverluste mit sich; für 1 kcal aus Fleisch sind 7 kcal aus Futter (Getreide) notwendig. In Deutschland gehen 67 Prozent des Getreideanbaus als Futter in die Viehzucht. Durch eine Ernährung mit vorwiegend pflanzlichen Produkten und Milcherzeugnissen können Veredelungsverluste minimiert werden.
  • Gesundheit: In pflanzlichen Lebensmitteln sind deutlich mehr komplexe Kohlehydrate und Ballaststoffe enthalten; der Fettanteil ist wesentlich geringer.
  • Wirtschaft: Fleisch und Wurstwaren sind meist teurer, sofern es sich nicht um minderwertiges Billigfleisch handelt.

  • Umwelt: Durch ökologischen Landbau werden Luft, Wasser und Böden weniger belastet, da keine keine chemisch-synthetischen Pestizide und Mineraldünger eingesetzt werden. Natürliche Kreisläufe und die Artenvielfalt wird gefördert und auf die umstrittene Gentechnik wird verzichtet.
  • Gesellschaft: Ökolandbau ist häufig mit sozialen und kulturellen Zusatzleistungen verbunden, wie zum Beispiel in Kindergarten- und Schulbauernhöfen. Bio-Bauernhöfe dienen teilweise auch zur Therapie und Integration von Behinderten und psychisch Kranken.
  • Gesundheit: Bio-Lebensmittel haben einen höheren Vitamin-C-Gehalt und einen höheren Gehalt an gesundheitsfördernden sekundären Pflanzenstoffen. Durch den geringerer Wasseranteil haben sie eine größere Nährstoffdichte. Sie enthalten keine Rückstände von Pestiziden oder Tierarzneimitteln.
  • Wirtschaft: Durch die relativ hohe Arbeitsintensität entstehen zusätzliche Arbeitsplätze.

  • Umwelt: Regionale und saisonale Lebensmittel verursachen kürzere Transportwege. Treibhäuser für Obst und Gemüse werden kaum benötigt.
  • Gesellschaft: Regionale Strukturen sind überschaubarer und in der Regel transparenter. Dadurch wird die Gefahr von Lebensmittelskandalen gemindert.
  • Gesundheit: Durch die kurzen Transportwege und die Möglichkeit, auf dem Feld zu reifen, haben die Lebensmittel einen größeren Reichtum an gesundheitswertvollen Zutaten. In Freilanderzeugnissen sind durchschnittlich weniger Rückstände an Pestiziden und Nitrat als in Treibhauswaren.
  • Wirtschaft: Regionales Wirtschaften stärkt die mittleren und kleinen Betriebe. Auf regionaler Ebene finden vielfältige Kooperationen von Landwirtschaften, weiterverarbeitenden Betrieben, dem Handel und den Verbraucherinnen und Verbrauchern statt, die zur Existenzsicherung beitragen.

  • Umwelt: Mit der Bevorzugung von Frischware kann der Primärenergieverbrauch und damit der Schadstoffausstoß verringert werden. Der Wasserverbrauch ist geringer und das Transportaufkommen zwischen den einzelnen Verarbeitungsstufen auf ein Minimum reduziert.
  • Gesellschaft: Die Zubereitung des Essens im Haushalt fördert die sinnliche Wahrnehmung für die Speisen und den Gemeinschaftssinn. Darüber hinaus werden die Kochkenntnisse geschult.
  • Gesundheit: Frischware enthält mehr essentielle Inhaltsstoffe und gesundheitsfördernde Substanzen. Außerdem können durch die Verwendung von Frischware unerwünschte Zusätze wie Konservierungsstoffe oder Geschmacksverstärker vermieden werden.
  • Wirtschaft: Grundnahrungsmittel und Frischkost sind in der Regel preiswerter, weil kostenintensive Verarbeitungsschritte entfallen.

  • Umwelt: Verpackungen von Lebensmitteln tragen erheblich zu Müllbergen bei. Durch den Kauf von Produkten, die gar nicht bzw. umweltverträglich verpackt sind, sinken Rohstoff- und Energieverbrauch sowie Emissionen.

  • Umwelt: Die Produktionsbedingungen des fairen Handels beinhalten Umweltschutzauflagen wie Trinkwasserschutz und einen geringen bis keinen Pestizideinsatz.
  • Gesellschaft: Der Faire Handel fördert den Bau sozialer Einrichtungen (Schulen und Krankenhäuser). Er garantiert Sozialversicherungen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und unterstützt die Gründung von Gewerkschaften. Ausbeuterische Kinderarbeit ist ausgeschlossen.
  • Gesundheit: Durch den realisierten Arbeitsschutz werden Pestizidvergiftung bei Arbeiterinnen und Arbeitern vermieden.
  • Wirtschaft: Im Fairen Handel werden den Erzeugerinnen und Erzeugern faire Preise bezahlt, die deutlich über dem Weltmarktpreis liegen. Durch garantierte Abnahmemengen haben die Produzentinnen und Produzenten Planungssicherheit. Vorauszahlungen ermöglichen Investitionen.

Die Freude an der Ernährung ist für eine dauerhafte Umstellung der Essgewohnheiten unverzichtbar. Bisher nicht verwendete Gemüse- und Getreidearten, Hülsenfrüchte, Gewürze und Kräuter eröffnen neue Geschmackserlebnisse.


Ausführliche Beschreibung der Konzeption und der Probleme in den vier Dimensionen finden Sie auf der Homepage des Beratungsbüros für Ernährungsökologie.

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