Auftaktveranstaltung des interreligiösen Dialogbeauftragten

Am 15. November 2021 lud der Ehrenamtliche Beauftragte der Landeshauptstadt München für den interreligiösen Dialog zu einer Auftaktveranstaltung ins Rathaus ein.

22. November 2021

Auftaktveranstaltung des interreligiösen Dialogbeauftragten

 Collage von Teilnehmenden der Auftaktveranstaltung des interreligiösen Dialogbeauftragten

Am 15. November 2021 lud der Ehrenamtliche Beauftragte der Landeshauptstadt München für den interreligiösen Dialog zu einer Auftaktveranstaltung ins Rathaus ein. Die Zusammenarbeit der alevitischen, buddhistischen, christlichen, jesidischen, jüdischen, muslimischen und Bahai-Gäste trug gleich bei der ersten Zusammenkunft Früchte. Konkrete Ergebnisse des Dialogs waren eine rasche Aktion angesichts der sich zuspitzenden Corona-Lage, wie auch das Ziel, tragende gemeinsame Werte zu finden.

"Allem Anfang wohnt ein Zauber inne!" Unter diesem Motto lud der Ehrenamtliche Beauftragte der Landeshauptstadt München für den interreligiösen Dialog, Marian Offman, diese Woche zu einer Auftaktveranstaltung für die Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften Münchens. Der schöne Rathaussaal als wunderbares Ambiente und die bunte Mischung an Gästen machten den Zauber dieser Premiere aus. Die strikte Einhaltung der 2G-Regelung war notwendig und tat der feierlichen Stimmung keinerlei Abbruch.

Anwesend waren Vertreterinnen und Vertreter vieler Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften, namentlich des Buddha-Hauses, der Bahai-Gemeinde, der Humanistischen Vereinigung, der Alevitischen Gemeinde, der Ahmadiyya Gemeinde, der Ezidischen Akademie, der israelitischen Kultusgemeinde, des Münchner Forums für Islam sowie der griechisch-orthodoxen, römisch-katholischen und evangelisch-lutherischen Kirche; außerdem verschiedene Ratsgremien (Rat der Religionen, Katholikenrat, Muslimrat und Migrationsbeirat) sowie eine Vielzahl von Organisationen des interreligiösen Dialogs.

Auch dabei waren die Stadträte Cumali Naz von der SPD/Volt-Fraktion und Michael Dzeba von der CSU-Fraktion. Die Verwaltung war vertreten durch die Leiterin der Stelle für interkulturelle Arbeit, Frau Antje Herbst, und ihren Kollegen Matthias von Sarnowski, zuständig für die Gestaltung religiös-weltanschaulicher Vielfalt und den Dialog der Religionen und Weltanschauungen.

Die Sitzung wurde geleitet von Marian Offman, der eingangs feststellte, dass Voraussetzung für den Frieden in einer Stadt auch der Frieden unter den Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften sei. Seine Aufgabe als Dialogbeauftragter sei es, diese weiter zusammenzuführen und ihre Wünsche und Anliegen der Landeshauptstadt vorzutragen und, wenn möglich, zu deren Umsetzung beizutragen. Bereits mit der Einladung hatte Herr Offmann die Bitte ausgesprochen, Impulse und Vorschläge für die Auftaktveranstaltung zu unterbreiten.

Einer dieser Vorschläge war, dass die Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften einen öffentlichen Aufruf zur Corona-Impfung  in München verbreiten sollten. Der Beauftragte hat dieses Vorhaben bereits in einem Eilverfahren in Kooperation mit den Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften sowie den Stadtwerken München umgesetzt. Seit vergangenem Samstag läuft ein Impfaufruf als Spot auf 90 Bildschirmen in U-Bahnhöfen und in 800 Fahrzeugen mit Fahrgastfernsehen. 

Als weiteres Vorhaben wollen sich die beteiligten Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften auf einen gemeinsamen Wertekanon einigen, den sie gegenüber der Landeshauptstadt München und der Münchner Stadtbevölkerung vertreten werden. Inhalt soll unter anderem das Eintreten gegen alle Formen von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit (wie etwa Muslimfeindlichkeit, Antisemitismus oder Homophobie) wie auch die Positionierung für Geschlechtergerechtigkeit sein. Der Beschluss dazu erging, vorbehaltlich der formal einzuholenden Zustimmung durch übergeordnete Gremien, von der Versammlung einstimmig. Dieser von der Arbeitsgruppe formulierte Wertekanon soll in einer weiteren Sitzung der Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften in etwa einem halben Jahr diskutiert und beschlossen werden.

Zur Diskussion kamen noch mehrere weitere Themen, die angesichts der knappen Zeit leider nicht abschließend behandelt werden konnten, aber die Notwendigkeit weiterer gemeinsamer Sitzungen deutlich aufzeigten.