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Erklärung zur Angabe des Geschlechts und zu Vornamen

Sie haben eine Variante der Geschlechtsentwicklung? Dann können Sie wählen, wie ihr Geschlecht künftig angegeben werden soll. Sie können auch ihren Vornamen bestimmen.

Die Erklärung zum Geschlecht und zum Vornamen wird mit Entgegennahme durch das zuständige Standesamt wirksam. Zuständig ist:
  1. Wenn Ihre Geburt in einem deutschen Geburtenregister beurkundet ist, das Standesamt, das Ihr Geburtenregister führt
  2. Wenn 1 nicht zutrifft, das Standesamt, das Ihr Ehe- oder Lebenspartnerschaftsregister führt
  3. Wenn auch 2 nicht zutrifft, das Standesamt, in dessen Amtsbezirk Sie wohnen
  4. Wenn Sie im Ausland wohnen, das Standesamt, in dessen Amtsbezirk Sie zuletzt gewohnt haben
  5. Wenn nichts davon zutrifft, das Standesamt I in Berlin
Sie können Sich direkt an das zuständige Standesamt oder an das Standesamt in Ihrem Wohnort wenden. Die Erklärung kann auch notariell beglaubigt werden. Wenn Sie im Ausland wohnen, wenden Sie sich an die deutsche konsularische Vertretung. Die Behörde, bei der Ihre Erklärung beurkundet wird, leitet sie an das zuständige Standesamt weiter. Dort können Sie dann eine neue Geburts-, Ehe- oder Lebenspartnerschaftsurkunde oder eine Bescheinigung über die Namensänderung beantragen. Das zuständige Standesamt informiert auch die Meldebehörde.

Ihre Erklärung zur Geschlechtsangabe und Vornamensführung muss öffentlich beglaubigt werden. Sie wird wirksam sobald das zuständige Standesamt diese entgegennimmt.

Voraussetzungen

Bei ihnen muss eine körperliche Variante der Geschlechtsentwicklung vorliegen. Dann können Sie bestimmen, mit welchem Geschlecht Sie in amtlichen Registern geführt werden. Sie haben die Wahl zwischen weiblich, männlich, divers und keiner Angabe. Sie können auch Ihre Vornamen an das gewählte Geschlecht anpassen.
Ein Kind, das das 14. Lebensjahr vollendet hat, kann die Erklärung nur selbst abgeben. Allerdings braucht es dazu die Zustimmung eines gesetzlichen Vertreters.

Benötigte Unterlagen

  • Deutscher Reisepass oder Personalausweis oder
  • Ausweis für Staatenlose oder heimatlose Ausländer oder
  • Ausweis für Asylberechtigte oder ausländische Flüchtlinge
  • Geburts-, Ehe- oder Lebenspartnerschaftsurkunde
  • Ärztliche Bescheinigung über das Vorliegen einer Variante der Geschlechtsentwicklung
  • Nachweis des Sorgerechts im Falle einer Zustimmungserklärung

Dauer & Kosten

Bearbeitungszeit

Bitte vereinbaren Sie für Ihre Vorsprache beim Standesamt einen Termin.

Gebührenrahmen

Beurkunden der Erklärung: 30 Euro
Beurkunden einer Zustimmungserklärung: 30 Euro
Mehrere Erklärungen in einer Beurkundung: 60 Euro

Rechtliche Grundlagen

§ 45 b PStG

Fragen & Antworten

Unter diesem Begriff werden Diagnosen zusammengefasst, bei denen die Geschlechtschromosomen, die Genitalien (Geschlechtsorgane) oder die Gonaden (Keim- beziehungsweise Geschlechtsdrüsen), nicht übereinstimmen. Die betroffene Person weist also körperliche Merkmale beider Geschlechter auf.

Diese Menschen wurden „im falschen Körper geboren“. Körperlich sind sie eindeutig einem Geschlecht zuzuordnen, fühlen sich aber dem anderen Geschlecht zugehörig. Für diesen Personenkreis ist die Erklärung nach § 45 b PStG nicht zulässig. Sie können eine Änderung Ihres Geschlechts und der Vornamen im Verfahren nach dem Transsexuellengesetz beantragen.


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