Impulse für Münchens Zukunft

Die Stadt feiert das ganze Jahr über das 50-jährige Jubiläum der Olympischen Spiele 1972 - mit Ausstellungen, Veranstaltungen und einem besonderen Erinnerungsprojekt

25. Januar 2022

Jahresausstellung „50 Jahre Olympiapark“

Eroeffnung Jahresausstellung 50 Jahre Olympiapark – Impulse für Muenchens Zukunft
Michael Nagy

Bis 11. März in der Rathausgalerie: Die Ausstellung spannt einen Bogen von 1972 bis zum Stadtentwicklungsplan 2040

Welche Impulse brachten die Olympischen Sommerspiele 1972 für die Stadtentwicklung? Was bedeuten der Olympiapark und sein kulturelles Erbe für München? Von welchen Maßnahmen profitieren wir noch heute und wie kann der Park auch für kommende Generationen lebendig bleiben?

Antworten auf diese Fragen gibt die neue Jahresausstellung 50 Jahre Olympiapark – Impulse für Münchens Zukunft, die noch bis Freitag, 11. März, täglich von 13 bis 19 Uhr in der Rathausgalerie am Marienplatz läuft – bei freiem Eintritt.

Im Zentrum steht der Olympiapark mit seinen Bauten, ein einzigartiges Ensemble aus Architektur und Landschaft. Die Bewerbung als UNESCO-Weltkulturerbe unterstreicht seine besondere Bedeutung. Doch die Spiele brachten der Münchner Stadtentwicklung noch viel mehr: Neue Siedlungsschwerpunkte außerhalb der Innenstadt, ein starkes S- und U-Bahnnetz, die Fußgängerzone. Viele im Stadtentwicklungsplan von 1963 genannten Ziele wurden durch die erfolgreiche Olympiabewerbung in kürzester Zeit vorangetrieben und beschleunigten den Wandel zur modernen Großstadt.

Heute, 50 Jahre später, steht München für eine hohe Lebensqualität und ist ein zukunftsfähiger Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort. Gleichzeitig sind angesichts von Klimawandel und Digitalisierung umfassende Weichenstellungen notwendig, um die Stadt im Sinne einer integrierten Stadtentwicklung fit für die nächsten 50 Jahre zu machen.

Die Ausstellung spannt daher einen weiten Bogen von 1972 bis zum Stadtentwicklungsplan 2040. Sie beleuchtet Zusammenhänge, zeigt Auswirkungen und wirft einen Blick in die Zukunft, in der neue planerische Lösungen gefragt sind. Zu sehen sind Modelle und Originalexponate, zahlreiche Veröffentlichungen liegen zum Mitnehmen bereit.

Begleitend zur Ausstellung finden verschiedene Veranstaltungen statt. So spricht Stadtbaurätin Professorin Dr. (Univ. Florenz) Elisabeth Merk mit Gästen in digitalen Abendveranstaltungen am 1. Februar über das Thema Perspektiven für den Olympiapark – auf dem Weg zum Welterbe und am 15. Februar über Impulse für Münchens Zukunft jeweils von 18 bis 20 Uhr.

Stadtspaziergänge finden digital am 27. Januar und 7. Februar statt, Vor-Ort-Termine sind am 25. Februar und 8. März.
Montags und freitags jeweils von 17 bis 18 Uhr können sich Interessierte durch die Ausstellung führen lassen. Die Montags-Termine sind digital (31. Januar, 14. und 21. Februar), die Freitags-Termine finden in der Rathausgalerie statt (28. Januar, 4., 18., 25. Februar, 11. März).

Alle Informationen zu Anmeldung und Teilnahme-Modalitäten sind unter muenchen.de/olympiapark50 zu finden. Aktuell gilt die 2G-Plus-Regel und FFP2-Maskenpflicht.

München 1972 – 2022 – 2072

50 Jahre Olympische Spiele Muenchen 1972

Stadt feiert das ganze Jahr über 50-jähriges Jubiläum der Olympischen Spiele

Die XX. Olympischen Sommerspiele prägten München wie keine andere internationale Veranstaltung. „Die Olympischen Spiele 1972 waren ein Wendepunkt in der neueren Geschichte Münchens,“ so Oberbürgermeister Dieter Reiter. „Die Ausrichtung der Spiele in Deutschland war ganz ausdrücklich der Stärkung der Demokratie und dem friedlichen Miteinander gewidmet. München repräsentierte unser Land ganz in diesem Sinne. Umso tragischer war das schreckliche Attentat auf die israelischen Sportler. 50 Jahre später wollen wir sowohl daran in besonderer Weise erinnern, als auch die visionäre Kraft der Demokratie feiern und nach vorne schauen.“

Unter dem Motto München auf dem Weg in die Zukunft 1972–2022–2072 gibt es das ganze Jahr über Ausstellungen und Veranstaltungen zu den Themen Sport, Kultur, Design, Architektur, Erinnerungskultur und das Miteinander in der Demokratie – digital wie auch in der ganzen Stadt verteilt. Die Erinnerung an den Anschlag und die zwölf Todesopfer wird in vielfacher Weise in das Programm einfließen (mehr dazu im folgenden Artikel).

Über 60 Kooperations- und Projektpartner, darunter der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) und die Olympiapark München GmbH, sind bereits mit bislang mehr als 150 Veranstaltungen am Jubiläum beteiligt. Aktuell läuft die Jahresausstellung des Planungsreferats zum Olympiapark (siehe Artikel oben). Vom 1. bis 9. Juli ist der Olympiapark Schauplatz eines Festivals des Spiels, des Sports und der Kunst mit einer großen Parade, den Münchner Sportspielen 2022 für alle Münchner*innen und einer zeitgenössischen Interpretation der olympischen Spielstraße von 1972. Im Juni und Juli finden im Rahmen des Festivals zudem Aktionen in den Stadtvierteln rund um den Olympiapark und in Neuperlach statt.

Ein sportliches Highlight werden die European Championships Munich 2022 als größtes Multi-Sport-Event seit den Spielen 1972 sein. Vom 11. bis 21. August kämpfen 4.400 europäische Athlet*innen in den Sportarten Beachvolleyball, Kanu-Rennsport, Klettern, Leichtathletik, Radsport, Rudern, Tischtennis, Triathlon und Turnen um 158 Goldmedaillen.

Alle Infos und das Programm sind unter muenchen1972-2022.de zu finden.

Erinnerungsprojekt: Zwölf Monate – Zwölf Namen

Das israelische Team bei der Eroeffnungsfeier
picture alliance/AP

Elf israelische Athleten und ein deutscher Polizist wurden am 5. und 6. September 1972 Opfer des Attentats der palästinensischen Terrororganisation Schwarzer September. Mit dem Projekt Zwölf Monate – Zwölf Namen: 50 Jahre Olympia-Attentat München erinnert die Stadt ganzjährig daran. Jeden Monat steht dabei ein Opfer im Mittelpunkt des Gedenkens.

Zum Auftakt im Januar erinnert das Amerikahaus mit einer Fassadeninstallation an den Gewichtheber David Berger. Im Februar befassen sich die Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern und das Polizeipräsidium München mit dem Polizisten Anton Fliegerbauer. Das Bauernhofmuseum Jexhof im Landkreis Fürstenfeldbruck widmet sich im März der Biografie des Gewichthebers Ze‘ev Friedman. Im April wird das Deutsche Theater an den Kampfrichter der Ringer Yossef Gutfreund erinnern.

Bis Dezember wird so jeden Monat die Erinnerung an die Opfer des Olympia-Attentats thematisiert und damit gewährleistet, dass neben den geplanten Gedenkveranstaltungen im September das Gedenken ganzjährig präsent sein wird. Das Projekt wird auch unter juedisches-museum-blog.de begleitet.

Die Stadt informiert

„Die Stadt informiert" erscheint immer dienstags in der Süddeutschen Zeitung und im Münchner Merkur. Dieser Beitrag ist vom 25. Januar 2022.