Neue Ausgabe des Mietspiegels für München in Arbeit

Die Mithilfe der Mieter ist gefragt: Rund 100.000 Münchner Haushalte erhalten Fragebögen zu ihrer Wohnsituation

11. Januar 2022

Die Mithilfe der Mieter ist gefragt

Sozialreferentin Dorothee Schiwy und Oberbürgermeister Dieter Reiter
Michael Nagy
Sozialreferentin Dorothee Schiwy und Oberbürgermeister Dieter Reiter bei der Vorstellung einer früheren Ausgabe des Mietspiegels für München.

Neue Ausgabe des Mietspiegels für München in Arbeit: Rund 100.000 Münchner Haushalte erhalten Fragebögen zu ihrer Wohnsituation

Wie entwickeln sich die Mietpreise in München? Diese Frage ist für sehr viele Münchnerinnen und Münchner von großer Bedeutung. Um diese Entwicklung zu dokumentieren und so allen Betroffenen eine Orientierung zu geben, ob sich ihre Miete noch im ortsüblichen Rahmen bewegt oder ob die Forderung ihres Vermieters überzogen ist, lässt die Stadt regelmäßig einen Mietspiegel für München erstellen.

Derzeit laufen die Vorbereitungen für die Erstellung eines neuen Mietspiegels, der im Frühjahr 2023 erscheinen soll. Dazu erhalten rund 100.000 Münchner Haushalte, die nach dem Zufallsprinzip ausgewählt wurden, in diesen Wochen Post vom beauftragten Marktforschungsinstitut Kantar, um diejenigen Wohnungen zu ermitteln, die die Basis für den Mietspiegel 2023 bilden. Denn laut Gesetz dürfen beispielsweise nur Wohnungen berücksichtigt werden, deren letzte Mietpreisänderung nicht mehr als sechs Jahre zurückliegt. Treffen alle notwendigen Kriterien für eine Mietspiegelerhebung zu, vereinbaren Mitarbeiter*innen von Kantar persönliche oder telefonische Interviews mit den Mieter*innen, um weitere Daten zu erheben. Zur Erstellung eines aussagekräftigen und fundierten Mietspiegels müssen etwa Daten zur Wohnfläche, zur Ausstattung der Wohnung sowie zur Höhe der gezahlten Miete erhoben werden.

Die Teilnahme an der Mietspiegelerhebung ist freiwillig. Sozialreferentin Dorothee Schiwy appelliert aber an alle Münchnerinnen und Münchner: „Wirken Sie bei der Neuerstellung des Mietspiegels mit und antworten Sie auf die Umfrage zur Datenerhebung!“ Mit dem Mietspiegel könnten sich Münchner Bürgerinnen und Bürger schnell und zuverlässig über die zulässige, ortsübliche Miethöhe einer frei finanzierten Wohnung informieren. „Gerade in Ballungsräumen wie der Großstadt München ist ein qualifizierter Mietspiegel zusätzlich aber auch ein wichtiges Instrument für die Einhaltung der gesetzlichen Mietpreisbremse“, betont Schiwy.

München zählt zu den Städten, für die die Mietpreisbremse gilt. Das hat die Bayerische Staatsregierung in einer Verordnung im Dezember 2021 bestätigt. Danach darf die Miethöhe bei Abschluss eines neuen Mietvertrages in der Regel maximal um zehn Prozent über der ortsüblichen Miete liegen. Als Information zur ortsüblichen Miete ist der Mietspiegel dabei unverzichtbar.

Den derzeit noch gültigen Mietspiegel für München 2021 gibt es als kostenlose Broschüre bei der Stadtinformation im Rathaus und im Amt für Wohnen und Migration, Franziskanerstraße 8. Im Internet steht er unter mietspiegel-muenchen.de zur Verfügung.

Programm „Soziales Vermieten leicht gemacht“

Schlüsselübergabe
heller & partner
Gerhard Mayer (l.), Leiter des Amtes für Wohnen und Migration, bei der Schlüsselübergabe an die erste Mieterin des Programms „Soziales Vermieten leicht gemacht“ mit Vertreter*innen des Vermieters Vonovia.

Die Stadt unterstützt Eigentümer, die ihre Wohnung zu fairen Preisen vermieten wollen

Bezahlbarer Wohnraum ist ein gefragtes Gut in München. Damit mehr Vermieter sich entschließen, ihre Wohnungen zu einem fairen Preis zu vermieten, bietet das städtische Sozialreferat ihnen mit dem Programm „Soziales Vermieten leicht gemacht“ organisatorische und finanzielle Unterstützung an.

Vermieter, die sich an dem Programm beteiligen, räumen der Stadt für 10 oder 15 Jahre das Belegungsrecht für ihre Wohnung ein. Dafür erhält der Wohnungseigentümer eine Prämie, abhängig von der Vermietdauer, Lage und Größe der Wohnung, sowie Miete nach dem aktuellen Mietspiegel.

Zur Auswahl stehen dabei zwei Modelle: Im Modell I ziehen städtische Beschäftigte in die Wohnung ein, die Anspruch auf eine Dienstwohnung haben. Der Mietvertrag wird hier direkt zwischen dem Eigentümer und dem Mieter geschlossen. Das Modell II ist für alle im Amt für Wohnen und Migration registrierten Haushalte geöffnet. Diese Haushalte haben Anspruch auf eine finanzielle Zulage oder gänzliche Übernahme der Mietkosten. Das Programm „Soziales Vermieten leicht gemacht“ hat die Stadt Ende 2019 gestartet. Mittlerweile konnte das Sozialreferat rund 40 private Vermieter für eine soziale Vermietung gewinnen, weitere 60 Wohnungen stehen über eine Kooperation mit dem Wohnungsunternehmen Vonovia langfristig zur Verfügung. Im vergangenen November hat die Stadt das Programm noch einmal ausgeweitet. Auch Wohnungen und Häuser, die sich außerhalb der Münchner Stadtgrenze im S-Bahn-Bereich befinden, können nun in das Programm aufgenommen werden.

Mehr Informationen zum Programm „Soziales Vermieten leicht gemacht“ sind zu finden unter muenchen.de/sozialesvermieten.

OB Reiter: Mieter vor Verdrängung schützen

Umsetzung des Umwandlungsverbots soll Wohnungen bezahlbar halten

Die gesetzliche Mietpreisbremse, die den Anstieg der Miete bei einer Neuvermietung begrenzt, hat die Bayerische Staatsregierung Ende des vergangenen Jahres über den 1. Januar 2022 hinaus verlängert. Für die Stadt München mit ihrem angespannten Mietmarkt ein wichtiger Schritt.

Doch für Oberbürgermeister Dieter Reiter reicht das längst nicht aus. Er fordert den Freistaat dringend dazu auf, so schnell wie möglich auch die Rechtsverordnungen zur Umsetzung des Baulandmobilisierungsgesetzes in Bayern zu erlassen.

Von besonderer Bedeutung für München sind dabei die Sonderregelungen für Gebiete mit angespanntem Wohnungsmarkt sowie der neue stadtweit gültige Genehmigungsvorbehalt für die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen, das sogenannte Umwandlungsverbot. „Gerade für München wäre das Umwandlungsverbot von zentraler Bedeutung, um die Verdrängung von Mieterinnen und Mietern zu bremsen und die Mieten bezahlbar zu halten“, betont Reiter. Mit dem neuen Instrument wäre eine Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen nur noch ganz vereinzelt möglich. „Eine Verdrängung der angestammten Mieterinnen und Mieter würde deutlich reduziert“, so Reiter.

Das vom Bund verabschiedete Gesetz trat bereits im Juni 2021 in Kraft. Die Bayerische Staatsregierung muss aber noch die Rechtsverordnungen dazu erlassen. Das ist bisher nicht geschehen.

Die Stadt informiert

„Die Stadt informiert" erscheint immer dienstags in der Süddeutschen Zeitung und im Münchner Merkur. Dieser Beitrag ist vom 11. Januar 2022.