Der Pasinger Bismarck-Brunnen in der Diskussion

Im Rahmen der Reihe past statements. Denkmäler in der Diskussion.

past statements. Denkmäler in der Diskussion.

past statements

Seit 1914 steht im Münchner Stadtteil Pasing auf dem heutigen Wensauerplatz ein Bismarck-Brunnen. Der zu Lebzeiten umstrittene erste Reichskanzler des Deutschen Reiches, Otto von Bismarck, wurde nach seinem Tod 1898 im ganzen Reich mit Denkmälern, Gedenktafeln und Türmen zu einem nationalistischen Vorbild überhöht. Der Pasinger Brunnen zeigt Bismarck als Held inszeniert mit Brustpanzer, Helm und Schwert auf einem aufsteigenden Pferd. Die Figur ist mit 60cm ungewöhnlich klein und geht auf ein Modell zurück, das der Künstler für ein Bismarck Denkmal in Nürnberg angefertigt hatte.

Heute steht Otto von Bismarck in der öffentlichen Kritik für seine repressive Politik als Reichskanzler, seine antisemitischen Äußerungen und seine Rolle im Kolonialismus. Zu seinen Ehren errichtete Denkmäler werden in vielen Städten intensiv diskutiert. Auch in Pasing ist bereits eine Debatte entstanden: Wie wollen wir als demokratische Stadtgesellschaft mit dem Gedenkbrunnen umgehen?

Das Kulturreferat der Landeshauptstadt München und der Bezirksausschuss 21 Pasing-Obermenzing laden alle Interessierten herzlich zu einem offenen Gesprächsforum ein.

am Freitag, 24.6.2022, 18.00 Uhr bis 21.00 Uhr
im Rathaussaal des Pasinger Rathauses, Landsberger Straße 486, 81241 München (Eingang Bürgerbüro)

Begrüßung

Frieder Vogelsgesang
(Bezirksausschuss Pasing-Obermenzing)

Dr. Sabine Schalm und Dr. Daniel Bürkner
(Kulturreferat, Institut für Stadtgeschichte und Erinnerungskultur und Public Art München)

Moderation

Dr. Bettina Keß
(kulturplan)

Sie sind herzlich eingeladen, an moderierten Thementischen zu diskutieren.

Bitte melden Sie sich bis 22.6.2022 an unter stadtgeschichte@muenchen.de.

Die Teilnahme ist kostenlos.

Hintergrund

Denkmäler prägen Plätze, sie sind Treffpunkte im öffentlichen Raum oder Kulissen für Feste und Demonstrationen. Bei Gedenktagen stehen sie im Mittelpunkt oder sie sind inzwischen übersehen und vergessen. Statuen, Gedenktafeln und Kunstwerke tragen Botschaften, die bis heute Bedeutung haben oder transportieren bisweilen Inhalte, die längst überholt sind oder bewusst abgelehnt werden: Sie verherrlichen Krieg und Gewalt, feiern Helden vergangener Zeiten, transportieren Vorurteile und grenzen aus.

Einige Monumente werden bereits in München oder in ihren Stadtteilen diskutiert wie der Bismarck-Brunnen in Pasing oder das Kriegerdenkmal in Giesing. Mit dem Programm „past statements. Denkmäler in der Diskussion“ greift die Stadt München diese Diskussionen auf. Sie möchte weitere kritische, vielstimmige und kreative Debatten über Formen und Inhalte des Erinnerns in einer diversen und demokratischen Stadtgesellschaft anregen.

Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, schreiben Sie uns bitte unter: stadtgeschichte@muenchen.de

past statements ist ein Programm des Instituts für Stadtgeschichte und Erinnerungskultur sowie Public Art München des Kulturreferats der Landeshauptstadt München.