Erfolgreiche Schul- und Kitabauoffensive

Größtes kommunale Bildungsbauprogramm Deutschlands: Stadt schafft bisher rund 55.000 Schul- und 7.700 Kitaplätze

24. Mai 2022

Neue Schul- und Kitaplätze für München

Marieluise-Fleißer-Realschule
BECKERLACOUR
Am 24. Mai findet die Einweihungsfeier für den Neubau der Marieluise-Fleißer-Realschule an der Aschauer Straße statt. Die 6-zügige Schule mit Dreifachsporthalle und einem Haus für Kinder ist seit Herbst in Betrieb.

Erfolgreiche Schul- und Kitabauoffensive - München stemmt das größte kommunale Bildungsbauprogramm Deutschlands

München befindet sich seit mehr als 15 Jahren in einer dynamischen Wachstumsphase. Bei einem jährlichen Bevölkerungszuwachs von zum Teil über 20.000 Einwohner*innen muss praktisch pro Jahr die Schulinfrastruktur einer Kleinstadt neu gebaut oder saniert werden.

Um Planungsprozesse zu verkürzen und Synergien zu schaffen, hat die Stadt bisher drei Schulbauprogramme und sieben Kitabauprogramme entwickelt, die mit ihren bisherigen Ergebnissen eine Erfolgsgeschichte schreiben.

Schulbau

Rund 55.000 Schulplätze beinhalten die 95 Schulbauprojekte der drei Schulbauprogramme, fast 60 Prozent sind fertiggestellt oder im Bau. Hinzu kommen 188 Betreuungsgruppen für jüngere Kinder, die auf Schulgrundstücken umgesetzt werden, sowie 181 Sporthalleneinheiten und zwölf Schwimmhallen. Das gesamte Investitionsvolumen der Programme beträgt 7,25 Milliarden Euro. Die Stadt stemmt damit das größte kommunale Bildungsbauprogramm in Deutschland.

Zusätzlich hat die Stadt unter anderem den Bildungscampus Freiham mit dem angrenzenden Sportpark und das aktuell größte Schulbauprojekt, den Bildungscampus Messestadt Riem, auf den Weg gebracht.

Kitabau

Durch die 91 Bauprojekte der sieben Kitabauprogramme seit 2011 werden zudem rund 7.700 weitere Betreuungsplätze für die jüngeren Kinder geschaffen. Davon sind sechs Bauprogramme mit 64 Maßnahmen bereits fertiggestellt.

Kurzfristige Bedarfe

Um kurzfristige Bedarfe zu decken, wurden parallel seit 2015 in fünf komplett fertiggestellten Pavillonbauprogrammen 66 Bauprojekte mit mehr als 430 Klassenzimmern und 57 Kitagruppen umgesetzt und damit rund 11.500 Schulplätze und 1.100 Kitaplätze geschaffen.

Klimaschutz und Inklusion

2019 erhöhte die Stadt den Klimastandard bei stadteigenen Gebäuden, um das Ziel der Klimaneutralen Stadtverwaltung bis 2030 zu erreichen. Alle neuen Schul- und Kitabauprojekte erfüllen die Anforderungen und auch bei vielen bereits laufenden Planungen konnten die Anforderungen noch ganz oder teilweise berücksichtigt werden. Dazu zählen etwa hocheffiziente Gebäudehüllen, eine Holzmassivbauweise, die Nutzung von Recyclingbaustoffen und erneuerbarer Energien wie auch eine Fassaden- und Dachbegrünung

Mit dem Beschluss des Stadtrats aus dem Jahr 2020 zum inklusionsorientierten Schulsportstättenbau sind auf Basis eines Leitfadens zudem die Mindest-Standards für die Schulsportanlagen festgelegt.

Ausblick

Auch weiterhin ist mit einem Anstieg der Bevölkerungszahlen, einer zunehmenden Nachverdichtung bestehender Wohnbaugebiete und der Ausweisung neuer Baugebiete zu rechnen. Daher müssen sowohl neue Standorte als auch Erweiterungen und Generalinstandsetzungen bestehender Standorte in die Schulbauprogramme aufgenommen oder zum Teil neu priorisiert werden.

Trotz der zwischenzeitlich erforderlichen Haushaltssicherungsmaßnahmen aufgrund der Corona-Pandemie hält die Stadt an den geplanten Maßnahmen fest.

So wird nach aktueller Planung dem Stadtrat im Herbst das 4. Schulbauprogramm mit acht Maßnahmen zur Entscheidung vorgelegt. Für das geplante Kita-Bauprogramm 2022 sind zum jetzigen Zeitpunkt zwölf Maßnahmen vorgesehen.

Vor allem angesichts des Wachstums sind die Herausforderungen für die Zukunft gewaltig. Das Fundament der Bildungsgerechtigkeit aber ist der Schul- und Kitabau. Daher wird die Stadt weiterhin zukunftsfähige Schulbauten, die Ganztag, Inklusion und Digitalisierung berücksichtigen, wie auch dem Klimaschutz gerecht werden, umsetzen.

Oberbürgermeister Dieter Reiter:

Pressefoto OB Dieter Reiter (Foto 9), © Presseamt / Nagy

„München stemmt gerade das größte kommunale Schul- und Kitabauprogramm Deutschlands. Wir bauen neue Grund- und Mittelschulen, Förder- und Berufsschulen, Gymnasien und neue Sportanlagen. Und gleichzeitig sanieren wir die alten. Das ist ambitioniert, gerade in finanziell schwierigen Zeiten. Aber die Bildung unserer Kinder hat für uns oberste Priorität – auch und gerade wenn das Geld knapp ist.“

So sieht es beim Bau gerade konkret aus

Übersicht über fertiggestellte Schulen und Kitas sowie weitere Planungen

Die Stadt hat es geschafft, den Schulbau weiter voranzutreiben – trotz Materialknappheit, Lieferschwierigkeiten und der Auslastung der am Bau beteiligten Firmen aufgrund der Pandemie. So konnten viele Gebäude neu errichtet oder saniert und zum Schulstart letzten Jahres bezogen werden. Weitere Schulen und Kitas befinden sich in der Fertigstellung und sollen zum Schulstart 22/23 beziehbar sein. Und neue Schul- und Kitaprojekte starten noch in diesem Jahr.

Gerade neu erstellt

Zu Beginn des Schuljahres 21/22 bezogen rund 2.300 Schüler*innen sechs Neubauten (Realschule Aschauer Straße, Mittelschule Bernaysstraße, Grundschulen Emmy-Noether-Straße, von-der-Pfordten-Straße, Bernaysstraße und Haager Straße. Letztere wird gerade interimsweise von einer städtischen Berufsschule genutzt.) sowie zwei Erweiterungsbauten für die Grundschule Amphionpark und die Verbandsgrundschule Karlsfeld. Zum Jahreswechsel folgte noch der Erweiterungsbau für das Asamgymnasium mit Dreifachsporthalle.

Im letzten Jahr entstanden zudem vier Häuser für Kinder an der Wackersbergerstraße, Bäckerstraße, Engelbertstraße und Fertigstraße sowie eine Kinderkrippe an der Hohenburgstraße.

Fertigstellung in diesem Jahr

In diesem Jahr ist die Fertigstellung folgender Schulen und Kitas geplant – sofern es auch hier die schwierige Lage in der Baubranche zulässt: Neue Grundschulen an der Theodor-Fischer-Straße in Allach-Untermenzing und an der St. Veit-Straße in Berg-am-Laim, Ersatzneubauten für die Grundschulen an der Senftenauer-Straße und an der Oberföhringer Straße sowie Generalsanierung der unter Denkmalschutz stehenden Gebäude des Oskar-von-Miller-Gymnasiums und des Maximiliansgymnasiums, die beide an einem Standort liegen.

Daneben sollen noch in diesem Jahr die Häuser für Kinder Martha-Näbauer-Platz, Am Krautgarten, Böcksteinerstraße, Fortnerstraße, Haimhauser Straße, Lochhauser-/Osterangerstraße sowie Von-Frays-Straße gebaut werden.

Baubeginn in diesem Jahr

In diesem Jahr starten zudem sechs Schulprojekte vom Neu- und Erweiterungsbau bis zur komplexen Generalinstandsetzung: Mehr Raum entsteht für das Karlsgymnasium, das Gymnasium München-Nord, die Helen-Keller-Realschule, die Ludwig-Thoma-Realschule, die denkmalgeschützte Maria-Probst-Realschule sowie die Erich-Kästner-Realschule.

Im Bereich der Kindertagesstätten werden in der Albert-Camus- und der Annemarie-Renger-Straße in Freiham und in der Theodor-Fischer-Straße in Untermenzing drei Einrichtungen neu gebaut. Die Kitas in der Frundsbergstraße und in der Quiddestraße erhalten Ersatzneubauten.

Die Stadt informiert

„Die Stadt informiert" erscheint immer dienstags in der Süddeutschen Zeitung und im Münchner Merkur. Dieser Beitrag ist vom 24. Mai 2022.