Originalgetreu und qualitätsvoll

Seit 1969 lobt die Stadt den Fassadenwettbewerb zum Erhalt des Stadtbilds aus - Eigentümer*innen können sich noch bis 24. Februar für den Fassadenpreis bewerben

17. Januar 2023

Schon seit 1969 lobt die Stadt den Fassadenwettbewerb aus

Ausgezeichnet: An den Fassaden des sanierten Gebäudes der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern an der Max-Joseph-Straße 2 wurden die Terrakottafriese von Franz Naager aus der Nymphenburger Porzellanmanufaktur aufwendig restauriert.
Sigl Affairs
Ausgezeichnet: An den Fassaden des sanierten Gebäudes der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern an der Max-Joseph-Straße 2 wurden die Terrakottafriese von Franz Naager aus der Nymphenburger Porzellanmanufaktur aufwendig restauriert.

Preise für private Hausbesitzer und Lobende Erwähnungen für die öffentliche Hand

„Verhunzt Eure Fassaden nicht!“ – mit diesem Aufruf stemmten sich Studenten des Kunsthistorischen Instituts der Universität München 1969 gegen die fortschreitende Modernisierung von Altbaufassaden. Damit traten sie dem damaligen Zeitgeist entgegen, alten Gebäuden ein möglichst „modernes“ Gesicht zu verpassen. Zusammen mit der Stadt appellierten sie an die Hausbesitzer, die historischen Fassaden zu bewahren und so einen wertvollen Beitrag zum Erhalt des Münchner Stadtbilds zu leisten.

Im gleichen Jahr beschloss der Stadtrat, einen Fassadenwettbewerb durchzuführen. Seitdem würdigt die Stadt Hauseigentümer*innen, die die gestaltungsreichen Fassaden ihrer Altbauten original und qualitativ hochwertig instand setzen lassen. 3.355 Bewerbungen wurden seither eingereicht.

Beim letzten Wettbewerb 2021 gingen 63 Bewerbungen ein. Die Stadt verlieh 17 Fassadenpreise an private Eigentümer*innen und sprach 13 Lobende Erwähnungen für Gebäude in öffentlicher Hand aus. Coronabedingt verschob sich der Wettbewerb wie auch die Ausstellung, die nun vom 7. März bis 30. Juni im Servicezentrum der Lokalbaukommission in der Blumenstraße 19 zu sehen sein wird.

Das Spektrum der ausgezeichneten Objekte reicht von Geschäftshäusern über Wohn- und Bürobauten bis zu Kirchen. So  wurde etwa bei der umfänglichen Fassadensanierung der Pfarrkirche St. Paul an der Theresienwiese das Dach des Langhauses mit sogenannten Kirchenbibern bestückt. Die neuen Biber sind dem nur in Teilbereichen noch vorhandenen Original in Form, Größe und vor allem Gewicht exakt nachempfunden.

Auch das prächtige Eckgebäude an der Elisabethstraße 34 in Schwabing, bei deren Sanierung unter anderem die reich stuckierte Fassade materialgerecht überarbeitet und die schmiedeeisernen Balkongitter angepasst gestaltet wurden, trägt zur visuellen Aufwertung des Stadtbildes bei.

Alle Infos zu den Gewinnerfassaden der letzten Jahre sind zu finden unter t1p.de/fassaden.

Oberbürgermeister Dieter Reiter:

Oberbürgermeister Dieter Reiter

„Mit dem Fassadenpreis zeichnet die Stadt seit 1969 Eigentümer*innen aus, die durch vorbildliche Renovierungs- und Gestaltungsmaßnahmen das Münchner Stadtbild bewahren. Die ungebrochen hohe Beteiligung am Wettbewerb zeigt, dass er an Aktualität nichts verloren hat.

Wenn Sie in den letzten beiden Jahren Ihre Fassade renoviert haben, dann machen Sie mit! Bewerbungsschluss ist am 24. Februar.“

Wissenswertes zum aktuellen Wettbewerb

Eigentümer*innen können sich noch bis 24. Februar für den Fassadenpreis bewerben

Bereits zum 48. Mal veranstaltet die Stadt den Fassadenwettbewerb. Bis zu 25 gleichwertige Preise werden dann wieder an private Hauseigentümer*innen vergeben. Eigentümer der öffentlichen Hand erhalten eine Lobende Erwähnung.

Die Stadt zeichnet mustergültige Instandsetzungen historischer Fassaden aus. Dazu zählen Renovierungen von Stuckfassaden der Gründerzeit und des Jugendstils, Renovierungen von Fassaden anderer Bauepochen (bis einschließlich 1950er Jahre) und Renovierungen von Fassaden denkmalgeschützter Bauten nach 1960 sowie Fassadenmalereien.

Teilnehmen können alle Eigentümer*innen, deren Gebäude auf dem Münchner Stadtgebiet steht und die die Arbeiten 2021 bis Bewerbungsschluss durchgeführt haben. Der Preis ist mit 500 Euro dotiert und umfasst eine Urkunde und eine Preistafel. Für die Lobende Erwähnung können sich Eigentümer der öffentlichen Hand einschließlich Religionsgemeinschaften, Gesellschaften, Anstalten, Körperschaften, Stiftungen etc. bewerben.

Die Bewergung muss per E-Mail an plan.ha4-60@muenchen.de mit dem Betreff „Bewerbung Fassadenpreis 2023 [Straße Hausnummer]“ gerichtet werden. In einer PDF-Datei sollten ein Bewerbungsschreiben mit Straße, Hausnummer und Erbauungsjahr des Gebäudes sowie Name und Anschrift der Eigentümer*in und Vertreter*in, bei Bewerbung durch andere die Einverständniserklärung der Eigentümer*in sowie eine kurze Beschreibung der durchgeführten Maßnahmen an der Außenhaut mit Angaben zu Fenstern, Türen, Dachdeckung, Farbwahl und Zeitraum der Maßnahmenausführung übermittelt werden. Fotos der Fassade vor und nach der Renovierung sollten als jpg-Dateien gesendet werden. Die Bewerbung sollte nicht größer als 19 MB sein. Bewerbungsschluss ist der 24. Februar.

Unter t1p.de/fassaden sind alle Details zu finden. Bei Rückfragen kann man sich auch an die Abteilung Denkmalschutz und Stadtgestaltung unter Telefon 233-23909 wenden.

Über die Preisverleihung entscheidet der Stadtrat nach Anhörung einer ehrenamtlichen Gutachterkommission. Die Kriterien bei der Beurteilung der Fassaden sind Originalität, Gestaltungsreichtum und Erhaltungsaufwand, farbliche Gestaltung, künstlerische und handwerkliche Qualität der Ausführung sowie stadtgestalterische Bedeutung.

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Information

Die Stadt informiert

„Die Stadt informiert" erscheint immer dienstags in der Süddeutschen Zeitung und im Münchner Merkur. Dieser Beitrag ist vom 17. Januar 2023.